1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Sie sind die Helden von morgen

Bildung

12.07.2017

Sie sind die Helden von morgen

BOS-Schulleiter Wolfgang Wiedemann gab Rebecca Augustin einen Scheck mit auf den Weg. Sie wird sich in Indien schon bald für ein karitatives Projekt engagieren.
Bild: Annette Leitschuh

421 Absolventen verlassen die Berufliche Oberschule Friedberg. Eine von ihnen hat etwas Besonderes geplant – und bekommt ein Geschenk mit auf den Weg

Mit einem Scherz eröffnete der stellvertretende Landrat Manfred Losinger die Abschlussfeier der Beruflichen Oberschule Friedberg: „Herr Wiedemann, ich habe Sie im Verdacht, absichtlich immer dieses schöne Wetter für Ihre Abschlussfeier zu bestellen, damit die Stadt endlich doch eine Klimaanlage in die Halle einbaut.“ 421 Abiturienten haben in diesem Jahr erfolgreich die Schule abgeschlossen, davon konnten 355 die Fachhochschulreife und 66 Schüler die allgemeine bzw. fachgebundene Hochschulreife erwerben.

Festredner Losinger betonte, dass Lernen ein Prozess sei, der mit dem heutigen Tag sicherlich nicht beendet ist. Jedoch seien alle Absolventen ab sofort auf sich selbst gestellt und würden nur noch für sich und nicht auf elterlichen Druck hin lernen. Der Friedberger Bürgermeister Roland Eichmann appellierte an die Schüler, nach vorne zu schauen, die Welt zu entdecken, aber dennoch nie die eigenen Wurzeln zu vergessen. Nachdenklichere Töne schlug der Vorsitzende des Elternbeirats Thomas Gilg an. Angesichts der zum Teil bedrohlichen politischen Großwetterlage und Regierenden, die in alten Denkmustern denken, forderte er die Absolventen auf, die Zukunft aktiv in die Hand zu nehmen: Neue Helden seien dringend gefragt.

Wie jedes Jahr wurden die besten Schüler der jeweiligen Ausbildungsrichtungen geehrt und ihre Leistungen mit einem Gutschein des Elternbeirats gewürdigt. Dass an der Beruflichen Oberschule aber nicht nur der Verstand gebildet wird, sondern auch das Herz, zeigte die Übergabe von zwei Spendenschecks in Höhe von 1500 und 750 Euro, die an mehreren Aktionstagen von den Schülern für Bedürftige in aller Welt gesammelt wurden. Der größere Teil des Geldes fließt in die Ubuntu- Stiftung des Friedbergers Florian Lutz, der sich seit vielen Jahren auf vielfältige Art und Weise darum kümmert, die Lebensverhältnisse der Menschen in Kenia, sei es durch Berufbildungsprojekte oder medizinische Hilfe zu verbessern. Stellvertretend für seinen Sohn gab sein Vater Wolfgang Lutz einen anschaulichen Einblick in die Arbeit vor Ort und nahm den Spendenscheck entgegen. Die kleinere Summe ging an die Schülerin Rebecca Augustin, die nach bestandenem Abitur für mehrere Monate vor Ort in Indien für ein Hilfsprojekt arbeiten und Kinder unterrichten wird.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Schulleiter Wolfgang Wiedemann verabschiedete schließlich alle Absolventen, indem er ihnen einige hilfreiche Regeln auf den Lebensweg mitgab: Die Stärken mit Engagement auszubauen und nicht zu verzweifeln, wenn eine Tür verschlossen bleibt, sondern stattdessen tatkräftig den Plan B zu verfolgen. Oft erweise sich dieser im Nachhinein als tragfähiger.

Wiedemann knüpfte jedoch auch mit nachdenklichen Worten an seine Vorredner an und mahnte die Abiturienten, bei allem beruflichen Ehrgeiz die soziale Entwicklung nicht zu vergessen. Wir alle könnten nur in einem intakten gesellschaftlichen Umfeld glücklich sein und bräuchten Menschen, denen wir vertrauen können.

Apropos Vertrauen: Wenn man Manfred Losinger vertrauen kann, dann werden die Abiturienten der Beruflichen Oberschule 2018 bei der Zeugnisverleihung wohl genauso schwitzen wie in diesem Jahr.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
KAYA4160.JPG
Polizeireport Friedberg

Senior will von Friedberg nach Böblingen laufen

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket