1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Sie träumen vom Erfolg als Ballerina

Mering

12.06.2017

Sie träumen vom Erfolg als Ballerina

2(1).jpg
2 Bilder
Zwei Talente vom Tanzpunkt Mering bereiten sich für große Tanzschritte vor: Lotte Kuhn (vorne) und Mirjam Motzke.
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Die 17-jährige Mirjam Motzke aus Mering ergattert einen heiß begehrten Studienplatz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Mit welchen Rückschlägen sie kämpfen musste.

Viele Mädchen träumen davon, eine Profiballerina zu werden. Mirjam Motzke aus Mering hat nun die Chance, diesen Traum zu verwirklichen. „Ich kann es noch gar nicht fassen“, sagt die 17-Jährige. Sie wird an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main studieren. Als Vierjährige begann sie im Tanzpunkt Mering. Das machte ihr Spaß. Doch es kamen weitere Hobbys hinzu: Sie lernte Klavier spielen, zeichnete und malte und begeisterte sich fürs Sporttauchen und Skifahren.

Erst vor wenigen Jahren, mit etwa 14 Jahren, kristallisierte sich der Traum, eine Profikarriere anzustreben, immer mehr heraus. Dafür musste sie viel „Biss und Durchhaltevermögen“ mitbringen. Fünf Mal die Woche stand Training auf dem Programm, jedes Mal etwa zwei bis drei Stunden. Dabei räumt sie mit einem Vorurteil auf: „Dass man als Tänzerin am Tag nur einen Apfel essen darf, stimmt definitiv nicht – hungern darf man bei dieser Sportart nicht, schließlich muss man ja etwas leisten. Man muss sich ausgewogen ernähren.“

Bald verbuchte Mirjam Motzke Erfolge: 2015 die Hauptrolle als „Tanzgeist“ oder Soloauftritte bei der Jubiläumsgala ihrer Tanzschule. Allerdings musste sie auch Hürden überwinden und Durststrecken ertragen. „2013 war mein erstes Vortanzen bei der Bosl-Stiftung in München“, erinnert sie sich. Immer wieder gab es Absagen, 2016 musste sie wegen einer Verletzung pausieren, und die Konkurrenz ist groß.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Um überhaupt vortanzen zu dürfen sind meist ein ausführliches Motivations- und Bewerbungsschreiben, Videos oder Fotos von Auftritten nötig. „In Hamburg trafen sie die Vorauswahl sogar anhand einer Porträtfotografie“, erzählt die attraktive Tänzerin und lacht. „Absagen sind hart“, bekennt sie. „Irgendwann gehen einem auch die Power und die Hoffnung aus, wenn man keine Bestätigung bekommt, ob man es überhaupt drauf hat.“ Ihre Ballettlehrer sagten aber immer wieder: „Wenn man es wirklich machen möchte, schafft man es auch. Irgendwann wird es funktionieren.“ Im vorigen Jahr hatte sie das Glück, mit einer Mitschülerin am Volkstheater in Rostock hospitieren zu dürfen. „Das war genau das, was ich immer wollte, wofür ich trainiert habe.“ Trotzdem war dieses Jahr für sie ihr letzter Versuch, die Profikarriere zu starten.

Unterstützung erhält sie von ihrer ganzen Familie, von Freunden, Mitschülern in ihrer Ballettschule und nicht zuletzt ihren Lehrern im Tanzpunkt Mering. Jederzeit durfte sie trainieren, besonders Lehrerin Serena Pettinari stand ihr stets zur Seite. „Ohne sie wäre ich nicht dort, wo ich jetzt bin“, betont Motzke. Sie selbst bewies nicht nur Tanz- sondern auch Kampfgeist: „Wenn ich was mache, dann gescheit“, sagt die 17-Jährige. An fünf Schulen tanzte sie 2017 vor – immer begleitete sie ihr Vater als Glücksbringer – und dieser Einsatz wurde sogar doppelt belohnt: Am MUK in Wien (Musik und Kunst – Privatuniversität der Stadt Wien) und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt erhielt sie jeweils einen der heiß begehrten Plätze für den Bachelor-Studiengang Tanz. Letztlich entschied sie sich für Frankfurt, wo sie die besseren Möglichkeiten für sich sieht. Das Abitur will sie „in jedem Fall durchziehen“ – jetzt an der Abendschule. „Ich will nicht alles wegwerfen – und auch Sicherheit haben, falls irgendetwas passieren sollte.“

Zudem freut sie sich, dass es für eine junge, sehr zielstrebige Kollegin aus der Tanzschule ebenfalls geklappt hat: Die zehnjährige Lotte Kuhn, die ebenfalls tanzt, seitdem sie vier Jahre alt ist, hat in München an der Hochschule für Kunst und Musik einen Platz für das Vorstudium ergattert. Zwei Mal die Woche trainiert sie bereits und Tanzlehrerin Anna Mayr bescheinigt ihr eine „enorme Bühnenpräsenz“. Ihre Mutter ist die Lehrern Serena Pettinari. Für die Zehnjährige ist jetzt schon klar: „Ich will Balletttänzerin werden, weil es Spaß macht – so wie meine Mama – und die Hauptrolle von La Bayadère tanzen.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
DSC_0002.JPG
Veranstaltung Friedberg

Das ist am Mega-Wochenende in Friedberg geboten

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden