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Kissing

29.06.2017

Sie wollen mehr Hunde retten

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Der Kissinger Tierschutzverein Franz von Assisi sucht mehr Unterstützer, die Hunde aufnehmen: Else Walther (links) und Doris Lackner.
Bild: Philipp Schröders

Der Kissinger Tierschutzverein Franz von Assisi sucht Freiwillige, die den Tieren zeitweise eine Heimat bieten. Warum die zusätzlichen Pflegestellen dringend benötigt werden.

Nachrichten wie diese bereiten Doris Lackner aus Kissing schlaflose Nächte. Bilder von fünf Hundewelpen und in dem Schreiben steht: „Nächste Woche Montag werden sie getötet.“ In vielen Ländern auf dem Balkan, aber auch in Ungarn und Griechenland spielt der Tierschutz eine untergeordnete Rolle. Hunde, für die sich niemand verantwortlich fühlt, landen in Tötungsstationen.

Der Kissinger Tierschutzverein Franz von Assisi arbeitet mit Organisationen vor Ort zusammen, um die Tiere zu retten. Doris Lackner hat den Verein vor 17 Jahren zusammen mit ihrem Mann Ludwig gegründet. Der langjährige Vorsitzende ist im vergangenen Jahr gestorben. Danach hat sich der Verein neu aufstellen müssen, Doris Lackner kümmert sich weiterhin um verschiedene Aufgaben. Doch es gibt ein Problem. Da der Verein keine eigenen Räume hat, setzt er auf Pflegestellen. Freiwillige nehmen die Tiere also für einen gewissen Zeitraum in ihrem eigenen Zuhause auf, bis sie vom Verein an ihre endgültigen Besitzer vermittelt werden.

Zurzeit gibt es etwa sechs Pflegestellen. „Wir brauchen aber dringend mehr, sonst können wir keinem Hund mehr helfen“, sagt Else Walther. Sie, Doris Lackner und ein fester Kern von weiteren fünf Ehrenamtlichen halten den Verein am Laufen. Wer einem Hund ein vorübergehendes Zuhause geben will, der braucht laut Walther vor allem drei Dinge: „Zeit, Liebe und einen Platz“. Die Arztkosten und auch das Futter bezahlt der Verein. Doris Lackner schaut sich immer an, ob die Voraussetzungen vor Ort passen. Wer einen Hund aufnehmen möchte, muss aber kein Haus haben, eine Wohnung reicht. Manche Hunde sind traumatisiert durch die Misshandlungen in den Tötungsstationen. Aber es gibt Tiere, die leichter zu handhaben sind. Lackner sagt, dass der Verein auch Hunde vermittelt, die sich für Leute eignen, die noch wenig Erfahrung haben. Jederzeit können sich die Betreiber der Pflegestellen an die erfahrenen Mitglieder des Vereins wenden. Zudem arbeiten die Ehrenamtlichen mit einem Augsburger Hundetrainer zusammen, der ebenfalls beratend zur Seite steht.

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Manchmal sind die Tiere nur fünf bis sechs Wochen in den Pflegestellen. „Besonders Welpen mit hellem Fell sind schnell weg“, sagt Lackner. Andere Tiere bleiben aber auch länger. Walther betreut seit einem halben Jahr den Schäferhundmischling Pearl. Der 13 Monate alte Rüde hat laut Walther ein sanftes Wesen, ist aber aufgrund seiner schlimmen Erlebnisse sehr scheu. „Er geht nicht auf fremde Menschen zu.“

Bei Lackner lebt schon länger Tin. Der zarte Rüde mit dem schwarzen Fell ist von seiner Besitzerin abgeben worden. Sie hatte ihn in Bosnien bestellt, doch dann gefielen ihr seine Ohren nicht, wie Lackner erklärt. Obwohl Tin verspielt und menschenbezogen ist, hat er bisher auch noch kein neues Herrschen gefunden.

Der Verein nimmt aber nicht nur Tiere aus dem Ausland auf. Auch Hunde aus der Region zum Beispiel von kranken oder überforderten Besitzern werden vom Tierschutzverein neu vermittelt. „Das hält sich ungefähr die Waage“, sagt Lackner. Auch die neuen Besitzer werden vom Verein geprüft. Die Ehrenamtlichen halten den Kontakt, die Hunde gehen aber ganz in den Besitz des neuen Herrschens über.

Zudem kümmert sich der Tierschutzverein um hilfsbedürftige Katzen. Die stammen alle aus der Region. In der Gemeinde Türkenfeld kommen sie in einem Bauerhof unter. Manche sind nicht mehr vermittelbar und werden in einer Scheune versorgt. Für andere sucht die Freiwillige Doris Lebedeff ein neues Zuhause. Auch bei den Katzen würde der Verein gerne auf Pflegestellen setzten. „Die sind aber seltsamerweise noch schwieriger zu finden als für Hunde“, sagt Lackner.

Sie betont, dass der Kissinger Verein keine Unterstützung von offizieller Seite bekommt. Er finanziert sich über die Beträge der rund 70 Mitglieder und über Spenden. Dabei fallen für Futter und Arztkosten oft hohe Beträge im Monat an. Vor allem benötige der Verein aber weitere Freiwillige, die bereit sind, ein Tier zeitweise aufzunehmen. „Es fühlt sich gut an, wenn man helfen kann“, sagt Lackner.

Kontakt Wer einen Hund aufnehmen möchte, wendet sich an Doris Lackner (Mobil 0151/41874935) oder Else Walther (Telefon 08207/9634582). Der Verein ist auch im Internet unter www.tierschutzverein-kissing.de oder bei Facebook zu finden.

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