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Friedberg

29.06.2020

Sieben Kunstwerke rund um das Friedberger Schloss

Die Frau auf dem Stier, geschaffen von Wolfgang Auer, die über dem Parkplatz an der B 300 wacht, ist an das Motiv der Europa angelehnt.

Plus Rund um das Friedberger Schloss stellen Bildhauer aus der Region Skulpturen aus. Die Friedberger interessiert dabei vor allem: Was ist das für ein Stier am B300-Parkplatz?

Der Schlosspark ist um einige Attraktionen reicher. Sieben Werke von Künstlern aus der Region rahmen das Wittelsbacher Schloss ein. Das Ziel: Kunst soll einen Platz im Rahmenprogramm der Bayerischen Landesausstellung finden. Bei Friedbergern stößt das auf unterschiedliches Echo. Vor allem ein Werk wird heftig diskutiert. bei einem Rundgang erläuterten Künstler und Kulturamtsleiter nun, was die Idee hinter dem ganzen ist.

Das erste Werk ist direkt an der Brücke zu bestaunen. Es trägt den Namen „Sepp und Schorsch“ und stellt einen Menschen dar, der auf den Schultern eines zweiten steht. „Mir ging es darum Weitsicht darzustellen, umso höher wir uns befinden desto weiter sehen wir“, beschreibt Josef Lang seine blau lasierte Eichenskulptur. Er fügt an: „Dazu kommt der soziale Aspekt, arbeiten zwei Menschen zusammen schaffen sie es meist weiter als alleine.“

Skulpturenpfad in Friedberg: Aufmerksamkeit für Kulturschaffende

Weiter in der Runde, ist an der Schlossmauer „Vorsicht Freiheit“ zu lesen. Der Schriftzug aus Stein, ist bereits im Jahr 2014 entstanden. Sein Schöpfer Tobias Freude kritisiert: „Das Kunstwerk ist leider nicht immer gut zu sehen.“ Die Idee war es, die Komplexität der Freiheit darzustellen, die Idee bekommt nun in Zeiten des Corona-Virus’ einen ganz neuen Charakter. Kulturamtsleiter Frank Büschel sieht das ähnlich: „Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, Aufmerksamkeit für Kulturschaffende zu erregen.“

Am Weiher gelegen fällt schon das nächste Kunstwerk auf. Eine Nixe mitten im Wasser, vervollständigt durch einen Froschkönig am Rand des Gewässers. Dieser trägt die Aufschrift „Küssen verboten“. Eine weitere Anekdote, die aufgrund der Pandemie an Bedeutung gewinnt.

Einen Kokon aus Marmor hat Tobias Freude geschaffen.
7 Bilder
Der Skulpturenpfad rund um das Friedberger Schloss
Bild: Lucas Schmidt

Direkt daneben liegt „der Kokon“, so beschreibt der Derchinger Tobias Freude sein zweites Kunstwerk auf dem Skulpturenpfad. Das Werk aus Marmor erzählt laut Freude die Geschichte der Veränderung: „Was ist drin, was kommt wieder heraus.“ Sein Kritikpunkt ist, dass es nicht beleuchtet ist. „Die Beleuchtung hätte gerade abends das Werk noch besser zur Geltung gebracht“, erwähnt er.

An der Wiese unterhalb vom Schloss liegt das Kunstwerk von Petrus Scholz. „Stadtluft lässt neue Blüten frei“ heißt das Werk aus Stahl. Die Form erinnert an einzelne Räder, die ineinander verwoben sind. Der Friedberger Künstler hatte zu seinem Werk einen kleinen Text vorbereitet: „Räder transportierten Waren, Räder reisten von Stadt zu Stadt. Sie brachten Reichtum und damit Macht, schufen Freiheit.

Doch in falscher Hand wurden sie zu Waffen. Ob vorwärts oder rückwärts durch sie war man schneller in Bewegung.“ Petrus Scholz wollte zudem, dass das Gras um das Werk hoch bleibt: „Dadurch wirkt es bewegt und steigt empor.“

Das bedeutet die „Große Stierfrau“ am B300-Parkplatz in Friedberg

Ein durchaus mit Kritik verbundenes Werk, stellt die „Große Stierfrau“ da. Geschaffen vom Künstler Wolfgang Auer, zeigt diese Statue aus Styropor eine Frau, die auf einem Stier reitet. Angelehnt ist dies an die Geschichte von Europa. In der griechischen Mythologie verliebte sich Zeus in die Schönheit. Er verwandelte sich in einen Stier und entführte sie.

Heute soll sie an den Kontinent Europa erinnern in den Farben Blau, Weiß und Gold. Das Kunstwerk ist in der Stadt heiß diskutiert. Büschel erwähnte im Bezug auf die wiederkehrende Kritik: „Ich finde es gut, dass dieses Werk es schafft, zur Diskussion anzuregen.“

 

Vor den Treppen, durch die die Schlossbrücke wieder zu erreichen ist, steht der „Herzträger“. Das zweite Werk von Josef Lang zeigt einen Menschen, der in seinen Händen ein Herz hält. Inspiration erhielt der Künstler durch den kleinen Spruch: „Erschrick nicht, ich bin dein Herz, ich komme zu Besuch.“ Darstellen will er damit ein „Spüren“ des Herzens, wie bei einer Liebeserklärung. Jedoch stellt er klar: „Jeder sollte für sich selbst etwas hineininterpretieren können.

Bürgermeister Roland Eichmann sagte zum Rundgang der besonderen Art: „ Ich möchte mich bei allen bedanken, die mitgeholfen haben, diesen Pfad zu gestalten. Ganz besonders natürlich bei den Künstlern, den Kulturverantwortlichen der Stadt und dem Bauhof, der ebenfalls kräftig mitgeholfen hat.“

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