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Kirche

11.07.2018

Silbernes Priesterjubiläum in Griesbeckerzell

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Mit dem Jubilar zelebrierten Pater Hans Altmann und Pfarrer Reitberger den Gottesdienst.
Bild: Katharina Wachinger

Viele feiern mit Kaplan Apollinaris Michael Ngao in der Pfarreiengemeinschaft Obergriesbach.  Es gibt unterhaltsame Einblicke in sein Leben

Eine farbenfrohe Kirche präsentierte sich zum 25. Priesterjubiläum von Kaplan Apollinaris Ngao in Griesbeckerzell (Stadt Aichach). Von nah und fern waren Gäste gekommen, um mit dem allseits beliebten Kaplan der Pfarreiengemeinschaft Obergriesbach (mit Zahling, Edenried, Griesbeckerzell und Sulzbach) sein silbernes Priesterjubiläum zu feiern.

Die Messe zelebrierten mit ihm Pfarrer Karl Heinz Reitberger und Konzelebrant Pater Hans Altmann aus Bad Wörishofen. Eine besonders feierliche Note verlieh der gemischte Chor Obergriesbach-Mauerbach/ Klingen unter der Leitung von Wolfgang Wirsching mit der Messe bréve no.7 von Gounod dem Gottesdienst. Und in besonderer Weise Sopranistin Sandra Tucker-Halbfell mit dem „Ave Maria“. Begleitet wurde der Chor von einer jungen Violingruppe und Anna Rast und Peter Lenz an der Orgel.

„Kirche ist farbig“, sagte Pfarrer Reitberger in seiner Begrüßungsrede, und „Priester sein, findet auf der ganzen Welt statt“. Von der offiziellen Anrede für den Kaplan „Priester zur Mithilfe“ würde wohl kaum jemand Gebrauch machen, so Reitberger weiter. „Vergelts Gott“, sagte er dem Kaplan für seine Mithilfe in der Pfarreiengemeinschaft Obergriesbach.

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Apollinaris Michael Ngao wurde 1964 in Tansania geboren. Nach Grundschule und Gymnasium begann er 1986 ein Studium der Philosophie und ab 1988 auch Theologie. Im Dezember 1992 wurde er zum Diakon und am 27. Juni 1993 zum Priester geweiht. Nach kurzer Zeit als Kaplan war er sieben Jahre als Lehrer und Erzieher im Priesterseminar tätig. Es folgten acht Jahre als Diözesan-Jugendpfarrer und Seelsorger. In diese Zeit fiel auch die Bekanntschaft mit Familie Limberg und Brigitte Honnef, die mit einer Gruppe aus der Pfarrei Leubsdorf bei Bad Hönningen in Tansania weilten. Ihre Wege kreuzten sich in den folgenden Jahren noch öfters. Auch sie waren zum Jubiläum gekommen. Ebenso sein ehemaliger Dozent Martin Lechner, Baron Marian von Gravenreuth, Bürgermeister Klaus Habermann aus Aichach und Obergriesbachs Bürgermeister Josef Schwegler.

Ein bewegendes Erlebnis für den Kaplan war sicher der Weltjugendtag 2005 in Köln, wo er mit anderen Priestern die Kommunion austeilen durfte. Seine Zeit in Deutschland begann er 2009 mit einem mehrmonatigen Deutschkurs in Bonn. Anschließend studierte er in Benediktbeuern. Das Masterstudium „Caritaswissenschaft und wertorientiertes Management“ schloss er 2014 ab. 2015 begann Apollinaris Ngao mit dem Promotionsstudium in Regensburg am Lehrstuhl für theologische Anthropologie und Wertorientierung. Außerdem unterstützte er die Pfarrgemeinde Augsburg-Oberhausen und seit 2015 die Pfarreiengemeinschaft Obergriesbach. Zur weltlichen Feier kamen rund 200 Gäste in die Faschingshalle in Griesbeckerzell, wo ein Büfett mit bayerischen und afrikanischen Speisen bereitstand. Die Gäste kosteten gerne von den afrikanischen Speisen. Zubereitet hatten diese zwölf tansanische Frauen, die mittlerweile in Stuttgart und am Chiemsee leben. In ihren farbenprächtigen Kleidern führten sie am Nachmittag einen Tanz für den Kaplan auf und überreichten ihm am Ende ein Geschenk.

Bei Kaffee und Kuchen war noch so allerhand zur Unterhaltung geboten. Vier Vertreter aus der Pfarreiengemeinschaft trugen ein Gedicht von Birgit Schacherl vor. Darin kamen so einige Geheimnisse vor. Pfarrer Reitberger trug in lustigen Versen das Leben von „Apo“ im Zeitraffer vor. Nebenbei wurde eine Bildpräsentation aus seinem Leben gezeigt. In Vertretung der Mesner plauderte Heinrich Huber Geheimnisse aus den Sakristeien aus. Julia Golling als Ministrantenvertreterin riet dem Jubilar, er solle sich durch alle Prüfungen seiner Doktorarbeit fallenlassen, dann könne er seine Zeit in der Pfarreiengemeinschaft verlängern. Tatsächlich wurde erst vor Kurzem seine Aufenthaltsgenehmigung in der Diözese verlängert. Wie lange er in der Pfarreiengemeinschaft Obergriesbach bleiben darf, steht allerdings noch nicht fest.

Die lange Schlange der Gratulanten schien kein Ende zu nehmen. Zu den persönlichen Glückwünschen gingen viele Spenden von Privatpersonen und Vereinen an das Projekt des Kaplans, den Bau eines Kinderheims in Mawella/Moshi für behinderte Kinder und Jugendliche. Zur Zeit sind die Fundamentarbeiten und die Bodenplatte fertig – nach Ende der Regenzeit im Frühherbst soll dann wieder ein Abschnitt fertig gestellt werden. Besonders rührend war die Spendenübergabe von Kommunionkindern am Ende des Gottesdienstes, die mithilfe von Sieglinde Kast und Helferinnen Palmbuschen gebunden und verkauft hatten. 600 Euro waren dabei zusammengekommen. 240 Euro Spenden kamen von den Red Bulls vom Kaltwassergrillen, 1000 Euro vom Heimatverein und 1100 Euro konnte Bettina Stief von ihrer Sammlung beim Jubiläum des SCG übergeben. Von den Obergriesbacher und Zahlinger Vereinen kamen 500 Euro. Jede Spende, ob groß oder klein, zählt. Kaplan Apollinaris freut sich über jeden Betrag, mit dem das Heim in Moshi weitergebaut werden kann.

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