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Gastronomie

09.01.2019

Silvesterball: Caterer ist jetzt sauer auf die Stadt

Da war die Stimmung noch gut, jetzt sorgt der Silvesterball im Friedberger Schloss für Streit.
Bild: Peter Stöbich

Plus Samok-Chef Michael Speckner sagt Teilnahme am nächsten Altstadtfest ab. Er ärgert sich besonders über einen Facebook-Post von Friedbergs Bürgermeister Eichmann.

Michael Speckner ist sauer. Weil ihn die Stadt Friedberg nach der Kritik am Silvesterball im Wittelsbacher Schloss nach seiner Ansicht im Regen hat stehen lassen, sagt der Samok-Chef nun seine Teilnahme am Altstadtfest im Juli ab. „Ich habe mich vor 14 Jahren in Friedberg selbstständig gemacht und jede noch so unrentable Veranstaltung der Stadt mit meine Diensten unterstützt und oft dabei draufgezahlt. Jetzt hat keiner die Courage hier irgendetwas klarzustellen“, ärgert sich Speckner, der als Caterer für den Ball im Einsatz war. „Hier geht es nicht nur um mich, sondern auch um mittlerweile 17 Festangestellte“, sagte er unserer Zeitung

Wie berichtet, hatten sich einige der 300 Gäste der Party bei unserer Zeitung über das Büfett beschwert: Die Vorspeisen, vor denen sich lange Schlangen gebildet hätten, seien nicht ausreichend, die Hauptspeisen eine Zumutung gewesen. Auch bei der Stadt gingen entsprechende Meldungen ein. Bürgermeister Roland Eichmann teilte Speckner über Facebook mit, über das Thema noch einmal sprechen zu wollen.

Gastwirt Speckner reagierte darauf umgehend und ging in einer ausführlichen Stellungnahme auf die Kritik ein. Einige Gäste hätten das Büfett selbstständig eröffnet, berichtet er. Nach zehn Minuten habe es ausgesehen wie auf einem Schlachtfeld. 15 Kilogramm Büffelmozzarella, sechs Kilo Forellenmousse und acht Kilo Entenbrust seien von den Salaten „heruntergegessen“ worden, während der Salat selbst liegen blieb. 35 Kilo Wildlachs seien vollständig verzehrt worden, hingegen nur 60 von 350 Steinpilzküchle und 70 von 320 Brezenknödel.

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Weniger als 33 Euro netto gingen an den Samok-Wirt

„Warum stehen Damen im abgesperrten Büfettzimmer, obwohl im selben Moment 700 Dessertgläschen im Flying Service verteilt werden? Warum gehen 500 Prosecco kurz vor Mitternacht an 300 Gäste?“, fragt sich Michael Speckner: „Meiner Meinung nach verwechselten einige Gäste den Eintrittspreis mit dem tatsächlichen Speisenpreis und wollten dementsprechend aus dem Vollen schöpfen, worunter wiederum einige Nachzügler litten“, vermutet er.

Die Gäste im Saal mit fester Sitzplatzreservierung mussten zwar 99 Euro bezahlen. Speckner erhielt davon keine 33 Euro netto – für ein Angebot, das vom Aperitif und dem Gruß aus der Küche bis zum Mitternachtsbüfett mit ganzen Schinkenkeulen gereicht habe. Die Büfettausrüstung, Geschirr und Besteck und Servicekräfte. Auf- und Abbau sowie die Müllentsorgung waren ebenfalls in dieser Summe enthalten. „Diese Veranstaltung habe ich sicher nicht wegen des Profits angenommen“, betont Speckner.

Anhand der Lieferantenrechnung lasse sich nachweisen, dass von allem genug dagewesen sei, versichert der Caterer, der unter anderem auch das Kasino der Stadtsparkasse Augsburg bewirtet. Umso mehr ärgerte ihn ein Post von Bürgermeister Eichmann, der über den Winterzauber des SV Ottmaring auf Facebook berichtete: „...meine Mädels hatten auf jeden Fall ihren Spaß und ausreichend Essen und Getränke gab es auch“, heißt es dort mit einem augenzwinkernden Smiley.

Bürgermeister Eichmann reagiert auf die Kritik

Eichmann betont, dass er Michael Speckner trotz aufgetretener Kritik an dessen Catering bei anderen Veranstaltungen bisher stets verteidigt habe und von der Qualität des Essens überzeugt sei. Er habe mit Speckner außerdem ein Gespräch vereinbart, für das aber aufgrund von Urlaub und einer Erkrankung beim Schlossmanagement noch kein Termin zustande gekommen sei. „Die nun breiter und öffentlich aufgetretene Kritik am Catering jetzt auf die Stadt und das Verhalten der Gäste abzuwälzen, ist nicht die feine Art“, kontert er die Ausführungen des Samok-Wirts.

Von der Absage für das Altstadtfest im kommenden Juli erfuhr die Stadt durch unsere Zeitung. „Das bedaure ich – ich hatte mich auf die Zusammenarbeit gefreut“, kommentiert Veranstaltungsleiter Frank Büschel. Alles weiter werde er nun mit der Brauerei als dem Vertragspartner der Stadt besprechen.

Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung äußerten mehrere Leser Unverständnis über die Kritik am Caterer. „Ich finde es schade, dass sich viele Leute am Buffet aufregen und viele schöne Momente und Eindrücke von dem Fest vergessen“, heißt es dort etwa. Ein anderer schreibt: „Vielleicht sollte man sich auch mal fragen, wie viel Euro pro Person an den Caterer gingen? Und wer an Silvester überhaupt gewillt ist, zu liefern und Personal zu organisieren.“

Einen Kommentar zum Thema finden Sie hier: Nach der Silvesterparty kommt der Kater

Lesen Sie auch, wie es sonst beim Silvesterball im Schloss war: Das Friedberger Schloss als Partyzone

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