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Integration

18.08.2015

Sind Asylbewerber in der Turnhalle nur ein Vorgeschmack?

Über 60 Asylbewerber waren in der Reischlesche Wirtschaftsschule in Augsburg untergebracht. Jetzt kommt auch eine Erstaufnahmeeinrichtung für eine Woche nach Friedberg - ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt?
Bild: Anne Wall

Friedbergs Bürgermeister Roland sagt immense Flüchtlingszahlen voraus. Die Stadt muss wohl neue Wege gehen.

Wenn am 28. August rund 200 Asylbewerber in die Turnhalle des Friedberger Gymnasiums kommen, bedeute das eine große Anstrengung für die Stadt und die vielen freiwilligen Helfer. Eine Woche werden die Flüchtlinge dort verweilen, bevor sie weiterziehen. Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann versichert, dass dann wieder Ruhe einkehrt: „Bisher waren die Asylbewerber überall rechtzeitig wieder weg.“

Die Prognosen übersteigen die aktuellen Zahlen bei Weitem

Das Landratsamt Aichach-Friedberg hat vorgesorgt. Bereits im vergangenen November wurden entsprechend Matratzen und Betten gelagert, um nun die 200 Flüchtlinge unterbringen zu können. Ob die Turnhallen auch in Zukunft frei bleiben, will Eichmann aber nicht versprechen. Laut seinen Prognosen müsse die Stadt bis Mitte 2016 insgesamt 800 Flüchtlinge aufnehmen – das sind vier Mal so viele wie im Moment. „Davon gehen wir derzeit aus. Da muss jeder seinen Beitrag leisten, nur gemeinsam können wir diese Herausforderung meistern“, sagt Eichmann. Er hoffe aber nicht, dass Schulturnhallen im Landkreis zu dauerhaften Unterkünften umfunktioniert werden müssen, wie das in anderen Teilen Bayern bereits heute der Fall ist. Ziel sei es, die Flüchtlinge auf alle Stadtteile zu verteilen. Laut Simone Losinger vom Landratsamt hängt das von den Kapazitäten ab: „Wir sind in erster Linie auf geeignete Immobilien angewiesen.“ Laut Eichmann plane die Stadt, 300 weitere Plätze bis zum Ende des Jahres zur Verfügung zu stellen, danach sind weitere 400 Plätze geplant. Soweit möglich, möchte er die Anwohner vorher informieren: „Aufgrund der kurzen Zeitspanne geht das oft gar nicht.“

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Neue Strategie muss her

Auch in der Art der Unterbringung soll sich vieles ändern. „Die bisherige dezentrale Strategie ist auf Dauer nicht durchzuhalten“, sagt Eichmann. Die bisherigen Einrichtungen müssten mit mehr Flüchtlingen belegt werden und auch die zukünftigen Unterkünfte sollen größer werden. Das stelle laut Simone Losinger ein Problem da. „Je weniger Flüchtlinge an einem Ort sind, desto höher ist das Vertrauen in die Helfer. Die Integration wird so deutlich schwieriger und die Ansprüche an die Freiwilligen steigen.“

30 Asylbewerber kommen wöchentlich in den Landkreis. Die Suche nach Unterkünften läuft, demnächst sollen auch Flüchtlinge nach Wulfertshausen kommen.

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