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Friedberg

22.09.2017

So kommt E-Mobilität in die Köpfe

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Gemeinsam nahmen (von links) Schulleiter Wolfgang Wiedemann, LEW-Vorstand Markus Litpher, Bürgermeister Roland Eichmann und Landrat Klaus Metzger gestern die neuen Ladestationen vor der BOS/FOS in Betrieb.

LEW, Landkreis und Stadt nehmen neue Ladestationen in Friedberg in Betrieb. Der Standort am Volksfestplatz ist dabei nicht zufällig gewählt.

Die Jugendlichen strahlen über das ganze Gesicht. „Supercool!“, finden sie es, mit dem Elektroscooter eine Runde auf dem Volksfestplatz zu drehen oder sich im luxuriösen Tesla chauffieren zu lassen. „Wir wollen das Thema in die Köpfe unserer Schüler bringen. Sie sind die zukünftige Generation“, sagt Wolfgang Wiedemann, der Leiter der BOS/FOS in Friedberg. Und darum wurde die neue LEW-Ladestation für Elektroautos und E-Bikes auch mitten im Schulzentrum an der Aichacher Straße angesiedelt. Jetzt ging sie zusammen mit einer Schnellladestation im Derchinger Gewerbegebiet offiziell in Betrieb.

Alle LEW-Ladesäulen werden mit 100 Prozent Ökostrom betankt. Die zwei Wechselstrom-Ladesäulen für Auto an der FOS verfügen über je zwei Anschlüsse mit einer Leistung von bis zu 22 Kilowatt. Die ebenfalls neue E-Bike-Ladestatiobn am Schulzentrum erlaubt das gleichzeitige Aufladen von bis zu drei Elektrorädern und zusätzlichen Akkus in Ablagefächern. Dabei sind sowohl die Akkus wie auch die angeschlossenen Fahrräder vor Diebstahl geschützt.

Die Schnellladestation bei der Bäckerei Scharold in Derching liefert sogar bis zu 50 Kilowatt, sodass die Fahrt nach einer 30-minütigen Kaffeepause weitergehen kann. Dort braucht man nicht einmal ein eigenes Ladekabel mitbringen, dieses ist an der Station fest installiert. Zusätzlich ist die Säule mit einem 22-KW-Anschluss mit herkömmlicher Wechselstrom-Technologie und längeren Ladezeiten ausgestattet.

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Dass die Elektromobilität in einem Flächenlandkreis wie Aichach-Friedberg mit seinen vielen Berufspendlern immer wichtiger werde, betonte Landrat Klaus Metzger. Er räumte allerdings ein. „Das Thema spielt noch nicht die große Rolle, die es eigentlich spielen müsste.“ Die Region benötige dazu ein umfassendes Mobilitätskonzept. Man werde sich die neuralgischen Punkte genau anschauen.

Bislang ist die Zahl der öffentlichen Ladestationen im Kreis überschaubar. Standorte sind Kissing, Friedberg, Aichach und Aindling. Dementsprechend sind auch nur 107 reine Elektroautos im Wittelsbacher Land zugelassen, zwei hat der Landkreis für seinen Fuhrpark bestellt. Bei der Stadt Friedberg hingegen sind bereit mehrere Elektrofahrzeuge in Betrieb. Bürgermeister Roland Eichmann berichtete von einem ganz eigenen Fahrgefühl – nahezu lautlos und mit einer unvergleichlichen Beschleunigung. Die Amtsboten erledigen ihre Fahrten im Stadtgebiet mit einem Renault, dessen Reichweite von rund 150 Kilometer für diese Zwecke völlig ausreiche. Auch der Bauhof ist mit einem kleinen Elektro-Transporter unterwegs, um die Abfalleimer zu leeren. Stand das Vorgängerfahrzeug alle 100 Meter mit laufendem Dieselmotor am Straßenrand, so gibt es hier weder Lärm noch Feinstaub noch Abgas. „Das tut einer Stadt wie Friedberg, die stark vom Verkehr geprägt ist, gut“, sagte Eichmann.

„Wir müssen zu einer Verkehrswende kommen“, glaubt LEW-Vorstand Markus Litpher. Die Elektromobilität hält er dabei für unverzichtbar. Sein Unternehmen trete dabei gerne in Vorleistung. Der Energieversorger unterhält derzeit 75 Ladestationen, 67 neue sollen bis Herbst 2018 dazukommen, darunter 19 Schnellladestationen. Auch die Fahrzeugtechnik werde in den nächsten zwei bis drei Jahren große Sprünge machen. Litpher betonte allerdings: „Es ist eine Verhaltensänderung bei jedem Einzelnen nötig.“ Landrat Metzger kündigte an, bei der Energieberatung künftig vermehrt die Elektromobilität zu propagieren.

Und auch finanziell steigen Landkreis und Stadt ein. Sie übernehmen gemeinsam die Miete für die beiden Ladesäulen vor der FOS/BOS, in die jeweils 8000 Euro investiert wurden. Bei der Radlstation trägt die Stadt 1500 Euro, die LEW steuert über eine Werbepartnerschaft weitere 500 Euro bei. Die 35000 Euro teure Schnellladestation in Derching bezahlt allein die LEW.

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