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So lähmt sich die Friedberger Stadtpolitik

Kommentar Von Thomas Goßner
30.11.2018

Das Klima in Stadtrat und Verwaltung ist schlecht - mit Folgen für die ganze Stadt Friedberg. 

Lobende Worte für die gute Zusammenarbeit im Friedberger Stadtrat – doch, das gab es. Früher einmal. Zu Beginn dieser Wahlperiode etwa, als Leo Büchler beim Frühschoppen der CSU in Bachern über aktuelle politische Themen sprach. Ob der langjährige Stadt- und Kreisrat aus Rohrbach das heute auch noch so sagen würde? Zweifel sind zumindest erlaubt.

Roland Eichmann wurde seinerzeit mit viel Sympathie im Friedberger Stadtrat aufgenommen. Selbst in den Reihen der CSU gab es Äußerungen, dass der dynamisch wirkende Sozialdemokrat vielleicht doch der bessere Bürgermeister sei als der eigene Kandidat Thomas Kleist. Solche Stimmen sind rar geworden. Einige CSU-Stadträte treten 2020 auch deshalb nicht mehr an, weil ihnen das Klima im Gremium missfällt. Bei der SPD ist das – abgesehen von Altersgründen – nicht viel anders.

Abweichende Meinungen sind nicht erwünscht. Der 46-Jährige fällt Stadträten ins Wort, kommentiert jede Äußerung und kanzelt in öffentlicher Sitzung selbst Mitglieder ab, die ihm an Lebensjahren und politischer Erfahrung weit voraus sind. Anträge der Fraktionen kommen nach Gutdünken auf die Tagesordnung. Kritik weist Eichmann, wie kürzlich geschehen, als „Latrinenparolen“ zurück.

Tatsache ist, dass Eichmann Sympathie und Unterstützung verloren hat. Mit den Grünen war das Handtuch schon früh zerschnitten. Die Freien Wähler, die Eichmann lange Zeit für eine gute Wahl hielten, rücken erkennbar ab. Seine eigene Fraktion ist auf Distanz und eine neuerliche Unterstützung durch die Parteifreien Bürger offen. Die CSU rüstet sich schon seit Monaten für die Kommunalwahl 2020. Und nicht nur im Stadtrat ist das Klima mies: Auch in der Verwaltung sprechen enge Mitarbeiter vom „selbst ernannten Fachmann“ auf dem Chefsessel und wenden sich ab.

Die Konsequenz dieser Stimmungslage: Selbst überschaubare Vorhaben wie eine neue Treppenanlage am Bahnhof bleiben auf der Strecke, die Stadtentwicklung verharrt trotz eines randvollen Sitzungskalenders im Klein-klein von Kinderspielplätzen und Pflanztrögen oder in der Beauftragung von Konzepten. Dass unter diesen Umständen so wichtige Großprojekte wie die Baulanderschließung in Friedberg-Süd oder am Treffleracker verwirklicht werden, erscheint immer unwahrscheinlicher.

Lesen Sie unseren Bericht aus der Sitzung des Bauausschusses: Was wird aus dem Friedberger Volksfestplatz?Bleiben Sie immer auf dem Laufenden mit unserem lokalen Newsletter

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