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Töpfermarkt in Friedberg

18.06.2017

So schön ist der Friedberger Töpfermarkt

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6 Bilder
Oskar Maag aus Derching war mit seinen Tierfiguren einer der über 70 Aussteller beim Sonnwend-Töpfermarkt am Wochenende 
Bild: Elisa Glöckner

Noch bis Sonntag um 17 Uhr verwandelt sich der Stadtgarten in eine Flaniermeile. Die Aussteller des Töpfermarkts kamen bis aus Skandinavien, um ihre Waren auszustellen. Was es alles zu entdecken gibt.

 Ein Frosch aus Augsburg, ein Elefant aus Murr, ein Elch aus Litauen: Auf dem Sonnwend-Töpfermarkt ist tierisch was los. Zum 16. Mal organisierte der Verkehrsverein die Handwerkermeile im Stadtgarten. Die in Handarbeit gefertigten Tonwaren von 70 Werkstätten lockte zahlreiche Besucher an. Gerlinde Willmann stammt aus Murr bei Stuttgart. Seit vier Jahren kommt die Künstlerin nach Friedberg, um ihren Tiergarten aus Pinguinen, Ziegen und Elefanten auszustellen. Daneben hat sie ein buntes Repertoire an Schmuck liegen. „Ah ist das toll, ui ist das schön“, hört man hier, während sich die Besucher durch den Tisch wühlen. „Friedberg ist ein super Pflaster“, findet Willmann.

Ein gutes Publikum in Friedberg

Nebenan hat Alexandra Frey aus Öhningen ihren Stand aufgebaut. Im Gegensatz zu den meisten Künstlern ist sie das erste Mal dabei. Wie es bisher läuft? Die Handwerkerin ist optimistisch: „Tolle Gespräche, viel Publikum, ein gutes Zeichen“, freut sie sich. Frey ist überrascht von der Vielfältigkei: „Man kann jedem Künstler einen Hubel Ton in die Hand geben und bei jedem würde etwas anderes entstehen.“ Sie selbst beschäftigt sich mit Tonmodellage und Edelmetallen. „Meine Stücke fangen das Tageslicht ein und reflektieren es, abends kann man auch ein Teelicht hineinstellen.“ Wenige Schritte weiter bietet Christine Spurway Wasser speiende Fische und Frösche aus Augsburg. „Wir haben vor allem frostfeste Gartenkeramik“, erläutert die geborene Friedbergerin. „Und Mama kommt jedes Mal mit dem Essen vorbei.“

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Unterdessen kämpfen sich Hubert und Brigitte Wiatrek durch das Kunstdickich. Die Bobinger konnten schon das ein oder andere Geschenk ergattern. „Es ist schön hier“, findet das Paar. „Die Kulisse, die Weitläufigkeit laden zum Bummeln ein“, lobt Brigitte Wiatrek. „Und was alles geboten ist: von kitschig bis modern.“

Was ist beim Töpfermarkt geboten?

Modernes gibt es bei Helga Backus. Seit 16 Jahren stellt die Kunsthandwerkerin ihre Skulpturen aus und zählt damit zu den Urgesteinen des Marktes. „Die Friedberger sind offen, kauflustig und sehr interessiert“, sagt sie. Ihre figürlichen Drahtgeflechte sind verspielt und reduziert zugleich. „Früher wurde ich als Exot eingeladen“, scherzt sie. Heute ist die Bildhauerin aus Maisach ein festes Bestandteil. „Man sieht inzwischen mehr Abstraktes als damals“, so Backus.

Einmal um die Ecke gegangen trifft man auf Brigitte Künzel aus Regensburg. Ihr Steckenpferd: Raku-Vögel. „Die Tiere werden mit einer speziellen Brenntechnik hergestellt“, erklärt sie. Dabei würden die tönernen Tiere bei 950 Grad gebacken und anschließend in eine Tonne mit Sägespänen gelegt. „Durch die extreme Abkühlung gelangen Risse in die Glasur, darin setzt sich der Kohlenstoff ab.“ Was dabei herauskommt? Eine einzigartige Struktur.

Auf dieselbe Technik setzen Erika und Oskar Maag aus Derching. Auch hier gibt es einen ganzen Zoo: Vögel, Schildkröten, Elefanten – alles Unikate. „Man kann die Graufärbung durch die Nachbehandlung steuern“, erklärt Oskar Maag. Er ist der Ansicht, dass die besten Effekte durch Unfälle entstehen: „Die meisten Sachen erfindet man, wenn man einen Fehler gemacht hat“, sagt er. Seit über zehn Jahren sind Maags Teil des Marktes. „Es gibt selten eine Veranstaltung, bei der die Organisation derart gut ist“, lobt er.

Ein Töpfer kam aus Litauen nach Friedberg

Im Gegensatz zu Familie Maag hat Bernard Azeikauskas einen weiten Weg auf sich nehmen müssen. Er kommt aus Litauen und befindet sich auf einer Rundreise durch Österreich und Deutschland. Im Sommer stellt er aus, während er in den Wintermonaten an der Kunsthochschule in seiner Heimat unterrichtet. . „Eine gute Atmosphäre herrscht hier“, freut sich Azeikauskas. Aus dem Norden mitgebracht hat der Künstler detailliert und romantisch gefertigtes Getier – darunter auch einen Elch, der auf viel Interesse stößt. „Der ist nett“, schwärmt Sybille Thomas aus Augsburg. „Er würde sich toll in unserem Wohnzimmer machen.“ Fünf Minuten später war der Elch verschwunden. Verkauft an Familie Thomas. 

Unsere Online-Bildergalerie

Bilder vom Markt online unter friedberger-allgemeine.de

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