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Friedberg

21.06.2019

So soll das Friedberger Altstadtfest sicherer werden

Die Cordonisten beim Friedberger Altstadtfest sind ehemalige oder noch aktive Polizeibeamte. Sie übernehmen Ordnungsaufgaben auf dem Festgelände.
Bild: Andreas Schmidt (Archiv)

Plus Die Friedberger Zeit verlief trotz zehntausender Besucher immer weitgehend friedlich. Damit das so bleibt, erhöht die Stadt die Sicherheitsvorkehrungen.

150.000 Menschen in einer Kleinstadt wie Friedberg – und das in gerade einmal zehn Tagen. Eine große Herausforderung – vor allem im Bereich der Sicherheitsvorkehrungen. Das Konzept für das Altstadtfest vom 12. bis 21. Juli steht, die Maßnahmen werden erneut ausgeweitet. Für Organisator Frank Büschel sind die ständigen Anpassungen einer der Schlüssel für friedliche Feste der vergangenen Jahre.

„Wir sind weit und breit eine absolute Ausnahme. Anderswo gehören handfeste Streitereien ja fast zum Alltag bei Feierlichkeiten in dieser Größenordnung“, sagt Büschel, der auch das Kulturamt leitet. Dennoch hat man sich für Verschärfungen der Sicherheitsvorkehrungen entschieden. „Teilweise ändern sich Auflagen, aber hauptsächlich möchten wir aus eigenem Antrieb agieren, weil uns ein friedliches Altstadtfest wichtig ist“, so Büschel. Die erste Sitzung zur Planung der Maßnahmen fand bereits im Juni 2018 und damit über ein Jahr vor Beginn des Altstadtfestes statt.

Schwere Fahrzeuge soll bei der Friedberger Zeit die Sicherheit erhöhen

Die markanteste Neuerung: An verschiedenen neuralgischen Punkten lässt die Stadt schwere Fahrzeuge aufstellen. Dadurch wird es schwieriger, mit Autos unberechtigt auf das Festgelände zu gelangen – das soll die Besucher vor möglichen Attentätern schützen. Ähnlich wurde es zuletzt beim Friedberger Advent gehandhabt. „Natürlich gehen wir von so etwas nicht aus. Aber es schadet nicht, alle erdenklichen Schritte einzuleiten“, sagt Büschel. Die Stadt hat in Absprache mit den zuständigen Institutionen weitere Terrorvorkehrungen getroffen, möchte aber im Vorfeld keine weiteren Details dazu nennen.

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Wie schon beim letzten Mal werden unter der Woche sechs Security-Kräfte eingesetzt, um jeweils zu zweit auf dem Gelände Streife zu gehen. Am Wochenende verdoppelt sich diese Zahl sogar. Nachts sind ebenfalls durchgehend sechs Mitarbeiter im Einsatz und sichern das Festgelände.

Polizei und Sanitätsdienst arbeiteten Sondereinsatzpläne aus. Diese beinhalten alle denkbaren Szenarien, darunter auch die teilweise oder vollständige Evakuierung. Die Innenstadt ist über Lautsprecher komplett beschallbar. „So können in Notsituationen alle Besucher schnell informiert werden. Die entsprechenden Texte je nach Situation wurden bereits vorbereitet“, sagt Organisator Büschel. Bei einem Unwetters gibt es Durchsagen, wo die Gäste sich unterstellen können.

Bei Bedarf gibt es bei der Friedberger Zeit einen Einlassstopp

Um eine Überfüllung des Stadtkerns zu vermeiden, entscheidet der Einsatzstab bei Bedarf über einen Einlassstopp. „In der Vergangenheit war das hauptsächlich am Wochenende bei gutem Wetter ein Thema“, erklärt Büschel.

Der Brandschutz spielt im Sicherheitskonzept ebenfalls eine bedeutende Rolle. Nach wie vor gilt ein Verbot von Heu und Strohballen. Außerdem sind nur zwei offene Feuerstellen genehmigt: auf dem Kirchplatz und bei den Wittelsbacher Bauern im Hafnergarten. Die Feuerwehr ist generell in erhöhter Alarmbereitschaft, speziell aber auch bei einzelnen Programmpunkten wie Fackelzug am zweiten Sonntag der Friedberger Zeit. Regelmäßige Streifengänge über das Gelände sind auch vorgesehen. Der Lageplan weist „No-Go-Areas“ aus – also Orte, die für mögliche Feuerwehreinsätze frei bleiben müssen.

Eine Besonderheit des Friedberger Altstadtfestes sind die Cordonisten. „Das sind alles ehemalige oder noch aktive Polizeibeamte“, sagt Frank Büschel. Sie übernehmen Ordnungsaufgaben wie die Kontrolle der Stände auf Historientreue. Darüber hinaus besitzen die Cordonisten allerdings auch die Kompetenz, in brenzligen Situationen schnell und richtig zu handeln. „Das ist neben den erhöhten Kapazitäten von Polizei und Feuerwehr eine hervorragende Ergänzung“, meint Büschel. Absolute Sicherheit, das betont der Organisator der Friedberger Zeit, könne man nie garantieren: „Wir sind aber optimistisch, dass es gelingt, ein weiteres Mal ohne größere Vorfälle gemeinsam zu feiern.“

Wichtiges zur Friedberger Zeit

Das Altstadtfest öffnet unter der Woche von 18 bis 24 Uhr, freitags von 18 bis 1 Uhr, an den Samstagen von 16 bis 1 Uhr und sonntags von 14 bis 24 Uhr. Informationen gibt es auch unter www.friedberger-zeit.de. Der Festobolus kostet zehn, der Tageseintritt fünf Euro. Kinder bis zwölf Jahre und Besucher im Gewand haben freien Zutritt.

Lesen Sie auch den Kommentar: Das Feiern nicht verderben lassen

Mit unserer Bildergalerie von vor drei Jahren können Sie sich auf das Altstadtfest einstimmen.

historisches Altstadtfest in Friedberg Friedberger Zeit erster Freitagabend
117 Bilder
Am ersten Abend beim Altstadtfest
Bild: Peter Kleist, Sebastian Mayr, Andreas Schmidt
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22.06.2019

Solche Maßnahmen sind leider seit dem Jahr 2015 notwendig geworden. Die Verantwortlichen kennt jeder!

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