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Friedberg

09.10.2020

So soll die Butterblume im Landkreis Aichach-Friedberg gerettet werden

Die Trollblume, auch Butterblume genannt, ist selten.
Bild: Weizenegger

Plus Der Landschaftspflegeverband informiert über den Rückgang der Butter- oder Trollblume. Wie die Bürger beim Kampf dagegen helfen können.

Sattgelb und mit runden Blüten bestückt ist sie, und ihren Trivialnamen hat sie offenbar genau deshalb: die Butterblume, die einen ähnlichen Farbton hat wie der frisch gerahmte Brotaufstrich. Eigentlich heißt der leicht giftige Dunkelkeimer aber Trollblume. Dieser Name leitet sich vom althochdeutschen Wort "troll" ab, das "rund" bedeutet. Auch dieser Umstand machte die Blume insbesondere für Kinder zu einem idealen Bestandteil von Ketten, Haarkränzen und Blumensträußen zum Muttertag.

In den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gabe es die Trollblume laut dem Landschaftspflegeverband Aichach-Friedberg (LPV) noch zuhauf im Landkreis, nun informiert er in einer Ausstellung im Finanz- und Gesundheitszentrum in Friedberg darüber. Etwa Mitte der Siebziger begann jedoch eine schwierigere Zeit für das bis zu 60 Zentimeter hohe Gewächs, denn es erlitt einen starken Rückgang - auch im Wittelsbacher Land.

Im Allgäu dagegen gibt es laut Uczen noch einige Felder mit Trollblumen. Dort haben sie einen besseren Stand als beispielsweise die ebenfalls gefährdete heimische Orchidee.

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Der Landschaftspflegeverband Aichach-Friedberg bezieht auch Bürger mit ein

Laut Jan Uczen, der den Verband bei der Eröffnung der Ausstellung vertrat, soll sie zum einen die Friedberger auf den Rückgang der Blume aufmerksam machen und sie zum anderen dazu bringen, sich an frühere Verbreitungsgebiete in Friedberg zu erinnern.

Dazu können Zeitzeugen in Bögen niederschreiben, wo und wann sie zuletzt Trollblumen gesehen haben. Erste Auswertungen von den bislang 28 ausgefüllten Blättern haben ergeben, dass insbesondere Friedberg einst eine große Vielfalt des Gewächses aufwies - zum Beispiel in der Nähe der Bahnstraße am Bahnhof, in Rohrbach oder im Rederzhauser Moos, wo auch heute noch Trollblumen anzutreffen sind. Diese Meldungen helfen dem LPV, geeignete Standorte für die Wiederansiedlung zu finden.

Seit Mittwoch informiert ein Stand des Landschaftspflegeverbandes im Friedberger Sparkassen-Beratungscenters über die Dezimierung der Troll- oder Butterblume.
Bild: Michael Postl

Der Landschaftspflegeverband Aichach-Friedberg sucht Standorte

"Denn vor Kurzem steht die Trollblume auf der roten Liste für gefährdete und Pflanzenarten", erklärt LPV-Mitarbeiter Uczen. In Bayern ist die Trollblume deshalb auf Schutzstufe 3 - besonders geschützt. Der Grund für den Rückgang liege insbesondere an der Bebauung mehrerer Standorte und weniger Feuchtwiesen. Denn neben Mooren und Gewässerrändern seien diese ideal für die Ausbreitung der Hahnenfußgewächse.

Doch Feuchtwiesen wurden auch im Wittelsbacher Land entwässert, so konnte man sie besser bewirtschaften. "Naturerbe braucht aber Pflege", heißt es in einer Mitteilung des Landschaftspflegeverbandes, deshalb siedelt er vom Botanischen Garten Augsburg nachgezogene Pflänzchen im Landkreis Aichach-Friedberg an geeigneten Standorten wieder an. Diese gilt es nun gemeinsam mit den Friedbergern zu finden.

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