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Ehrenamt

29.10.2015

So verpufft bei der Asylhilfe keine Energie

Der Rathaussaal war bei der Infoveranstaltung zum Thema Asylhilfe so voll besetzt, dass auch Tische als Sitzgelegenheiten dienten.
Bild: Andreas Schmidt

Viele Friedberger informieren sich, wie sie sich engagieren können. Dies soll künftig koordinierter ablaufen.

Von Andreas Schmidt

So viele wollen Asylbewerbern in Friedberg helfen, dass der Rathaussaal bei einer Infoveranstaltung der Stadt beinahe aus allen Nähten platzte. Für einen Teil der über hundert Besucher gab es nur noch Stehplätze bzw. Sitzplätze auf Tischen oder Fensterbrettern. „Überwältigt“ von dem großen Interesse war die neue Asylbeauftragte der Stadt, Ulrike Proeller. Sie warb um Mithilfe: „Ihre Unterstützung ist gefragt.“ Schließlich werden im nächsten Jahr im Stadtgebiet etwa 1000 Flüchtlinge erwartet – etwa fünfmal so viel wie bisher. Schon dieser Tage werden dringend kurzfristig zusätzliche helfende Hände benötigt, wenn eine Unterkunft neu belegt wird wie jetzt in der Engelschalkstraße.

Syrische Familien kommen im Gewerbegebiet an

So verpufft bei der Asylhilfe keine Energie

Dort wurden bereits in der vergangenen Woche 20 Syrer einquartiert. Gestern erwartete dort die Leiterin der Ausländerbehörde im Landratsamt, Simone Losinger, weitere 24 Syrer. Es sind Familien, die neuerdings in dem Gewerbegebiet leben.

Deutlich machte die Infoveranstaltung, wie wichtig es ist, dass Hilfe koordiniert abläuft. So hatte jemand säckeweise Kleidung bei der neu belegten Unterkunft in der Engelschalkstraße hinterlassen. Das war zu viel und hätte erst sortiert werden müssen, damit wirklich Passendes für die Flüchtlinge dabei ist. Besser aufgehoben sind solche Spenden beim Friedberger Kleiderladen des Roten Kreuzes in der Bauernbräustraße 1, wo ebenfalls weitere Helfer gesucht sind. Auch andere Spenden wie Fahrräder, Schulranzen usw. sollten zuvor abgesprochen werden. So führt die Asylbeauftragte der Stadt eine ständig aktualisierte Liste, was wo benötigt wird.

Ein Flüchtling - vier Zahnarzttermine

Insgesamt wird in Friedberg angestrebt, die Hilfe für Flüchtlinge zu koordinieren. Dass dies nötig ist, bestätigte Pastoralreferentin Lisa Wenderlein von der mit eingebundenen Friedberger Pfarrei St. Jakob. „Energie verpufft, weil sich viele Leute um dasselbe kümmern“, sagte Lisa Wenderlein. So ist es passiert, dass drei Leute dasselbe Formular für einen Asylbewerber eingereicht haben. Und Ehrenamtliche hatten für einen Flüchtling vier Zahnarzttermine vereinbart. Ziel ist es darum, Aufgaben klar zu verteilen.

Auch darum läuft der Einstieg in die ehrenamtliche Asylarbeit jetzt über die städtische Asylbeauftragte Ulrike Proeller ab. Nach einer Terminvereinbarung folgt ein persönliches Gespräch. Ulrike Proeller spricht dann mit den jeweiligen Interessierten ab, wie viel Zeit sie einbringen wollen, in welchem Bereich sie sich engagieren möchten und wo es passt. Sichergestellt wird dabei zudem, dass die Ehrenamtlichen versichert sind.

Unabhängig von einem quasi festen ehrenamtlichen Engagement zeigten Teilnehmer des Infotreffens auch Interesse an spontanen Kontakten zu Asylsuchenden. So rief Andrea Happacher dazu auf, sich am 11. Dezember mit Flüchtlingen beim Friedberger Advent zu treffen, um gemeinsam zu singen „We are the world“.  

Wer sich in Friedberg ehrenamtlich für Asylbewerber engagieren möchte, sollte zuerst die städtische Asylbeauftragte Ulrike Proeller kontaktieren unter Telefon 0821/65073654 oder E-Mail ulrike.proeller@friedberg.de.

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