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Friedberg

27.08.2020

So will die Bahn den Bahnhof Friedberg ab 2025 umbauen

Im Jahr 2025 will die Bahn mit dem.Umbau des Bahnhofs in Friedberg beginnen. Er soll barrierefrei werden und mehr Unterstellmöglichkeiten erhalten. Außerdem sind zwei Bahnsteige statt des Mittelbahnsteigs geplant.
Bild: Ute Krogull

Plus Die Deutsche Bahn will am Bahnhof Friedberg acht Millionen Euro investieren. Sie plant zwei Außenbahnsteige mit Personenunterführungen. Was hält sie von einem Steg?

In den vergangenen Jahren wurden viele Kleinstadt-Bahnhöfe in der Region umgebaut. Nun soll es auch in Friedberg Verbesserungen geben. Die Bahn plant den Start der Arbeiten 2025. Danach soll einiges anders aussehen. Ziel der Bahn ist es, dass nach dem Umbau kreuzende Züge (also Züge aus beiden Fahrtrichtungen) gleichzeitig in den Bahnhof einfahren können.

Die Planungen sehen zwei Außenbahnsteige vor. Für den Bau eines ausreichend breiten Mittelbahnsteiges sei der Abstand der Gleise zu gering, erklärt ein Sprecher.

Die Außenbahnsteige sollen 55 Zentimeter hoch und mindestens 2,50 Meter breit werden. Als Wetterschutz soll jeder von ihnen auf 40 Metern Länge ein Bahnsteigdach erhalten. Auch ein Blindenleitsystem und eine neue Bahnsteigausstattung sind vorgesehen.

Als Zugang plant die Bahn eine Personenunterführung und Rampen oder Aufzüge zu den Außenbahnsteigen. Eine genauere Kostenkalkulation ist laut dem Bahnsprecher erst am Ende der Planungen möglich. Erste Schätzungen belaufen sich auf sechs bis acht Millionen Euro.

Warum kam der Bahnhof von Friedberg nicht früher an die Reihe?

Viele Friedberger, die Menschen mit Rollator oder Kinderwagen auf dem Bahnhof beigestanden haben, fragen sich, warum der Bahnhalt mit schätzungsweise bis zu 2000 Passagieren am Tag nicht früher in Angriff genommen worden sei. Laut Bahn gibt es ein bundesweites Ranking. Dieses berücksichtigt Aspekte wie Anlagenalter, Zustand (Bedarf an Ersatzinvestitionen), Fahrgastzahlen und Mittelverfügbarkeit. Hier war Friedberg offensichtlich nicht als dringlich eingeordnet.

Der Stadtrat hatte kurz vor der Sommerpause beschlossen, eine Machbarkeitsstudie zu einem Steg nach Friedberg-Süd in Auftrag zu geben. Dieser soll in Absprache mit der Bahn auch die Bahnsteige erschließen. Diese Art der Anbindung werde alternativ untersucht, heißt es dazu seitens der Bahn. Die DB Station & Service stehe dem Vorschlag positiv gegenüber. Bauen müsste die Brücke aber die Stadt. Im Rahmen der Planung würden Vor- und Nachteile beider Varianten (Steg und Unterführung) untersucht.

Im Jahr 2025 will die Bahn mit dem.Umbau des Bahnhofs in Friedberg beginnen. Er soll barrierefrei werden und mehr Unterstellmöglichkeiten erhalten.  Außerdem sind zwei Bahnsteige statt des Mittelbahnsteigs geplant. Foto: Ute Krogull
Bild: Ute Krogull

Eines ist laut dem Bahnsprecher bereits klar: „Bei einem Steg wären die Treppenanlagen wesentlich länger als bei einer Personenunterführung.“ Rampen seien wohl nur bei einer Personenunterführung sinnvoll.

Ein entscheidender Punkt ist die bauliche Umsetzung. Die Brücke, die von der Haagstraße im Norden zur Straße Am Stefansanger führen soll, würde alles andere als zierlich werden. Sie in ausreichender Höhe über die Luitpoldstraße zu führen gilt als Herausforderung.

Der zweite wichtige Aspekt sind Kosten und Folgekosten (etwa durch die Verlegung des Busbahnhofs). Ein Fachbüro hatte diese grob auf bis zu 20 Millionen Euro geschätzt – eine Summe, die laut Roland Eichmann nur zu stemmen wäre, wenn erhebliche Förderbeträge fließen. Dem Bürgermeister ist trotz der Herausforderungen wichtig, über das jahrzehntelang diskutierte Thema endlich zu entscheiden. Für das Votum für oder gegen den Steg sieht er die Machbarkeitsstudie als unabdingbare Grundlage.

Was sagt Friedbergs ÖPNV-Beauftragter zu den Plänen?

Würde sich die Deutsche Bahn an den Kosten beteiligen? Der Sprecher zitiert dazu nur das Eisenbahnkreuzungsgesetz, in dem steht: „Wird eine neue Kreuzung hergestellt, so hat der Beteiligte, dessen Verkehrsweg neu hinzukommt, die Kosten der Kreuzungsanlage zu tragen.“

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Der Friedberger ÖPNV-Beauftragte Manfred Schnell ist froh, dass der Bahnhofsumbau Fahrt aufnimmt. Gerade die Barrierefreiheit sieht er als überfällig an. Wichtig sei außerdem eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto, zu Fuß und mit dem Rad. Wie berichtet, will die Stadt so bald wie möglich mehr Radständer installieren; Corona bremste dieses Projekt aber vorerst aus. Gut funktioniert dagegen nach Ansicht Schnells die Busvernetzung.

Er gibt im Zusammenhang mit den Planungen eines zu bedenken: „Die Pläne für eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 6 und für den Bahnhof könnten sich beeinflussen.“ Das hänge natürlich von der Route und der Endhaltestelle der Straßenbahn ab. Diese brauche aber in jedem Fall Platz.

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