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Ausstellung

22.02.2015

So wird Energiewende persönlich gelebt

Referentin Barbara Thome, Johann Steinhart von der Firma Ökoausbau und Bürgermeister Roland Eichmann rieten in der Energiesparausstellung, wie viel Strom sich sparen lässt durch  Wäsche an der Leine statt im Trockner.
Bild: Ida König

Bei der Eröffnung ermuntert Expertin dazu, sich selber die Frage zu stellen: Brauche ich das?

Die Energiewende ist wichtig und aktuell, aber leider nicht sexy: Darüber sind sich sowohl Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann, als auch Stadträtin Claudia Eser-Schuberth und Barbara Thome, Referentin des Landesamtes für Umwelt einig. Um das Thema trotzdem anschaulich zu gestalten, findet noch bis zum 8. März eine Energiesparaustellung in der Friedberger Archivgalerie statt. Zur Eröffnung sprach die Leiterin des Ökoenergie-Instituts Bayern, Barbara Thome, über „Gelebte Energiewende – wie viel Energie tut uns gut?“

Es ist ein sperriges Thema, das die Politik schon seit Jahren begleitet, das räumte Bürgermeister Roland Eichmann zuvor ein. Deswegen setzt die Stadt Friedberg verstärkt auf Information. Wie Energie sparen im Alltag einer Stadt aussehen kann, versucht der Energienutzungsplan für die Stadt Friedberg aufzuzeigen. „Platz für Solar- und Windkraftwerke ist in Friedberg sehr begrenzt“, stellt Roland Eichmann fest. Trotzdem könne man seinen Teil zum Klimaschutz beitragen. Das Hauptaugenmerk soll auf der effizienteren Nutzung von Energie liegen und der energetisch sinnvollen Sanierung von Altbauten liegen.

Auf die Bürger und deren Beitrag zur Energiewende zielte auch der Vortrag von Barbara Thome ab. Denn gerade hier sei es am wahrscheinlichsten, dass die Energiewende gemeistert werden kann. Dazu führte sie geläufige Beispiele an: Öffentliche Verkehrsmittel als Alternative zum Auto und die gute alte Wäscheleine statt dem Stromfresser Trockner. Viele dieser Beispiele können in der Ausstellung verglichen und interaktiv ausprobiert werden. Es sind Dinge, die allgemein bekannt sind, doch ändert das Wissen etwas an dem persönlichen Verhalten?

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Barbara Thome weist darauf hin, dass zwar schnell technische Innovationen geschaffen werden, um Bequemlichkeit und Umweltschutz besser zu vereinen. Nur mit dem Verzicht scheint es noch nicht zu klappen: „Wer gibt schon gerne ein Stück von seinem Komfort her, ohne dass es sich merklich für mich lohnt?“. Sie ruft dazu auf, sich immer wieder eine einfache Frage zu stellen: „Brauche ich das?“ Ob jedes Jahr ein neues Smartphone oder alle zwei Jahre ein neues Auto wirklich notwendig sind, muss sich jeder selbst beantworten.

Das Thema Ernährung und Umgang mit Lebensmitteln stimmt Barbara Thome jedoch positiv. Es würden zwar immer noch zu viele Nahrungsmittel in der Tonne landen, das Bewusstsein für Ernährung sei in der Bevölkerung aber inzwischen stärker ausgeprägt. Dafür sprechen auch aktuelle Studien. Viele Haushalte kaufen bereits Bioprodukte und auch der Fleischkonsum in Deutschland geht zurück. Diese Entwicklung wünscht sich Ökoenergie-Institut-Leiterin auch für das Thema Energiesparen.

In der anschließenden Diskussionsrunde wird ein Schwachpunkt in der Herangehensweise deutlich. „Wir setzen wahrscheinlich viel zu stark auf den finanziellen Vorteil der Energiewende, die noch nicht oft richtig lohnenswert sind und versuchen viel zu selten, die Menschen emotional für das Thema Umweltschutz zu gewinnen“, stellt Barbara Thome fest.

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