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Unternehmen in Mering

10.08.2018

Sonac verarbeitet 30000 Tonnen Rinderblut

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Einen kompletten neuen Werksbereich hat Sonac für die neue Blutlinie errichtet.
Bild: Moritz Weiberg

Der Konzern hat am Standort Mering insgesamt zehn Millionen Euro investiert. Im neuen Werksteil gewinnen Spezialmaschinen Hämoglobin und Plasma.

Sonac verwertet Nebenprodukte aus der Schlachtung und stellt seit sieben Jahren in Mering Federnmehl und Geflügelmehl her. Mit der neuen Blutlinie in Mering trennt Sonac Rinderblut in Hämoglobin und Plasma. Für die Blutlinie hat Sonac das Firmengelände erweitert, ein neuer Lagerbereich und eine neue Werkstatt wurden ebenso eingerichtet wie Maschinen für die Nanofiltration des Plasmas und für die Separation des Hämoglobins. Insgesamt 10 Millionen Euro investierte das Unternehmen in den neuem Werksteil.

Den Bericht zum offiziellen Baubeginn lesen Sie hier.

Das Rohblut wird in Lastwagen angeliefert und lagert in großen Tanks. Dann trennt Sonac das Blut zunächst in flüssiges Plasma und in flüssiges Hämoglobin. Mithilfe eines Trockners wird das flüssige Plasma und Hämoglobin dann zu Pulver verarbeitet, das Sonac anschließend verkauft. Im Moment kommen zwei bis vier Lkws pro Tag zu Sonac, die Kapazitätsgrenze sei dabei noch lange nicht erreicht, erklärt der Meringer Werksleiter Ingmar Aumann. „Wir können noch deutlich mehr verarbeiten als derzeit.“

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Im Moment verwertet die Anlage 30000 Tonnen Rinderblut pro Jahr. Bis Mitte nächsten Jahres soll das doppelte Volumen möglich sein. „Mit unserer Anlage haben wir Maßstäbe gesetzt“, ist sich Aumann sicher. Das fertige Plasma- und Hämoglobinpulver verkauft Sonac dann an sogenannte „Petfood“-Produzenten. Diese Firmen stellen beispielsweise Hunde- oder Katzenfutter her. Das Pulver habe laut Aumann einen hohen Proteinanteil und sei ein gutes Bindemittel für Nassprodukte. Sonac Mering ist eine von 27 Tochterfirmen der Unternehmensgruppe Darling Ingredients. Darling Ingredients ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das Restprodukte aus der Fleischverarbeitung „recycelt“. Der Geschäftsführer von Darling Ingredients Deutschland, Stefan Niehaus, erklärt die Strategie der Firma: „Nur 55 Prozent des Tieres werden bei der Fleischproduktion verwendet. Die restlichen 45 Prozent sind Abfall. Wir machen daraus Wertstoffe.“

Sonac kooperiert mit 25 bis 30 Schlachthöfen aus ganz Deutschland und den Niederlanden. Diese Schlachthöfe liefern das Rohblut nach Mering. Sie werden mit speziellen Maschinen ausgestattet, um reines Rinderblut zu gewinnen und zu kühlen.

Insgesamt 22 Mitarbeiter von Sonac arbeiten in der Blutverarbeitung in Mering, 14 davon stellte Sonac neu ein. Im Frühjahr 2017 begann der Ausbau des Geländes, im Januar 2018 startete die Produktion. 10 Millionen Euro waren als Kosten veranschlagt worden.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Beschwerden wegen der Geruchsbelästigung. Auf Sonacs Firmengelände befand sich vor der Übernahme 2011 eine Tierkörperverwertung, mit der es massive Probleme wegen des Gestanks gab. Bei der Hämoglobin- und Plasmapulverproduktion entstehe laut Werksleiter Aumann kein Gestank: „Wir sind nahezu geruchsneutral. Hier verdampft nur Wasser.“

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