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Sportskanone

02.08.2018

Spät angefangen, aber jetzt läuft’s

Er läuft und läuft und läuft: Georg Steinherr ist auf den langen Strecken unterwegs.
Bild: Horst Kramer

Im Oktober bestreitet Georg Steinherr seinen sechsten Marathon. Welche Rolle auf dem Weg zur längsten olympischen Strecke ein Mitarbeiter unserer Zeitung spielt.

Der 50. Geburtstag stellt im Leben eines Menschen in der Regel etwas Besonderes dar. Zu diesem Jubiläum darf man sich daher schon mal was Ungewöhnliches als Geschenk wünschen. Georg Steinherr hat sich damals selbst beschenkt: mit einem Marathonlauf, der sich wahrlich sehen lassen kann. Am 9. Oktober 2016 gewann er beim München-Marathon die Wertung in der Altersklasse der Männer, die mindestens 50 Jahre alt waren. „2:46 Stunden – da bin ich schon stolz darauf“, sagt er heute. Und am Sonntag, 14. Oktober, wenn in Bayern der neue Landtag gewählt wird, da will er sich wieder auf der längsten olympischen Strecke versuchen, zum sechsten Mal insgesamt.

Steinherr, der in Gebenhofen in der Gemeinde Affing vor knapp 52 Jahren geboren wurde und auch heute dort lebt, kam erst spät zum Laufen. Bei der Bundeswehr war er in Mittenwald stationiert, abends schnürte er dort seine Laufschuhe, um zunächst fünf Kilometer auf diese Weise zu absolvieren: „Das ist immer mehr geworden. Irgendwann habe ich den Mörtl Sepp getroffen.“ Ein leidenschaftlicher Langstreckler und seit vielen Jahren Mitarbeiter unserer Zeitung in Aichach. Steinherr sagt über ihn: „Der hat mich zum Marathonlauf gebracht.“ Damals liefen die beiden jeden Sonntag in Gundelsdorf in der Gemeinde Pöttmes 25 Kilometer. So wurde der Gebenhofener fit, um etwa am Halbmarathon in Friedberg teilzunehmen. „Ich laufe nicht so viel“, meint er auf die Frage nach seinem aktuellen Trainingspensum: „So 40, 50 Kilometer die Woche.“ In der nächsten Zeit wird sich diese Strecke verdoppeln. Es steht ja wieder ein Marathon an, erneut in München.

Georg Steinherr muss aufpassen, dass er seine sportlichen Ambitionen mit den beruflichen Aufgaben unter einen Hut bringt. Er ist als Industriemechaniker tätig und muss daher immer wieder mal über den großen Teich jetten – im Auftrag eines Augsburger Unternehmens, das Kuvertieranlagen baut, beispielsweise für die Bank of America. Sein Job ist es, diese Systeme aufzubauen und die Mitarbeiter vor Ort einzuweisen. Dann gibt es noch eine zweite sportliche Leidenschaft, die geradezu ideal zum Laufen von Langstrecken passt. Es ist vom Radfahren die Rede. Steinherr hat sich gerne Etappen bei der Tour de France im Fernsehen angeschaut, wobei ihm nicht entgangen ist, dass dort zumindest früher so mancher Dopingsünder am Werk war. Steinherr spricht daher von einem faden Beigeschmack. Selber schwingt er sich auch in den Rennradsattel, etwa am kommenden Sonntag, wenn in Erding eine Radtourenfahrt über 154 Kilometer ansteht. „Eine schöne Tour“, wie er bereits weiß. Sechs Stunden werden die Teilnehmer dabei unterwegs sein: „Da geht es nicht auf Zeit, das soll Spaß machen.“ Dazu beitragen wird die schöne Landschaft im dortigen Holzland.

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Einer seiner beiden Söhne unternahm vor einigen Tagen eine Radtour nach Nürnberg, auch nicht gerade der nächste Weg. Aber eine gute Vorbereitung auf ein gemeinsames Unternehmen mit dem Vater Ende August. Dann rollen die Räder vier Tage lang über Füssen, den Reschenpass hinauf und über Meran nach Riva am Gardasee. Dann lassen sich die beiden mit einem Auto heimfahren.

Georg Steinherr weiß, dass er zu spät mit der Lauferei begonnen hat, um den ganz großen Durchbruch zu schaffen. Er war bereits über 30, als er zum LC Aichach kam: „Das war sehr gut.“ Damit meint er speziell das gezielte Training auf der Bahn mit Josef Oefele. Die Bestzeit von Steinherr über 10000 Meter liegt bei 33:30 Minuten. In Karlsfeld lief er vor Kurzem die Strecke auf der Bahn ohne Vorbereitung in 37:26, eine 36er-Zeit würde er sich mit Training zutrauen. Einige Male wurde er schwäbischer Meister. Tritt er heute in unserer Gegend an, dann weiß er mit großer Wahrscheinlichkeit, dass er sich in der M50 durchsetzen wird. Eine Leistung will er nicht unerwähnt lassen, schon allein deshalb, weil sie sein Potenzial aufzeigt. Bei einer deutschen Seniorenmeisterschaft in Erfurt kam er über 3000 Meter auf eine Zeit von 9:12 Minuten. Für solche Resultate trimmt er sich nach wie vor in erster Linie sonntags, dann kann man ihn in der Gegend um Aindling, Todtenweis, Sand und Langweid beobachten.

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