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22.01.2008

Spargel-Revolution: Der "Rosarote Panther" sticht

Von euphorisch bis skeptisch reichen die Reaktionen auf den rosaroten Spargelpanther - eine neu entwickelte Maschine, die Erntehelfer künftig überflüssig machen könnte. Eine Megaerleichterung verspricht sich Spargelbauer Xaver Hartel aus Mühlhausen von der Neuentwicklung.

"Wenn die Maschine funktioniert, dann ist das eine Revolution", sagt Xaver Hartel. Nicht nur der Fehlerfaktor Mensch wäre damit ausgeschlossen, sondern es gäbe auch wesentlich mehr Spargel der ersten Klasse, ist der Spargelbauer überzeugt. Nur zehn Prozent der Spargelstecher hätten das richtige Gespür, um die reifen Spargelstangen schon zu erkennen, wenn sie noch in der Erde sind. "Und nur die sind Spitzenqualität", sagt Hartel. Für jeden Betrieb, der mehr als 50 Leute habe, sei der Panther eine Lösung, ist er überzeugt. Vorausgesetzt, der Spargelpanther bringe die Qualität wie ein Handstecher. Und Spargel sei ein Edelgemüse, bei dem es nur um die Qualität ginge.

Der rosarote Panther könnte das Spargelstechen revolutionieren. Laut Beschreibung hebt die Maschine zuerst die Abdeckfolie von drei nebeneinander liegenden Spargeldämmen ab. Anschließend kann der Fahrer per Joystick die über jeder Reihe angeordnete Stecheinheit ausrichten. Per Laserlicht werden die einzelnen Stangen markiert und ist eine Stange als erntereif erkannt worden, löst der Fahrer den Stechprozess aus. Innerhalb von drei Sekunden soll das Gemüse abgeschnitten, aufgegriffen und abgelegt sein.

Äußerst skeptisch steht dem Josef Plöckl, Vorsitzender des Spargelverbandes Schrobenhausen, gegenüber. "Ich halte das für überlegenswert, aber die Maschine wird sich in der Praxis nicht durchsetzen", glaubt er. Wenn, dann käme sie nur für große Flächen infrage. Und ob der Panther mit dem unebenen Boden, wie er im Verbreitungsgebiet des Schrobenhausener Spargels vorherrscht, zurechtkommt, ist für Plöckl auch noch fraglich.

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"Ich bin total skeptisch." Vor allem auch, weil die Maschine, deren Anschaffungs- und Betriebskosten angeblich deutlich unter denen eines Mähdreschers liegen, für kleinere Betriebe seiner Meinung nach nicht infrage kämen. "Zum Überleben brauchen wir mittelständische und kleine Betriebe", sagt Plöckl.

Eher vorsichtig klingt Josef Lohner, Mitinhaber der Inchenhofener Firma Spargel Lohner, wenn er von der Neuentwicklung spricht. "Schon vorstellbar, dass das irgendwann mal funktioniert", meint er. Ob die Maschine einmal seine etwa rund 400 Saisonarbeitskräfte, die den Spargel stechen, ersetzen könnte, hängt allerdings von der Wirtschaftlichkeit und der Qualität der Arbeit ab. "Maschinen sind auf jeden Fall einfacher als der Mensch."

Für zehn Hektar bräuchte er eine Maschine, hat sich Lohner schon mal hochrechnen lassen. So bald wird der Panther die menschlichen Arbeitskräfte allerdings nicht ersetzen, ist er überzeugt. Erstens ist er noch in der Entwicklung und zweitens soll er frühestens 2009 in Serie gehen. Und auch dann bräuchte man qualifiziertes Personal, das die Maschine bedient. Gerade kleinere Betriebe würden sich hier vielleicht sogar leichter tun, vermutet Lohner.

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