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16.03.2009

Spende für Delfin-Therapie

Merching Jonas sitzt in seinem Stuhl und lacht. Seine großen Augen ziehen die Besucher in seinen Bann. Sein sechsjähriger Bruder Tobias saust gerade durch die Wohnung und spielt mit einem kleinen Auto. Ein ganz normaler Tag bei der Familie Woldert in Merching. Aber so ganz normal eben doch nicht, denn Jonas leidet unter dem Phelan-McDermid Syndrom, einem seltenen Gendefekt.

Den Betroffenen fehlt ein Segment am Ende des langen Armes des Chromosoms 22, deshalb wird die Krankheit auch 22q13Deletion genannt. "Ob unser Kind jemals reden und laufen kann, ist ungewiss", sagt Sabine Woldert. Als sie und ihr Mann Wolfgang vor knapp drei Jahren die Diagnose erhielten, waren sie schockiert.

Nichts hatte darauf hingedeutet, dass ihr kleiner Sohn unter dem Gendefekt litt. "Erst mit vier Monaten merkten wir, dass etwas nicht stimmt, und dann bekamen wir die Diagnose Phelan-McDermid Syndrom", erzählt die junge Mutter. Diese Krankheit ist so selten, dass sie weltweit nur 500 Mal erkannt wurde. Wobei Wissenschaftler davon ausgehen, dass noch viel mehr Menschen daran leiden, aber das Krankheitsbild nicht richtig diagnostiziert wurde.

Jonas kann nicht selbstständig sitzen, er braucht verschiedenste Therapien, um seine Muskeln zu stärken. Seine Eltern Sabine und Wolfgang lassen nichts unversucht, um ihrem kleinen Sohn jede Hilfe zukommen zu lassen. Deshalb waren sie im vergangenen Jahr bei einer Delfin-Therapie in der Türkei.

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Ein ganz besonderer Moment für den kleinen Jonas

"Als Jonas zum ersten Mal auf die Delfine traf und gemeinsam mit ihnen schwamm - das war ein ganz besonderer Moment", erinnern sich Wolfgang und Sabine Woldert zurück. Tobias holt ein Fotobuch aus dem Regal und zeigt stolz die Bilder von der Reise in die Türkei und von seinem kleinen Bruder Jonas, der im Wasser mit den Delfinen schwimmt. "Ich durfte sogar auch für ein paar Minuten mit ins Schwimmbecken", erzählt er.

Die delfinunterstützte Therapie ist wissenschaftlich nicht anerkannt und wird von den Krankenkassen nicht bezahlt. Etwa 10 000 Euro muss die Familie dafür aufbringen. Ganz aus eigener Tasche geht das aber nicht. Und die Merchinger lassen ihre Mitbürger nicht im Stich: Beim Merchinger Advent sammelten die beteiligten Vereine 3500 Euro für einen sozialen Zweck. Das Los fiel auf den Krieger- und Soldatenverein (KSV) Steinach gemeinsam mit der Feuerwehr Steinach - sie durften bestimmen, wem der Erlös des Merchinger Advents zugutekommen soll.

Die beiden Vereine entschieden sich für die Familie Woldert. "Mit diesem Geld ist es möglich, dass wir Ende Mai noch einmal in die Türkei zur Delfin-Therapie fliegen können", freuen sich die Eltern von Jonas, als Andreas Oswald, Vorsitzender der Feuerwehr Steinach, Alexander Chrast, Vorsitzender des KSV Steinach, und Bürgermeister Martin Walch den Scheck in Höhe von 3500 Euro überreichen.

Aufgestockt wird der Betrag in diesen Tagen durch eine Spendenaktion, die der Rewe-Markt in Mering gestartet hatte. Dort sind noch einmal 1000 Euro zusammengekommen. Für Jonas, der am morgigen Dienstag seinen dritten Geburtstag feiert, ist diese Spende ein großes Geschenk und Hilfe zugleich.

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