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Mering

11.03.2018

Sprüche, die Mut und Kraft geben sollen

Der Spruch „Zuviel des Guten kann wundervoll sein“ steht bei Sandra Ripsam im Haus. Eigene Sprüche lässt sich die Meringerin täglich einfallen und bekommt dafür positive Rückmeldungen von Freunden und Patienten.
Bild: Heike Scherer

Sandra Ripsam aus Mering ist Arzthelferin und Hebamme. Durch einen Zufall entdeckte die 38-Jährige eine kreative Ader, die sie täglich im Internet zeigt.

Beim Lesen des Wortes „Wahrheit“ im Kluftinger-Krimi „Rauhnacht“ fiel Sandra Ripsam der folgende Spruch ein: „Wenn du immer der ersten Wahrheit glaubst, glaubst du dem Zweifel. Hat dich der Zweifel schon einmal weitergebracht? Wenn nein, dann hinterfrage den Zweifel und du entdeckst deine Sehnsucht und begegnest deiner Wahrheit.“ Die 38-jährige Mutter von drei Kindern im Alter von sieben, neun und elf Jahren überlegte sich anfangs solche Sätze, die ihr in bestimmten Situationen plötzlich einfielen, für sich selbst. Dann setzt sie die Texte täglich zu ihrem Profilbild in WhatsApp. So erfuhr sie von Freunden und Patienten, dass ihre Formulierungen nicht nur inspirieren, sondern auch ermutigen und neuen Schwung und neue Kraft im Leben geben.

Sandra Ripsam ist in Mering geboren und aufgewachsen. Nach ihrer Ausbildung zur Arzthelferin entschied sie sich, eine dreijährige Ausbildung zur Hebamme an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg anzuhängen. Seitdem arbeitet sie im Raum Mering, Friedberg und sogar im Landkreis Augsburg als selbstständige Hebamme in der Vor- und Nachsorge. „Ich mache die Vorsorge mit allen dazugehörigen Untersuchungen bis auf Ultraschall. Die Frauen fühlen sich bei mir gut aufgehoben, und bei Komplikationen überweise ich sie selbstverständlich an einen Arzt“, erklärt sie.

Der Umgang mit den Menschen macht ihr große Freude, und sie versucht, für alle das Beste zu tun. Sie vermittelt den Müttern das Vertrauen, dass sie die Geburt gut schaffen werden, und verrät ihnen Tricks, wie sie mit den Wehen und Schmerzen gut klarkommen. Der Schmerz sei für sie etwas Positives, und es sei wichtig, da locker zu lassen, wo es wehtut. Hierfür zeigt sie ihren Patientinnen Übungen, die sie sich selbst einfallen ließ, als sie vor der Geburt ihrer Kinder stand. In der Nachsorge lernen die Mütter, wie das Baby gebadet wird, wie das Stillen klappt und erfahren von ihr Gründe, warum es schreit oder schlecht schläft. Oft wird die 38-jährige alleinerziehende Mutter mit schwierigen oder sehr belastenden Situationen konfrontiert, und ihr fallen schnell Sprüche ein, die ihr und ihren Mitmenschen helfen könnten. Ein solcher ist zum Beispiel: „Und plötzlich verläuft das Leben so komplett anders, als man es sich vorgestellt hat! Dann hilft nur noch stark sein, sich nicht zerreißen zu lassen und das Beste daraus zu machen. Auch in den schrecklichsten Momenten gibt es schöne Dinge, aus denen man Kraft schöpfen kann.“ Oft sucht sie auch unter bestimmten Begriffen im Internet, wenn sie wieder Kraft und Ermutigung braucht. Dabei fand sie den Satz „Ich vertraue darauf, dass alles Gute zur richtigen Zeit zu mir kommt.“ Mit zwei Bekannten plant Sandra Ripsam bereits eine „Nacht der guten Gedanken“ mit musikalischer Umrahmung am 21. April, bei der sie einige ihrer Sprüche vortragen möchte. Außerdem schreibt sie seit acht Jahren Abenteuergeschichten, die sie bei den Geburtstagen ihrer Kinder nachspielen lässt. So entstanden bereits „Die Schatzinsel“, „Die Hexe im Zauberwald“ oder Rittergeschichten, die sie vielleicht sogar einmal als Buch veröffentlichen möchte. „Eigentlich war ich in Deutsch nie gut und lese auch nicht viel“, verrät sie. Aber schon ihr Vater erzählte ihnen in der Kindheit immer seine erfundenen Geschichten vom „Wurzelsepp und dem Depp“, die ähnlich wie Kasperl und Seppl beim „Räuber Hotzenplotz“ ihre Abenteuer erlebten. Bei ihrer Geschichte „Die drei mutigen Kinder“ fing sie einfach zu erzählen an, und die Kinder durften sich überlegen, wie es weitergehen könnte. Ihr Motto lautet: „Genieße das Leben und jeden Moment, den du zur Verfügung hast.“ Die kreative Mutter hat bereits eine neue Idee im Kopf. „Durch meine Ausbildung und meine bisherige Lebenserfahrung könnte ich anderen Menschen in Konfliktsituationen Lebensberatung anbieten“, sagt sie.

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