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Kiesabbau

03.03.2011

Stadt geht beim Grundwasser auf Nummer sicher

Fachbehörden sollen Antrag der Derchinger Firma Lindermayr unter die Lupe nehmen

Friedberg Im Derchinger Norden soll ein neues Kiesabbaugebiet entstehen. Die Firma Lindermayr hat beim Landratsamt Aichach-Friedberg den entsprechenden Antrag gestellt. Innerhalb von zehn Jahren sollen rund 179000 Kubikmeter Kies ausgebeutet und die Wiederbefüllung und Rekultivierung der Grube dann bis 2023 abgeschlossen sein.

In diesem Verfahren hat auch die Stadt Friedberg eine Stellungnahme abzugeben. Im Bauausschuss gab es vor allem wegen möglicher Auswirkungen auf den Grundwasserstand eine Diskussion. Im Prinzip dürfen in Bayern ausgebeutete Kiesgruben nicht wieder verfüllt werden, um die Grundwasserströme nicht zu behindern. Die Folge wären neue Baggerseen. Da die Abbaugebiete bei Derching jedoch nahe am Flugplatz Mühlhausen liegen, könnten von den Wasservögeln Gefahren für die Flugzeuge ausgehen, der sogenannte Vogelschlag.

Bereits als das Landratsamt im Jahr 2002 der Firma Lindermayr einen Kiesabbau genehmigte, wurde sie bei der Verfüllung der Grube daher zur Anlage von Kiesbrücken verpflichtet. Diese 500 und 700 Meter langen und 12,50 Meter breiten Kiesstreifen sollen den Durchfluss des Grundwassers erleichtern. Sie waren auch Bedingung für die Zustimmung der Stadt zum Kiesabbau. Eine davon wurde bislang hergestellt, auf die zweite möchte die Firma Lindermayr verzichten.

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Denn die Kiesbrücke ist nicht nur teuer, sondern zeigt aus Sicht der Firma Lindermayr auch den gewünschten Entlastungseffekt nicht. Zudem habe es nicht die befürchtete negative Auswirkung der Wiederverfüllung auf den Grundwasserspiegel ergeben, argumentiert das Bauunternehmen, das sich auf die Ergebnisse der Pegelmessungen beruft. Die Entscheidung über den Wegfall der zweiten Kiesbrücke kann und will die Stadt jedoch nicht treffen. Dies obliege allein dem Wasserwirtschaftsamt als Fachbehörde und dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde. Nur auf der Grundlage einer ausführlichen positiven Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts sei eine Genehmigung möglich.

Verhandlungen bislang ohne Erfolg

Darüber hinaus steht die Stadt auch noch in Verhandlung mit der Firma Lindermayr, die für den Abtransport des Kieses städtische Teilflächen in Anspruch nehmen will. Die Stadt verlangt im Gegenzug, Aushub von eigenen Baumaßnahmen kostenlos in der neuen Grube ablagern zu können. Über die Menge sind sich die Parteien jedoch nicht einig geworden.

Öffentliche Auslegung Die Unterlagen für den geplanten Kiesabbau können noch bis einschließlich 17. März bei der Stadtverwaltung eingesehen werden. Bis zum 1. April können Betroffene dazu beim Landratsamt eine Stellungnahme abgeben.

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