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13.07.2008

Stadthalle verwandelte sich in ein Opernhaus

Wenn von einem Opernhaus die Rede ist, denkt man an einen Festsaal mit Plüschsesseln und nicht an die nüchterne Friedberger Stadthalle. Trotzdem verwandelte sie sich für einen Abend in eine Spielstätte für Sänger und die Staatskapelle Halle (Leitung: Karl-Heinz Steffens). Es war ein einmaliges Erlebnis für über 400 Zuhörer.

Sie und die Mitwirkenden hatten dem Publikum einen Ohrenschmaus und etwas fürs Auge geboten. Als Orchestermitglied verkleidet setzte Statistin Carolin Scholz ein musikalisches Räderwerk in Bewegung. Sie zog die Mitwirkenden wie ein Uhrwerk auf. Dann schlug in Friedberg eine spanische Stunde auf Französisch. Das mag sich etwas kompliziert anhören. Doch was sich da an erotischen Verwicklungen abspielte, ließ die Zuhörer schmunzeln. Merit Ostermann (Mezzosopran) fühlte sich in der Rolle der von den Männern umschwärmten Uhrmacherfrau sichtlich wohl.

Spielerisch leicht wirkte all dies. Doch der knapp einstündigen Oper war viel Proben- und Lernarbeit vorausgegangen. Die Münchner Sängerin Merit Ostermann beherrscht eigentlich kein Französisch. Satz für Satz musste sie sich darum in viel französischen Text quasi "hineinbeißen". Und weil auf der Bühne einige Aktion geboten war, war es für die Mitwirkenden auch körperlich anstrengend. So schwitzte Rainer Scheerer (Bass-Bariton) ein Kissen durch, das einen dicken Bauch darstellte. Dennoch - der Sängerin und ihren "Geliebten" war der Spaß an der Aufführung anzumerken und anzuhören. Das Publikum honorierte die Oper mit viel Applaus. "Ein Hoch auf Friedberg", meinte anschließend Tenor Michael Gann.

Die Operngala hatte etwas anders als geplant begonnen: Die Staatskapelle Halle führte die Ballettmusik "Ma mère l¿oye" (Mutter Gans) von Maurice Ravel rein konzertant auf. Die Multimedia-Inszenierung von Prof. Carolyn Abbate von der Harvard-Universität musste ausfallen. Wegen einer Erkrankung ihres Mannes musste die Musikwissenschaftlerin kurzfristig zurück in die USA. Karl-Heinz Steffens wollte dem Publikum keine "Bruchstücke" der Inszenierung zumuten. Aber auch rein musikalisch war das märchenhafte Ballettstück ein Genuss. "Seite 28

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