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Familie in Kissing und Mering

10.08.2018

Stadtranderholung beliebter denn je

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Voll ausgebucht ist die Stadtranderholung in Althegnenberg in diesem Jahr. Die Kinder stammen unter anderem aus Mering und Kissing, deren Bürgermeister sich nun vor Ort ein Bild von diesem traditionsreichen Betreuungsprojekt machten.
Bild: Aykut-Can Baytak

Seit über 40 Jahren organisiert der AWO-Kreisverband eine Kinderferienbetreuung mit abwechslungsreichem Programm. Warum das Angebot aktuell so gefragt ist

Während die Sommerferien für Kinder sechs Wochen schulfreie Zeit bedeuten, müssen die Eltern oft noch arbeiten. Wohin also mit den Kleinen? Der AWO-Kreisverband bietet für Kinder von sechs bis elf Jahren seit bereits über 40 Jahren eine Ferienbetreuung an. Von der Stadtranderholung in der Sportgaststätte der Gemeinde Althegnenberg können sich auch die Bürgermeister aus Mering und Kissing ein Bild machen.

„Die Betreuer hier verdienen großen Respekt für ihr soziales Engagement und ihr Verantwortungsbewusstsein“, lobt Kissings Bürgermeister Manfred Wolf die sechs freiwilligen Helfer. Zu ihren Aufgaben gehört es nicht nur, die Kinder beim Toben in der Turnhalle und auf dem Sportplatz zu beaufsichtigen, sondern auch mit ihnen zusammen zu spielen und bei Streitereien zu schlichten.

Auch Merings Bürgermeister Hans-Dieter Kandler und die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr schätzen das Angebot. „Wir kommen jedes Jahr hierher, um dieser Aktion die verdiente Anerkennung zu geben“, so Kandler.

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Da es bei außerschulischen Betreuungsprogrammen keine staatlichen Zuschüsse gibt, wird das Projekt größtenteils von der AWO selbst finanziert. Die Eltern zahlen für zwei Wochen Ferienbetreuung insgesamt 195 Euro. In diesen Kosten enthalten sind drei Mahlzeiten am Tag, zwei Ausflüge und der Bus, welcher die Kinder jeden Morgen von zuhause abholt und am Abend wieder heimfährt. „Bei finanziell benachteiligten Familien hilft auch die Kartei der Not oder die AOK bei der Kostendeckung“, meint Claudia Beckerbauer vom AWO-Ortsverband Kissing.

Mehr Anmeldungen als freie Plätze

Etwa 50 Kinder sind in diesem Jahr angemeldet. Wie Beckerbauer berichtet sei heuer die Nachfrage so hoch gewesen, dass einige keinen Platz erhielten. „Uns fehlen die Kapazitäten für mehr als eine bestimmte Zahl an Kindern“, erklärt die zweite Kreisverbandsvorsitzende. „Viele Eltern haben sich auch dieses Jahr mehr solcher Ferienangebote gewünscht.“ Daher gibt es neben der Stadtranderholung auch ein Angebot für Kinder, die für zwei Wochen in eine Jugendherberge in Weiden fahren.

Schon im März haben Eltern bei Jaromir Prochazka, dem Vorsitzenden der AWO Mering, angerufen, um ihre Kinder anzumelden. „Unsere Organisation bietet das schon seit über 40 Jahren an, aber so gut wie dieses Jahr wurde es selten angenommen“, berichtet er. Den Grund für die Beliebtheit der Ferienbetreuung sieht Prochazka darin, dass die Eltern ihre Kinder hier in guten Händen sehen. „Auch immer mehr Mütter haben einen Vollzeitberuf, weshalb sie für diese Art der Ganztagsbetreuung dankbar sind.“

Für die Kinder ist der Aufenthalt keineswegs eine Zeit, die sie absitzen müssen. Im Gegenteil. „Die meisten fragen am Ende der zwei Wochen schon, ob sie im nächsten Jahr wieder dabei sein dürfen“, sagt Isabel Ossner, die Leiterin der Betreuergruppe. Sie erinnert sich gerne an die Zeiten zurück, in denen sie selber hier ihre Sommerferien verbracht hat. „Für mich ist das eine der schönsten Erfahrungen, die ich als Kind gemacht habe“, meint sie. „Man findet neue Freunde, spielt den ganzen Tag Spiele und genießt die Ferien.“

Viel habe sich seitdem an der Sportgaststätte und der Außenanlage nicht verändert. Auch der Koch, Alfred Lang, ist immer noch derselbe wie zu ihrer Zeit. „Egal was Fredi macht, die Kinder lieben es. Sogar wenn mal Gemüse drin ist“, meint sie und lacht. Für Isabel, die vor zwei Wochen ihre Ausbildung zur Logopädin abgeschlossen hat, ist die Arbeit mit Kindern eine „Lebensaufgabe“. Für sie und die anderen Betreuer gibt es vor Beginn der Ferienbetreuung eine Schulung, in der sie unter anderem Erste-Hilfe-Kurse belegen oder Drogenpräventionsmaßnahmen lernen. „Das klingt vielleicht absurd, aber man muss Kinder in diesem Thema früh aufklären“, findet die 20-Jährige.

Die Turnhalle und die Sportanlage draußen bieten den Kindern die Möglichkeit, sich auszutoben. „Dabei sind immer Betreuer anwesend, die bei Unfällen helfen können“, so Isabel. Kleinere Verletzungen wie Schürfwunden oder Nasenbluten gäbe es immer wieder. Deutlich ungefährlicher geht es in der Gaststube zu, wo die Kinder jederzeit malen oder Memory spielen können. „Erst neulich haben wir von der AWO Schwaben eine Kiste mit aktuellen Brettspielen bekommen“, berichtet die Betreuerin.

Sie findet die Anlage in Althegnenberg ideal für Kinder. Die meisten von ihnen sind „Wiederholungstäter“, die heuer nicht zum ersten Mal dabei sind. „Im Schnitt kommen jedes Jahr nur etwa zehn neue Kinder dazu“, so Isabel. Das Highlight sind die Ausflüge, wie dieses Jahr in den Wildpark in Poing oder in Jimmys Funpark in Dasing. „Ich versuche den Kindern die Zeit hier so schön zu gestalten, wie auch ich sie damals erleben durfte“, meint die Betreuerin.

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