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Friedberg

21.03.2015

Stadtrat will die Osttangente

So schnell werden die Straßenbauer nicht anrücken. Doch die Augsburger Osttangente war Thema für den Friedberger Stadtrat.
Bild: Symbolbild: Julian Leitenstorfer

Friedberg ist vorne dran mit einer Resolution für das regionale Straßen-Großprojekt. Doch nicht alle sind dafür. Die Grünen sehen massive Nachteile in der Ostumgehung.

Als Chance für die ganze Region und auch für Friedberg sieht Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmannn ( SPD) das neu angedachte Straßenbau-Großprojekt Augsburger Osttangente. Eine Mehrheit des Friedberger Stadtrats sah dies ebenso. 26 zu 5 lautete die Entscheidung für eine Resolution. Damit wird an den Bundestag appelliert, eine Osttangente als vordringliches Projekt im künftigen Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen. Mit der damit favorisierten vierspurigen Bundesstraße würde eine durchgehende Verbindung zwischen der Autobahn bei Derching und der B 17 bei Königsbrunn entstehen (siehe Grafik). „Entsetzt“ reagierte Marion Brülls (Grüne). Gegen die Resolution stimmten die drei Grünen, Hubert Nießner ( ÖDP) und Peter Feile (SPD). Ostumgehung durch Königsbrunn: Bürger sind in Sorge

Osttangente soll vordingliches Projekt werden

Mit der Resolution ist die Stadt Friedberg vorne dran. Bürgermeister Eichmann geht davon aus, dass das Projekt weiteren Rückhalt findet bei Politikern in der Region. Landtags- und Bundestagsabgeordnete verschiedener Parteien mit Ausnahme der Grünen hätten schon ihre Zustimmung versichert.

Dies verdeutlichte gegenüber dem Stadtrat der stellvertretende Leiter des Straßenbauamts Augsburg, Uwe Fritsch: „Bis jetzt ist es ein Strich auf der Karte.“ Der Einstieg in die richtige Planung erfolge erst dann, wenn der Bund den Bedarf für das Projekt festgestellt hat.

Nötig ist die Osttangente aus Sicht des Straßenbauamts aufgrund der vorhergesagten Verkehrszunahme auf der AIC 25 neu und der B2. „Das System ist am Rande des Limits“, prophezeite Fritsch. Das massivste Problem gebe es schon jetzt in der Ortsdurchfahrt Kissing. Der Straßenbauamts-Experte nannte folgende Ziele des Projekts:

Verteilung des Verkehrs auf zwei leistungsfähige Achsen im Westen (B 17) und Osten (Osttangente) von Augsburg.

Verbesserung des Verkehrsabflusses mit verkürzten Fahrzeiten ohne Kreuzungen und Ampeln.

Mehr Verkehrssicherheit beispielsweise durch weniger Auffahrunfälle infolge von Stop-and-go.

Entlastung von Anwohnern von Schleichverkehr. Außerdem sieht Fritsch Möglichkeiten zu mehr Lärmschutz als an einer bestehenden Straße.

Chancen für die kommunale Entwicklung durch eine verbesserte Verkehrsanbindung.

Grüne kritisieren das Projekt in Friedberg

Im Friedberger Stadtgebiet würde die Trasse hauptsächlich auf der bestehenden AIC 25 neu und dem Chippenhamring beziehungsweise daneben verlaufen. Der Flächenverbrauch würde sich demnach aus Sicht von Bürgermeister Eichmann in Grenzen halten.

Ganz anders sahen dies die Grünen. Marion Brülls sagt massive Nachteile für Friedberg voraus. Die Stadträtin prophezeite Widerstand gegen das Straßenbauprojekt.

Die Grünen und der Bürgermeister lieferten sich mehrere, teils scharfe, Wortgefechte. Eichmann warf Stadträtin Claudia Eser-Schuberth (Grüne) in diesem Zusammenhang „Realitätsverweigerung“ vor.

Eine Rolle in der ausführlichen Stadtratsdebatte spielte die angedachte Friedberger Nordumgehung. Davon versprechen sich Anwohner der B 300 eine Entlastung. Aus Gesprächen mit Verkehrsexperten in Berlin hat Eichmann die „klare Aussage“ mitgebracht, dass die Nordumgehung in den nächsten 15 Jahren keine Chance auf Verwirklichung hat. Stattdessen hofft der Bürgermeister, dass sich das Problem mit der Osttangente teilweise lösen lässt. Straßenbauamtsvertreter Fritsch verwies darauf, dass bei einer Verwirklichung einer vierspurigen Osttangente die B 300 abgestuft werden könnte. Erst dann wären laut Fritsch in der Friedberger Ortsdurchfahrt der B 300 Verkehrsbeschränkungen, wie eine Tonnagenbegrenzung, möglich.

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