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Gemeinderat

28.02.2015

Steinacher Feuerwehrhaus ist keine Luxusvilla

Landratsamt macht Bürgermeister Martin Walch mit Auflagen für den Flächennutzungsplan keine Geburtstagsfreude

An seinem 66. Geburtstag erhielt Bürgermeister Martin Walch von Eugen Seibert stellvertretend für den Gemeinderat herzliche Glückwünsche und auch im übertragenen Sinne mit dem erfolgreichen Konzept für die Wassersportler am Mandichosee ein großes Geschenk (wir berichteten). Doch die Freude währte nicht lange, denn das Landratsamt hatte eine ganze Litanei von Auflagen zur Änderung des Flächennutzungsplans für das neue Feuerwehrhaus in Steinach im Gepäck. „Es geht hier nicht um eine Luxusvilla für den Bürgermeister oder ein Luxushotel – wir sprechen hier von einem Feuerwehrhaus, das direkt an der B2 zentral seine Dienste tun soll“, reagierte Walch enttäuscht und verärgert.

Dass für diesen Neubau Notwendigkeit besteht, hatten im vergangenen Jahr zwei tragische Unfälle deutlich gezeigt. Auf die Genehmigung dieser Planung hatte der Gemeinderat dringend gehofft und viele Gespräche im Vorfeld mit den Behörden gemeinsam mit der Architektin Elisabeth Oswald geführt, damit der Flächenänderungsplan so in Angriff genommen werden kann. Während es sich bei den Stellungnahmen etwa vom Abwasserverband, dem Amt für Denkmalpflege oder der Telekom um kleinere Hinweise handelte, hatte die Untere Naturschutzbehörde einige Einwände. Dies schürte wieder einmal die Emotionen im Gemeinderat. Josef Failer glaubte Widersprüchlichkeiten in der Bepflanzungsvorschrift zu erkennen – aber ganz besonders, als es um die Ablehnung der geplanten Ausgleichsfläche ging, wurden die Räte hellhörig.

Diese wurde „aufgrund der Nähe zur B2“ abgelehnt und würde auch, sofern die Räte keine Lösung fänden eine Ablehnung des Antrags mit sich ziehen. „Das Problem ist nur, ich hab in Steinach keinerlei Ausgleichsfläche“, bekannte Bürgermeister Martin Walch. „Es ist für mich unverständlich, dass die vorgesehenen Ausgleichsflächen, die unmittelbar am Gebäude angrenzend geplant waren, abgelehnt worden sind – sie sind dort, wo sie hingehören.“ So müsse man zumindest vorläufig, um die Zeitplanung nicht zu gefährden, auf die Flächen im Lechfeld, die sich an die Parkplätze des Mandichosees anschließen, zurückgreifen, auch wenn man zeitgleich intensiv nach einer Ausgleichsfläche in Steinach suchen wolle.

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Die nächste Ausgleichsfläche brauche man bestimmt – „die Segler wollen ja auch bauen“. Dafür entschied sich die Mehrheit der Räte am Ende auch – doch Josef Kinader platzte der Kragen: „Wir lassen uns jedes Mal vergewaltigen und müssen aufs Lechfeld zurückgreifen, weil es prinzipiell keine Alternative gibt: Denn wir sind unter Zeitdruck! Genau das wollen die im Amt.“ Immer wieder war dies bereits Thema im Gemeinderat gewesen, auch in der Bürgerversammlung war dieser Punkt scharf von Gottfried Wecker kritisiert worden: Insbesondere deshalb, weil die für die Landwirte wertvolle Humusschicht zugunsten einer Magerwiese entfernt werden soll. Die Humusschicht wurde von den Landwirten in jahrzehntelanger Arbeit gepflegt und auf dem unwegsamen Gelände von Steinen befreit, um sie landwirtschaftlich rentabel zu machen.

Da half es wenig, dass Geschäftsführer Bernhard Frank informierte: „Der Flächenverbrauch soll reduziert werden – die Ausgleichsflächen sind Gesetz.“ Natürlich unterläge auch hier die Auslegung des Gesetzes einem gewissen Spielraum. Auch Josef Failer hatte für dieses Prozedere wenig Verständnis. „Wir sitzen ja dort, wo viele Landkreise aneinandertreffen – und ich beobachte, dass es in keinem der angrenzenden Landkreise so scharf durchgezogen wird wie bei uns.“ Auch er plädierte für ein gemeinsames Gespräch mit anderen Gemeinden und der Unteren Naturschutzbehörde.

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