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Steindorf

26.06.2019

Steindorf hat bald nur noch eine Feuerwehr - statt vier

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2 Bilder
Die einzelnen Ortsteile der Gemeinde Steindorf wollen sich zu einer großen Feuerwehr zusammen schließen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Die Steindorfer Ortsteile geben ihre einzelnen Feuerwehren zugunsten einer großen auf. Welche Chancen und Herausforderungen bringt das mit sich?

Viele Jahrzehnte gab es in Steindorf vier freiwillige Feuerwehren. Jeder Ortsteil hatte seine eigene. Doch das ist bald vorbei. Die Gruppen im Hauptort, in Eresried, Hausen und Hofhegnenberg wollen in Zukunft eine große Gemeindefeuerwehr bilden.

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Der Steindorfer Kommandant Wolfgang Klaßmüller erklärt, dass es das im gesamten Landkreis bisher nur einmal gegeben hat. In Petersdorf seien vor kurzem Feuerwehren zusammengelegt worden. „Im Grunde ist das für uns Neuland“, sagt er.

In Steindorf sei die Entwicklung vor zwei Jahren angestoßen worden. Die Gemeinde hatte einen Feuerwehrbedarfsplan erstellen lassen. Daraus ergab sich, dass die Kommune die Anforderungen des Brandschutzes mit der jetzigen Struktur der Feuerwehren nicht erfüllen kann. Das kam nicht überraschend für die Feuerwehren.

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Feuerwehr muss in zehn Minuten am Einsatzort sein

Michael Kreuzer, stellvertretender Kommandant in Hofhegnenberg, sagt, dass die einzelnen Gruppen schon seit vielen Jahren tagsüber nicht genug ehrenamtliche Einsatzkräfte stellen könnten. „Die meisten arbeiten außerhalb der Gemeinde.“ Die Feuerwehr müsse in höchstens zehn Minuten nach Eingang der Meldung bei der alarmauslösenden Stelle am Einsatzort sein. Das sei nur mit ausreichender Stärke zu gewährleisten.

Auch habe keine der Gruppen Atemschutzgeräteträger in ihren Reihen. Das sei aber nötig – auch in Steindorf – zum Beispiel bei Einsätzen im Gewerbegebiet. Des Weiteren habe sich das Aufgabenfeld verändert: weg von der Brandbekämpfung hin zur technischen Hilfeleistung. Die Feuerwehr werde heutzutage mehr gebraucht, um bei Unfällen Menschen aus Autos zu befreien, nach Unwettern Straßen frei zu räumen oder auch Wohnungen zu öffnen. Dafür werde aber die entsprechende Ausrüstung benötigt.

Neues Löschfahrzeug passt in keines der Feuerwehrhäuser

Die neue Feuerwehr in Steindorf soll daher einen neuen Wagen bekommen: ein Löschgruppenfahrzeug 10 – kurz LF 10. Die alten stammen teilweise aus den 1980-Jahren und entsprechen absolut nicht mehr den aktuellen Anforderungen.

Im Hinblick auf das neue Fahrzeug gibt es aber ein Problem. „Das passt gar nicht in die bestehenden Feuerwehrhäuser hinein“, sagt Klaßmüller. Auch deshalb soll ein gemeinsames für Steindorf, Hausen und Hofhegnenberg gebaut werden. Der Gemeinderat hat bereits zugestimmt. Bei der vergangenen Bürgerversammlung sagte Bürgermeister Paul Wecker, dass das neue Feuerwehrhaus voraussichtlich knapp 800000 Euro und das Fahrzeug rund 400000 Euro kostet.

Die Gruppe in Eresried verfügt bereits über ein moderneres Gebäude. Wie der zweite Kommandant Lorenz Haas erklärt, haben die Mitglieder es mit viel Eigenleistung aufgebaut. Platz genug für ein LF10 wäre in der Garage. Bisher verfügt die Gruppe aber nur über einen Anhänger. Im Bedarfsplan sei vermerkt, dass auch Eresried ein modernes Fahrzeug benötigt. „Es gibt aber noch keinen Beschluss vom Gemeinderat“, sagt Klaßmüller. Grundsätzlich soll Eresried zukünftig auch zur Gemeindefeuerwehr gehören. Die Löschgruppe bleibt aber eigenständig, weil sie auch im Nachbarlandkreis Fürstenfeldbruck eingesetzt wird.

Steindorfs neue Feuerwehr braucht einen Kommandanten

Am 24. Juli soll nun gewählt werden. Die zukünftige Gemeindefeuerwehr darf einen Kommandanten und zwei Stellvertreter haben. Wer die neuen Ämter besetzen soll, damit wollen die Feuerwehren noch nicht herausrücken. Es sei aber intern darüber beratschlagt worden, wie die zukünftige Führung aussehen soll. „Wichtig ist, dass wir miteinander funktionieren. Es muss dafür eine Infrastruktur aufgebaut werden“, sagt Kreuzer. Beispielsweise müssten die künftigen Atemschutzträger ausgebildet und die neuen Geräte eingerichtet und gewartet werden. Viel von ihrem alten Equipment brauchen die Gruppen nicht in das neue Feuerwehrhaus mitzunehmen. „Die Pumpe, Besen und ein paar Schläuche“, sagt Kreuzer und schmunzelt.

Die Modernisierung werde von den Mitgliedern getragen. „Wir haben eine Abstimmung gemacht, 90 Prozent waren dafür“, sagt Kreuzer. Die Feuerwehrleute sehen auch eine Chance, ihre Attraktivität zu steigern und neue, junge Mitglieder zu gewinnen.

Sie schätzen, zukünftig eine Gruppe von rund 40 Einsatzkräften stellen zu können. Durch den Zusammenschluss seien auch genügend Mitglieder in einer Löschgruppe, um tagsüber einsatzbereit zu sein. Das neue Feuerwehrhaus soll zwischen Steindorf und Hofhegnenberg gebaut werden. Klaßmüller sagt: „Der Feuerwehrbedarfsplan hat ergeben, dass das der ideale Standort wäre und die Gemeinde kümmert sich um das Grundstück.“ Das Ziel der Mitglieder ist, dass das Haus 2021 steht. Das neue Fahrzeug soll parallel dazu angeschafft werden. Die Gemeinde müsse mit einem Planungsbüro zusammenarbeiten, da eine europaweite Ausschreibung nötig sei.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Nur noch eine Gemeindefeuerwehr für Steindorf

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