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Brauchtum

12.01.2019

Sternsinger kämpfen nicht nur mit Eis und Schnee

Die Sternsinger sammeln Spenden – und Erfahrungen. Nicht überall sind diese gut. Unser Bild zeigt eine Gruppe aus Mering.
Bild: Bernhard Weizenegger

Dieses Jahr sammeln die Heiligen Drei Könige für Kinder in Peru. Viele Menschen freuen sich über den Besuch. Doch einige Gruppen machen auch schlechte Erfahrungen

Im Wittelsbacher Land zogen wieder viele Sternsinger-Gruppen von Haus zu Haus und sammelten Spenden. Oft öffneten die Bürger freundlich ihre Türen, doch einige Kinder berichteten auch von unschönen Begegnungen. „Da werden wir in den dritten Stock hinaufgebeten, nur um dann zu hören: ,Wart ihr aber sportlich!‘ – und schwupps wird die Tür zugeschlagen“, erzählt eine Sternsingerin aus dem Landkreis-Süden.

In Friedberg war das Wetter nur mäßig gut, als die Kinder und Jugendlichen als Sternsinger unterwegs waren. Sie kamen, verglichen zum vergangenen Jahr, nur langsam voran. Umso mehr freuten sich die Ministranten über die vielen freundlichen Menschen und offenen Türen. „Die Sternsinger wurden zwar nicht überall mit der gleichen Begeisterung empfangen, doch Ausfälle gab es keine“, erzählt Pfarrer Steffen Brühl. Die gesammelten Spenden seien noch nicht vollends ausgezählt, aber es werde wohl etwas weniger als im vorigen Jahr sein. Das gesammelte Geld geht an die Kinderheime der Pallottiner in Indien.

Verantwortlich für die Dasinger Sternsinger waren Gemeindereferentin Astrid Unterburger, Diakon Karl-Heinz Neumann und seine Frau Irmtrud. Die 13 Ministrantengruppen sammelten ganz unterschiedliche Erfahrungen. „Manche wurden zu einer heißen Tasse Schokolade eingeladen, andere sollten an der Haustür warten und wurden dort dann stehen gelassen. Es gab auch ein paar Bürger, die den Sternsinger-Brauch ablehnten“, berichtet Unterburger. In diesem Jahr wird das Geld an das Sternsinger-Projekt „Yancana Huasy“ in Peru gesendet. Vorort wird die Betreuung von Kindern, die mit einer Behinderung leben, gefördert. In Dasing brachten die Verantwortlichen den Ministranten das Projekt näher, indem sie gemeinsam den Film „Unterwegs für die Sternsinger: Willi in Peru“ ansahen. In diesem stellt Reporter Willi Weitzel „Yancana Huasy“ in Peru vor.

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In Mering waren sechs Gruppen an fünf Tagen unterwegs. Die Betreuung der Sternsinger übernahmen Pastoralpraktikant Daniel Dambacher und Gemeindereferentin Sabrina Jehle. Die Ministranten berichteten überwiegend positiv von ihren Einsätzen. „Ich bin selbst als König mitgelaufen“, erzählt der Pastoralpraktikant, „und natürlich gab es den ein oder anderen, der mit uns Sternsingern nicht so viel anfangen konnte.“ Eine andere Ministrantin berichtet, dass ihnen sogar die Tür vor der Nase zugemacht worden sei. „Das ist nicht immer schön“, meint sie. Aber es gab auch positive Erlebnisse. So seien sie zum Beispiel von Menschen eingeladen worden, die sonst gar nichts mit der katholischen Kirche am Hut haben. „Eine syrische Familie hat uns zu Tee und Gebäck eingeladen“, erzählt die Ministrantin weiter.

Durchweg positiv ist auch die Bilanz aus Kissing. Pfarrer Alfredo Quintero hat dieses Jahr die Fußgruppen von St. Stephan in Altkissing und St. Bernhard in Neukissing organisiert. Die Erlöse kommen der bundesweiten Sternsingeraktion zugute. „Es gab heuer eine Neuerung“, berichtet der Pfarrer: „Auch Geschwisterkinder von Ministranten, die selbst noch nicht in unserem Team sind, durften mitlaufen.“ Das sei gut aufgenommen worden. Quintero hat sich beim gemeinsamen Pizzaessen bei den Sternsingern umgehört. Auch er hat keine großen Beschwerden vernommen, wobei sicherlich der ein oder anderen Gruppe einmal die Tür verschlossen geblieben sei. „Das Essen ist ein Dankeschön für den enormen Einsatz“, sagt er. Insgesamt sammelten die Kissinger Sternsinger 7133,27 Euro. „Wobei noch immer Menschen hier vorbeikommen und im Pfarrbüro ihre Spenden abgeben“, so Alfredo Quintero.

In der Pfarreiengemeinschaft Merching organisieren die älteren Ministranten die Aktion. Pfarrsekretärin Birgit Zaiser berichtet, dass die Gruppen zum Großteil mit viel Freude aufgenommen worden seien. „Natürlich kommt es immer wieder mal vor, dass Menschen den Brauch nicht kennen oder nicht mit der Kirche verbunden sind und dann den Sternsingern nicht die Tür aufmachen oder sagen, dass sie nicht spenden wollen“, schildert Zaiser. Doch das finde in gemäßigtem Ton statt.

Viele sind vom Besuch der Heiligen Drei Könige so angetan, dass sie sie sogar zu Tee und Lebkuchen oder heißen Würstchen einladen. „Hier bei uns auf dem Land freut man sich noch über die Tradition des Sternsingens, und das bekommen unsere Fußgruppen auch zu spüren.“ "Seite 3, "Diese Woche

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