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Lesung

09.11.2018

Tatortstimmung in der Buchhandlung

Andreas Pflüger begeistert das Friedberger Publikum bei der Vorstellung seines Kriminalromans „Niemals“. Foto: Daniela Conzelmann

Andreas Pflüger liest in Friedberg aus dem zweiten Band seiner Krimitrilogie um die blinde Polizistin Jenny Aaron vor

„Stell dir vor, du erbst zwei Milliarden Dollar von deinem Todfeind.“ Mit diesem Satz beginnt der Klappentext zu „Niemals“ von Andreas Pflüger. Dieser war zu Gast in der Buchhandlung Lesenswert. Der „Tatort“-Drehbuchautor stellte hier den zweiten Band seiner Krimitrilogie über die blinde Polizistin Jenny Aaron vor.

Zu Beginn der Geschichte hadert die hübsche Polizistin mit ihrem Schicksal. Ihre Erblindung, die ihr bei einem Einsatz durch einen Schuss zugefügt wurde, ist eine schwere Last für die sonst so selbstbestimmte Frau. Ständige Zweifel plagen sie: Soll sie zu ihrer Spezialeinheit zurückkehren? Will sie das überhaupt? Doch dann wird ihr die Entscheidung abgenommen: Sie muss zurückkehren, denn ihr alter Erzfeind vererbt ihr nach seinem Tod zwei Milliarden Dollar.

Andreas Pflüger wurde im Oktober 1957 in Thüringen geboren, wuchs in Saarbrücken auf und lebt seit Langem in Berlin. Dort war er 1987 Mitbegründer der Comédie Berlin, wirkte an Theater-, Revue- und Musicalproduktionen mit und etablierte sich als Hörspielautor. Bis heute schrieb er die Drehbücher für 25 „Tatort“-Krimis. Sein erstes Buch der Jenny-Aaron-Trilogie war drei Monate hintereinander unter den Top Drei der Krimizeit-Bestenliste und auf der Shortlist für den Crime-Cologne-Award. Die Redaktion von iTunes wählte „Endgültig“ zum Thriller des Jahres 2016. „Das ist ganz große Erzähl- und Krimikunst“, urteilt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, das Deutschland- radio Kultur findet: „In einem Wort: grandios!“

Bereits mit acht Jahren wusste Andreas Pflüger, dass er Schriftsteller werden wird. „Ich habe Kurzgeschichten geschrieben und diese im Familienkreis für 50 Pfennig verkauft“, so Pflüger. Wichtig ist ihm, so zu schreiben, dass es ihm gefällt. Und nicht nur für die Leser. So entspringen seine Romane zunächst einer groben Idee. Seine Figuren können sich deshalb selbst entwickeln. Er gibt offen zu, dass er dabei auch schon mal emotional wird und sich auch zu Tränen rühren lässt. Für ihn ist es von großer Bedeutung, dass er sich so in die Figur hineinversetzen kann, dass er quasi zu diesem fiktiven Menschen wird. Genauso viel Emotion legte Andreas Pflüger auch in das Vorlesen. Durch seine Mischung aus Hintergrund-informationen und dem Lesen aus dem Buch schaffte er es, dass die zweieinhalb Stunden wie im Flug vergingen. Zudem ist er ein ruhiger Erzähler, der es versteht, sein Publikum humorvoll und mit einem Augenzwinkern zu fesseln. So erfuhren die Zuhörer nicht nur einiges über die einzigartige Protagonistin, sondern auch über den Autor selbst, über seine Art zu schreiben und natürlich auch viel über das Thema Blindheit.

Insgesamt las Andreas Pflüger drei Passagen aus dem Buch vor. Man könnte sich ihn durchaus auch als Sprecher für die Hörbücher vorstellen, was zwar im Gespräch war, Andreas Pflüger aber ablehnte.

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