Newsticker

München überschreitet Corona-Grenzwert
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Tauschgeschäfte und Barttest

19.07.2010

Tauschgeschäfte und Barttest

Historisches Jawort im Schloss: Anja und Philipp Eisele.
8 Bilder
Historisches Jawort im Schloss: Anja und Philipp Eisele.

Fahndungserfolg der Soko Slip Weil den Cordonisten beim Blick in die Höhe der Hut herunterfallen würde, hatten die Ordnungshüter den Frevel gar nicht bemerkt. So musste das fahrende Volk selber ermitteln, wer ihnen einen neumodischen Slip an die Leine gehängt hatte. Zunächst wurde fälschlicherweise Akrobaten eine Nacht-und-Nebel-Aktion unterstellt. Doch dann verplapperten sich zu später Stunde die Redaktionsbauern. Sie wurden als die Slip-Sünder überführt.

Es hört gleich auf Zusammenrücken war im Ausschank des fahrenden Volkes angesagt, als in der Nacht zum Samstag ein Wolkenbruch niederging. "Es hört gleich auf", prophezeite "Zigeunerin" Stefanie Brackmann. Ein bisschen länger dauerte es dann aber doch. Und am Samstagabend war es dann ähnlich. Nur, dass diesmal die Redaktionsbauern mit ihren Regenprognosen "Es lässt, nach!", "Da hinten wird's heller!" usw. jedes Mal ein Donnergrollen heraufbeschworen.

Barttest Eine andere aus den Reihen des fahrenden Volks, Andrea Andorf, nutzte die nächtliche Stunde zu einem Barttest - Wange an Wange mit Stadtwächtern und Redaktionsbauern. Ihr Urteil lautete: Mal mehr, mal weniger stachelig.

Urkunde für Tänzerinnen Nach ihrem letzten Auftritt zogen die 27 Mädchen der Tanzwerkstatt zu Stadtschreiber Manfred Kindelbacher. Jede Tänzerin bekam von ihm ihre persönliche Urkunde überreicht. Damit wurde bestätigt, dass die hochlöbliche Person "mit großer Befleißigung, Opfer und Müh und auch mit viel Freidt und geziemetlicher Aufmerksamkeit theilgenommen".

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ernster Einsatz für die Cordonisten Zum ersten Mal, seit sie auf dem Fest vertreten sind, hatten die Cordonisten in der Nacht zum Samstag einen ernsten Einsatz: Ein Betrunkener machte Randale. Nachdem ihn die Security nicht besänftigen konnte, wurden die Cordonisten gerufen. Doch auch die kamen nicht weiter - und mussten sich zudem übel beleidigen lassen. "Dann haben wir die richtige Streife geholt und der Störenfried hat dann die Nacht im Arrest verbracht", so Cordonist Peter Seidenbusch.

Erste Hilfe geleistet In der gleichen Nacht mussten die Ordnungshüter Erste Hilfe leisten. Ein Mann war in der Ludwigstraße gestürzt, mit dem Kopf aufs Pflaster geknallt und bewusstlos liegen geblieben. Die Cordonisten leisteten Erste Hilfe und holten die Sanitäter, die sich dann um den Verletzten kümmerten.

Hand-Zimmer-Böller Mit deutlich leiseren "Schüssen" warten die Wulfertshauser Schützen nach 22 Uhr auf dem Fest auf. Statt mit den ohrenbetäubenden Vorderladern wird mit den "Hand-Zimmer-Böllern" leise Salut geschossen. Die kleinen Pistölchen lassen ein nettes "Plopp" erklingen und erschrecken garantiert niemanden.

Dach für die Sau Mit Humor nahm Tom Lutz vom fahrenden Volk die Tatsache, dass er beim Schweinegrillen am Lagerfeuer vorne geröstet und hinten vom Regen durchweicht wurde. "Jetzt weiß ich, warum die Sau so gegrinst hat, als sie auf dem Spieß steckte. Sie ist europaweit die einzige Sau, für die man ein Dach gebaut hat, während das Herrle nass wird."

Bild für die Cordonisten Damit es nicht mehr "gar so nackert" ausschaut, schenkte das Glaserehepaar Beate und Karl Burger den Ordnungshütern ein Glasbild mit Friedberg-Motiven.

Jawort im Schloss

Historisch geheiratet Mehrere Paare ließen sich von Bürgermeister Dr. Peter Bergmair historisch trauen. Im Rittersaal im Schloss gaben sich Anja und Philipp Eisele in historischen Gewändern das Jawort. Begleitet von zwei Cordonisten fühlte sich das Brautpaar in der romantischen Umgebung wohl. Nicht nur Stadträtin Silvia Schwab und Steuerkanzlei-Chef Hans Schwab, die Eltern der Braut, freuten sich über das Ambiente. Zum Festmahl ging's aufs Altstadtfest zum Bruder in die Bäckerei Schwab. Und über eine romantische Waschung in der Badestube kamen die Frischvermählten natürlich nicht herum.

Kalender braucht noch Zeit Dass auch zehn Festtage noch zu wenig sein können, das musste Uhrmacher Dieter Sanders erfahren. Sein "immerwährender mechanischer Kalender" wurde nicht ganz fertig. Zu heiß war es anfangs, zu schwierig die filigrane Arbeit. Die Fortschritte aber waren unübersehbar - mal schauen, ob das Stück beim nächsten Stadtfest die Auslage des Uhrmachers ziert.

Tausche Fisch gegen Glas Eine nette Aktion spielte sich bei der Glaserei Burger ab. Die Fischer tauschten für Räucherfisch und andere Leckereien aus Fluss und See ein bleiverglastes Bild einer Forelle ein. Das hatte Karl Burger schon beim zweiten Altstadtfest 1992 angefertigt und nun den Fischern quasi "im Tausch" überlassen. Der Handel wurde so dargeboten, wie es früher üblich war. Franz und Emma Leopold sowie Helmut Schreiner von den Fischern legten auf ein Tablett eine Köstlichkeit nach der anderen ab, die aus einem historischen Weidenkorb hervorgezaubert wurde. Es lagen schon allerlei Fische auf dem Tablett, ehe Karl und Beate Burger sowie Sohn Andreas in den Handel einschlugen. Mit einer deftigen Brotzeit - die übrigens nicht nur aus Fisch bestand - wurde das Geschäft besiegelt.

Semmelspende Auch diesmal beteiligten sich die Friedberger Bäcker am zweiten Festsonntag wieder an der Herzog-Georg-Semmelspende nach der Festandacht. Stadtpfarrer Markus Hau segnete die Semmeln aus Zopfteig - und verteilte sie mit den Bäckern an die Kirchgänger. Der Brauch geht auf eine Almosenstiftung aus dem Jahr 1495 zurück, die Herzog Georg der Reiche ins Leben gerufen hatte und war vor drei Jahren erstmals wiederbelebt worden.

Acht lebende Bilder In acht "lebenden Bildern" stellte der historische Förderverein "Bayerischer Hiasl" Kissing das Leben des Matthias Klostermayr im Hafnergarten nach - und wurde gerade noch vor dem großen Regen fertig.

(scha/pkl/pt)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren