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Mering

13.05.2019

Teufelstanz und West Side Story für die Meringer Mütter

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 Die größte Herausforderung sah Dirigent Philipp Kufner in der Ouvertüre zu "Die Lustige Witwe" von Franz Lehar.
Bild: Heike Scherer

Dirigent Philipp Kufner begeistert mit der Meringer Kolpingkapelle die Besucher mit einem abwechslungsreichen Programm. Das war die größte Herausforderung für die Musiker.

Für Edith Schnitzler ist es eine Tradition, am Muttertag die Matinee der Kolpingkapelle Mering in der Mehrzweckhalle zu besuchen. Danach wollte sie mit ihrem Mann auf dem Volksfest zu Mittag essen und abends noch das Konzert „Greg is back“ in Gersthofen besuchen. Auch Claudia Riesinger kam wie jedes Jahr mit ihren beiden Töchtern, um sich das Konzert am Vormittag anzuhören. Viele Mütter und Großmütter besuchten mit ihren Familien die Matinee und zeigten mit viel Beifall, wie begeistert sie waren.

Bereits seit Januar hatten die Musiker die Stücke dienstags gemeinsam geübt. Außerdem probten die einzelnen Instrumentengruppen zusätzlich. Dirigent Philipp Kufner war mit der Leistung des Orchesters sehr zufrieden. Die Matinee sei aufgrund der Nähe zum Publikum und dem vielen Beifall für ihn der schönste Termin des Jahres.

Der Vorsitzende Klaus-Dieter Ruf begrüßte als besondere Ehrengäste die Vertreter der Gemeinde und Kirchen, die Sponsoren und Fördermitglieder. Der Ehrenbürgerin Ellen Kratzer gratulierte er zu ihrem 95. Geburtstag, den sie am Samstag gefeiert hatte.

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Rhythmische Schläge auf den Amboss

Als erstes Stück hatte Dirigent Philipp Kufner die „Feuerfest“-Polka von Josef Strauß, dem Bruder des bekannten Wiener Walzerkomponisten Johann, ausgesucht. Die Polka komponierte der Ingenieur 1869 im Auftrag der Firma Wertheim anlässlich des Verkaufs des 20000 eisernen und feuerfesten Tresors. Da sein Bruder Johann zu dieser Zeit völlig erschöpft war, musste er für ihn als Kapellmeister einspringen und zeigte, dass er auch musikalisches Talent besaß. Markenzeichen der Polka waren die rhythmischen Schläge auf dem Amboss, die Felix Hermle spielte.

Danach folgte der „Teufelstanz“ des Komponisten Joseph Hellmesberger, der nur drei Zuhörern bekannt war. Für das viereinhalb Minuten dauernde spannende, schnelle und überaus anspruchsvolle Werk in der besonderen Tonart „Phrygisch“ erhielten die Musiker Bravorufe. Als größte Herausforderung sah Dirigent Philipp Kufner allerdings die Ouvertüre aus „Die lustige Witwe“. Schon im Januar entschied er sich für dieses „phantastische Meisterwerk“, das Franz Lehar 35 Jahre nach der Uraufführung auf Drängen von Veranstaltern zu der mit 300000 Aufführungen sehr erfolgreichen Operette hinzukomponierte. Das Stück war abwechslungsreich, enthielt Melodien zum Träumen, aber auch Teile, die an Vogelstimmen, einen Tanz oder Spaziergang erinnerten.

Die Geschichte um Eliza Doolittle endet tragisch

Der Übergang zum Musical erfolgte mit Melodien aus „My Fair Lady“. Frederick Loewe schrieb im Jahr 1956 die Musik zu der amüsanten Geschichte um das Blumenmädchen Eliza Doolittle, der Professor Higgins aufgrund einer Wette ihren Slang abgewöhnen und eine feine englische Aussprache beibringen wollte. „Obwohl es ihm gelang und er sich in Eliza verliebte, endet die Geschichte tragisch, weil sie zuletzt doch ihren langjährigen Freund Freddy heiratet“, verriet Kufner.

Der Höhepunkt der Matinee war allerdings die ein Jahr später nach der literarischen Vorlage von Shakespeares „Romeo und Julia“ entstandene „West Side Story“ von Leonard Bernstein. „Es ist für mich einer der größten Musiker des 20. Jahrhunderts und es geht darin um ein Pärchen aus den rivalisierenden Straßengangs Jets und Sharks. Zuletzt stirbt Tony in den Armen von Maria, weil er erschossen wurde“, wusste Kufner zu erzählen. Die Besucher genossen das vielseitige Stück mit Elementen aus Klassik, Oper und lateinamerikanischen Rhythmen. Beim Mambo klatschten einige sogar mit. Nach langanhaltendem Beifall spielte das Orchester noch das vom Dirigenten als „Galopp Infernale“ angekündigte Stück, dessen Titel die Besucher nach drei Takten erraten würden. Es war der „Cancan“ aus Orpheus in der Unterwelt. Zuletzt folgte traditionell der Radetzkymarsch.

Sommerkonzert Am 13. Juli gibt es ab 18 Uhr im Lippgarten ein gemeinsames Konzert der Kolpingkapelle mit Gästen aus der Schweiz.

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