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Ried

04.11.2019

Theater in Ried: Ein Scheich mischt das Dorf auf

Die Tegernbrunner bestaunen den „Scheich“ (Andreas Seidel) und sein Gefolge (Anna Seidel, Anna Giggenbach und Lena Häckl)in der Aufführng der Theaterfreunde Ried.
Bild: Peter Stöbich

Die Theaterfreunde Ried feiern Premiere mit ihrem Stück „1001 Nacht in Tegernbrunn“.

Schon seit vielen Jahrzehnten ernten die Theaterfreunde in Ried großen Beifall für ihre einfallsreichen Inszenierungen. Das war auch vergangenes Wochenende bei zwei erfolgreichen Aufführungen des Stücks „1001 Nacht in Tegernbrunn“ der Fall. Ein Dutzend Laiendarsteller unterhielt das Publikum besser, als das bei vielen Fernsehsendungen der Fall ist – eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, wie viel Mühe und Zeit die Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen in ihrer Freizeit aufwenden.

Dem Dorf Tegernbrunn geht es nicht anders als manchen Gemeinden im Augsburger Umland: In der Kasse herrscht Ebbe, sodass nicht einmal ein Radständer angeschafft werden kann. Deshalb suchen Bürgermeister Penz (Alois Bachmeier) und Klinikbesitzer Dr. Knoll (Klaus Speidel) Investoren aus der arabischen Welt.

Theater in Ried: Ein Scheich soll Geld in die Gemeindekasse bringen

Ihr Vorhaben, zahlungskräftige Medizintouristen ins beschauliche Tegernbrunn zu locken, findet allgemein großen Anklang. Nur dass Knolls Sohn Richard (Mario Lutz) der Christl (Carina Nimführ) schöne Augen macht, gefällt dem Kellner Max (Markus Nimführ) ganz und gar nicht. Die Situation eskaliert und Postwirtin Gundi (Renate Nimführ) wirft den aufmüpfigen Max hinaus – seinen Onkel Ludwig (Andreas Seidel) gleich hinterher. Ludwig will bei Christls Mutter Gundi landen, obwohl diese seit ihrer Scheidung von Männern die Nase voll hat.

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Als Richard offizieller Scheichbeauftragter wird und der vermeintlich erste Ölscheich mit seinem Harem im Postwirt auftaucht, geht es in Tegernbrunn drunter und drüber. Denn wie soll man „Klinikbesichtigung“ ins Arabische übersetzen und den Scheich zufriedenstellen, der keinen Alkohol trinken darf, aber gern Wurstsalat essen will?

Das ist die Stunde von Max, der nun mit seiner weltmännischen Gewandtheit glänzen kann und die Situation fürs Erste rettet. Nach etlichen Turbulenzen geht Scheich Rasin aufs Ganze. Offenbar hat der weitgereiste Mann Gefallen an Gundi gefunden und möchte die Postwirtin bauchtanzen sehen. Doch da gelingt Richard ein Blick hinter die Fassade …

Die Rieder Truppe agiert mit viel Spielfreude und hat alle Charaktere passend besetzt. Leo Ludwig und sein Team haben für „1001 Nacht in Tegernbrunn“ gleich zwei interessante Bühnenbilder geschaffen: Unterhalb des Postwirts gibt es direkt vor den Zuschauern einen kleinen Dorfplatz mit Blumen, Brunnen und Sitzbank. Das erweitert den Aktionsradius der Spieler und ermöglicht einen Schauplatzwechsel, ohne dass auf der Bühne lästige Umbauten erforderlich sind.

Weitere Vorstellungen der Theaterfreunde Ried

Wer wissen möchte, wie die Tegernbrunner ihre Probleme schließlich lösen, hat an drei Abenden Gelegenheit zum Theaterbesuch: Der heitere Dreiakter wird kommenden Freitag und Samstag jeweils um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 10. November, um 18 Uhr wiederholt.

Schon seit sechs Jahrzehnten wird in Ried Theater gespielt. Weil auch Frauen und verheiratete Männer mitmachten, aber laut Satzung nicht im Burschenverein sein konnten, entschloss man sich zur Ausgliederung und damit zur Selbstständigkeit.

Die Theatergruppe in Ried gibt es seit 1974

Im September 1974 traf man sich im Sportheim zur Gründungsversammlung der Theaterfreunde und zur Wahl der ersten Vorstandschaft des neuen Vereins. Als erste Aufführung brachte man das Stück „Der weibscheue Hof“ auf die Bühne. Auch für den Nachwuchs wurde einiges getan: 1979 führten bei der Jahresabschlussfeier erstmals Kinder einen Einakter auf.

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