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Stadtrat

08.05.2020

Top-Ergebnisse für neue Friedberger Bürgermeister

Die neuen Stadträte in Friedberg wurden in der konstituierenden Sitzung vereidigt.
Bild: Ute Krogull

Plus Richard Scharold (CSU) und Claudia Eser-Schuberth (Grüne) bekommen fast einstimmige Ergebnisse. In der ersten Stadtratssitzung in Friedberg gibt es Überraschungen.

Zur Wahl der Bürgermeister und des Finanzreferenten mussten die Stadträte aufklappbare Pappwahlkabinen auf ihren Tischen aufbauen, zur Vereidigung kamen die 14 neuen Stadtratsmitglieder nicht nach vorne: Die erste Sitzung des neuen Friedberger Stadtrates in der Max-Kreitmayr-Halle war ungewöhnlich – nicht nur wegen Corona.

Überrascht (und zwar positiv) waren zum Beispiel die beiden neuen Stellvertreter von Bürgermeister Roland Eichmann ( SPD): Richard Scharold ( CSU) und Claudia-Eser-Schuberth (Grüne), die beide Top-Ergebnisse einfuhren. Scharold erhielt als 2. Bürgermeister ohne Gegenkandidaten 30 Stimmen, eine Stimme war ungültig.

Vor sechs Jahren unterlag Eser-Schuberth noch Martha Reißner

Bei seiner ersten Wahl vor sechs Jahren waren es nur 20 Ja-Stimmen gewesen. Für Eser-Schuberth als 3. Bürgermeisterin stimmten 29 Stadträte, zwei Stimmen waren ungültig. Vor sechs Jahren war sie Martha Reißner von der SPD unterlegen, die 16 Stimmen erhielt.

Claudia Eser-Schuberth ist 3. Bürgermeisterin von Friedberg.
Bild: Grüne

Zweite Überraschung, wenngleich eine, die sich abgezeichnet hatte: Ulrike Sasse-Feile (SPD) verzichtete auf eine Kandidatur. Sie sehe dafür zwar einen „erkennbaren Wählerwillen“, da die Sozialdemokraten 3564 Stimmen mehr erhalten hätten als die Grünen. Doch sie wisse, dass die Fraktionen der Meinung seien, dass in der Bürgermeisterriege alle drei Parteien dargestellt werden sollen. Dem wolle sich die SPD nicht entgegenstellen.

Friedberg: Ulrike Sasse-Feile kandidiert nicht

Sie erkenne jedoch auch „taktische Überlegungen“ und hoffe, dass dies nicht zum Nachteil für Stadtrat und Bürgermeister führe – eine Anspielung auf die Konstellation Eser-Schuberth/Eichmann, die nicht gerade gut Freund sind. Wie wird es also werden mit den drei Bürgermeistern und dem Stadtrat in den nächsten sechs Jahren?

Die letzte Periode war zunehmend von Konflikten beherrscht, angesichts des neuen Stadtrates und der schwierigen Situation in der Corona-Krise beschwor der Bürgermeister in einer Ansprache das Miteinander. Er hoffe, der Stadtrat werde „zusammenrücken und sich verständigen auf das, was nötig ist“. Denn die Möglichkeiten der Gestaltung der vergangenen Jahre seien wohl vorbei. Im Nachgang der Sitzung sagte er, er freue sich über überzeugenden Ergebnisse, die zeigten, dass man auch gemeinschaftlich handeln könne.

Sowohl Scharold als auch Eser-Schuberth waren glücklich über ihre guten Wahlergebnisse. Dass die Zusammenarbeit unter den drei Bürgermeistern nicht ganz leicht sein wird, ist aber offensichtlich allen klar. Während Scharold und Eichmann sich trotz unterschiedlicher politischer Ansichten und einiger Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren gut verstanden haben, sieht es zwischen dem 1. Bürgermeister und der 3. Bürgermeisterin nicht gerade rosig aus.

Richard Scharold ist 2. Bürgermeister von Friedberg.
Bild: CSU

Trotzdem betonten beide gegenüber unserer Redaktion, man werde versuchen, im Sinn der Stadt einen Neuanfang zu machen. „Ich sehe das gelassen“, sagte Eser-Schuberth. Die Politikerin, seit 30 Jahren im Stadtrat, war während der Auszählung der Stimmzettel einen Kaffee holen gegangen. Am Tag nach der Sitzung betonte sie: „Im Mittelpunkt müssen Inhalte stehen.“ Auch Eichmann hofft, dass man trotz aller Unterschiede in „Form, Stil und Inhalt“ auf professioneller Basis zusammenarbeiten werde.

Böhm setzte sich in Friedberg gegen Rockelmann durch

Gewählt wurde an dem Abend eine weitere Stellvertreterin, die einspringt, wenn alle Bürgermeister verhindert sind. Dies ist, eine weitere Überraschung, Cornelia Böhm. Die FDP-Frau setzte sich mit 21 zu zehn Stimmen gegen Wolfgang Rockelmann (Parteifreie Bürger) durch, der den Posten bislang innehatte. Vorgeschlagen hatte sie die CSU. Hintergrund: Böhm hat ihre bisherige Fraktionsgemeinschaft mit Parteifreien und ÖDP verlassen und „hospitiert“ nun bei den Christsozialen.

Cornelia Böhm ist weitere stellvertretende Bürgermeisterin in Friedberg.
Bild: FDP

Angestanden hätten noch zwei weitere Wahlen, von denen aber eine, ebenfalls sehr überraschend, ausfiel. Nils vom Wege hatte am Morgen der Sitzung seine Kandidatur als Baureferent zurückgezogen – aus persönlichen Gründen, wie Eichmann in der Sitzung sagte. Vom Wege war für eine Stellungnahme am Freitag nicht erreichbar. Wie es mit der Stelle nun weitergeht, wird laut Eichmann in den nächsten Wochen überlegt.

Wolfgang Schuß ist weiter Finanzreferent in Friedberg

Reine Freude herrschte dafür bei Finanzreferent Wolfgang Schuß. Er wurde mit 31 Stimmen wiedergewählt – obwohl er in der letzten Sitzung so manchem Stadtrat gehörig Widerpart zum Thema Finanzen in der Corona-Krise gegeben hatte. „Ich bin überwältigt von der großen Zustimmung“, sagte er.

Lesen Sie auch den Kommentar: Ein guter Start

Hier die Vorgeschichte zu der Sitzung: Wer wird 3. Bürgermeisterin von Friedberg?

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