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Merching

22.08.2019

Toter Hund am Mandichosee: Es war tatsächlich die Giftalge

Das Gesundheitsamt hat für den Mandichosee in Merching ein Badeverbot verhängt. Am Kiosk herrscht nur wenig Betrieb.
Bild: Philipp Schröders

Drei Hunde sind am Mandichosee auf zunächst rätselhafte Weise ums Leben gekommen. In einem Fall ist die Todesursache nun eindeutig nachgewiesen.

Die Anzeichen auf giftige Blaualgen an der Lechstaustufe 23 zwischen Merching und Königsbrunn haben sich seit Wochenanfang verdichtet. Zunächst wurden diese in Treibholz und Pflanzenresten am Ufern nachgewiesen. Nun stehen sie auch bei einem von drei verendeten Hunden als Todesursache eindeutig fest.

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Das teilte das Landratsamt Aichach-Friedberg aktuell mit. „Im Magensaft eines der Hunde gelang der laborchemische Nachweis von Anatoxin sowie auch mikroskopisch von Cyanobakterien der Gattung Tychonema. Damit ist nun zweifelsfrei bewiesen, dass einer der Hunde an einer Anatoxinvergiftung starb“, heißt es in einer Erklärung.

Als die Tiere nach dem Gassigehen und Baden an dem Stausee starben, galt der Verdacht auch Giftködern. Denn die ersten Wasserproben brachten zunächst kein Ergebnis. Spätere Proben aus dem Uferbereich lieferten dann jedoch den Hinweis auf die gefährlichen Algen. Die betreffende Gattung der Blaualgen kommt bei uns sehr selten vor. Laut dem Landratsamt ist bislang in Deutschland erst ein einziger weiterer Fall bekannt.

Untersuchungen zu den Giftalgen an der Lechstaustufe ziehen sich hin

Die Untersuchungen sind auch wegen der fehlenden Erfahrungswerte kompliziert und langwierig und müssen in einem Speziallabor in Berlin durchgeführt werden. Sie sind nach wie vor nicht abgeschlossen. „Weitere Ergebnisse zur Anatoxinkonzentration im Wasser stehen noch aus“, heißt es vom Landratsamt. Es gebe laufend neue Erkenntnisse zum Verhalten und Vorkommen der Blaualge Tychonema im Mandichosee.

Auf Nachfrage erläutert Pressesprecherin Teresa Wörle vom Landratsamt Aichach-Friedberg, dass am Donnerstag noch neue Wasserproben genommen wurden. Weitere sollen am Freitag folgen. „Es wird an verschiedenen Stellen und in verschiedener Tiefe Wasser entnommen“, erklärt sie. Dafür seien auch Taucher im Einsatz. „Die Proben müssen dann wieder nach Berlin ins Speziallabor geschickt und dort ausgewertet werden. Das zieht sich auf alle Fälle noch hin“.

Und bis zu einem Ergebnis bleibt auch das umfassende Aufenthaltsverbot bestehen. Seit Dienstag ist nicht nur das Baden untersagt. Auch Fischer, Segler und Surfer dürfen nicht mehr aufs Wasser. Und das Betreten des Anschwemmbereiches am Ufer ist ebenfalls verboten.

Dauer des Badeverbots am Mandichosee ist noch nicht absehbar

Wann diese Beschränkungen wieder aufgehoben werden? „Wir wissen es selbst nicht“, sagt Teresa Wörle. Viele Fragen seien noch offen: „Wie hitzebeständig sind die Algen, wie kälteresistent und vor allem: kriegt man die irgendwie wieder los?“, erläutert sie. Denn wenig ermutigend sind die Erfahrungen aus dem einzigen anderen bekannten Fall in Berlin. Dort führten die Tychonema-Algen 2017 zum Tod von vielen Hunden. Die giftproduzierenden Organismen werden laut Wörle noch immer in dem betreffenden Gewässer nachgewiesen, wenn auch in Mengen die akut nicht bedenklich für die Gesundheit sind.

Für die betroffenen Vereine an der Lechstaustufe sowie Wassersportcenter und Kiosk führt die Schließung des Sees mitten in den Sommerferien zu erheblichen Einbußen und Einschränkungen.


Sehen Sie dazu auch das Video Video: Das sagen die Besucher zum Badeverbot am Mandichosee und den Artikel Tote Hunde: Badeverbot am Mandichosee bringt Betroffene ins Schwitzen

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Die Diskussion ist geschlossen.

22.08.2019

Ja, der Klimawandel mit seinen Folgen ist auch in Augsburg angekommen.
Die Bakterien in der Ostsee https://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Bakterien-in-Ostsee-Zahl-der-Vibrionen-Infektionen-steigt-in-MV-auf-neun und giftige Algen in unseren Badeseen zeigen: Wir sollten unser Verhalten ändern.

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22.08.2019

Ältere Menschen mit Vorerkrankungen sollen nicht in Freigewässern baden (ja die Menschen werden immer älter in den Industriestaaten) und Hunde sollten an der Leine geführt werden und nicht jedes abgestandene Wasser trinken.

Und ja es gibt giftige Lebewesen und Pflanzen in der Natur. Den Zusammenhang mit dem Klimawandel sehe ich da nicht.

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