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Friedberg

07.03.2016

Trommler heißen auf Afrikanisch willkommen

Menschen wie Fakebba Saho (rechts) die aus ihrer Heimat fliehen mussten, galt das Benefizkonzert.
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Menschen wie Fakebba Saho (rechts) die aus ihrer Heimat fliehen mussten, galt das Benefizkonzert.
Bild: Manuela Rieger

Stadtpfarrkirche ist voll wie selten. Der Bürgermeister hat dabei ein nettes Erlebnis mit einem syrischen Mädchen.

Schon oft hat Beate Anton in der Friedberger Stadtpfarrkirche St. Jakob gesungen. Doch so voll wie jetzt beim Benefizkonzert zugunsten der Asylarbeit in Friedberg hat die Leiterin des Gospelchors Colours das Gotteshaus bisher noch nicht erlebt. Auch Stadtpfarrer Pater Markus Hau entfuhr ein „Wow“ darüber, dass die Sitzplätze nicht mehr ausreichten. Ein Trommelduo und zwei Chöre füllten die Stadtpfarrkirche. Gekommen waren auch viele Asylbewerber und Aktive aus den Helferkreisen.

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Manchmal muss es laut sein – beispielsweise zur Begrüßung: Pastoralassistent Vincent Semenou und Asylbewerber Fakebba Saho spielten zu Beginn auf ihren Djemben (Trommeln). Mit dem ersten dargebotenen Rhythmus werden sonst in Afrika willkommene oder hochgestellte Besucher begrüßt. Das zweite Trommelstück war ein Segenslied.

Selten war die Kirche so rappelvoll und selten wurde nach jedem Stück anhaltend Beifall geklatscht, manchmal noch, bevor der letzte Ton verklungen war. Der Gospelchor Colours und die Jakobsingers stellten Ausschnitte ihres Schaffens vor, kombiniert mit instrumentaler Unterstützung von Kontrabass, Piano, Gitarren und Querflöten in unterschiedlicher Gruppierung. Auch die Trommeln begleiteten den Gesang zuweilen. Am Ende war klar: Ihre Musik hält auch in dieser Mischung stand.

Trommler heißen auf Afrikanisch willkommen

Über 3000 Euro für die Asylarbeit

Noch etwas machte dieses Konzert besonders wertvoll: Die Chöre und Instrumentalisten sangen und spielten zugunsten der Asylarbeit in Friedberg. Der Erlös soll ermöglichen, dringend benötigte Sachmittel für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung zu stellen. Am Ende wurden über 3000 Euro Spenden gezählt.

Aber vor allem ging es natürlich um Musik. Der Gospelchor Colours sang angenehm ungeschminkt Spirituals und Gospels. Der Chor tat das ganz vorzüglich mit viel Freude am Singen. Das war stimmig und voller wunderschöner Momente.

Gesungen in der Sprache der Zulu

Vielfältig waren die Lieder der Jakobsingers, die in St. Jakob ein Heimspiel hatten. Auch zwei Lieder aus Südafrika wurden daruntergemischt, gesungen in der Sprache der Zulu.

Nachdenkliche Worte fand Stadtpfarrer Hau. Er las auch Gedichte, die Hoffnung machten. Dagmar Weindl moderierte humorvoll und hatte manches über die Lieder zu erzählen.

Am Schluss stimmten alle Beteiligten und auch die Besucher Hand in Hand mit ein bei „Let us stand, hand in hand“. „Sehr berührend“ fand dies die Initiatorin des Benefizkonzerts, Beate Anton.

Unvoreingenommen neugierig

Ein nettes Erlebnis hatte Bürgermeister Roland Eichmann während des Benefizkonzerts. Neben ihm saß ein syrisches Mädchen. Der Bürgermeister beobachtete, wie es im Gesangbuch Gotteslob blätterte. Auch wenn es das Buch zunächst wie von daheim gewohnt zunächst von hinten aufschlug. Mit solcher unvoreingenommener Neugier beginnt für Eichmann die Integration. Dass daran viele mitwirken wollen – Friedberger wie Flüchtlinge –, hat für den Bürgermeister das Benefizkonzert gezeigt.

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