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Mering

11.07.2019

Trotz Absage an Donauwörth: Anker-Dependance kommt nach Mering

In dem großen Gebäude-Komplex an der Hörmannsberger Straße soll eine Anker-Dependance für Flüchtlinge entstehen.
Bild: Josef Stöhr

Plus Die Absage an ein großes Ankerzentrum in Schwaben ändert nichts an den Plänen für die Meringer Außenstelle. Schon jetzt ist nachts die Security unterwegs.

Nach Auflösung des umstrittenen Ankerzentrums in Donauwörth wird es keine solche Großeinrichtung in Schwaben mehr geben. Diese überraschende Wendung in der Asylpolitik sorgte vor gut einer Woche für Aufsehen. An der in Mering geplanten Dependance ändert das laut der Regierung von Schwaben jedoch nichts. „Es laufen nach wie vor alle Vorbereitungen zur Inbetriebnahme“, stellt Pressesprecher Karl-Heinz Meyer von der Regierung von Schwaben auf Nachfrage fest.

Wie berichtet , sollte ursprünglich das große Ankerzentrum von Donauwörth nach Kempten verlegt werden. Doch wegen des massiven Widerstands aus Kempten ist dieses Vorhaben gescheitert. Bei einer Pressekonferenz gab die Regierung von Schwaben nun bekannt, dass es kein großes Ankerzentrum wie in Donauwörth mehr geben soll. Es wird ersetzt durch ein Netzwerk mit einem Behördenzentrum in Augsburg und sieben Unterkunftsablegern mit insgesamt knapp 1200 Plätzen. Zu diesen wird auch die Einrichtung in Mering gehören.

Dort beobachten die Anwohner indessen schon Sicherheitspersonal und nächtliche Bewegungen im Gebäudekomplex an der Hörmannsberger Straße. Pressesprecher Meyer erklärt, was sich derzeit in Mering tut. Demnach finden auf dem Gelände noch einige kleinere bauliche Maßnahmen statt.

Seit Mitte April überwacht ein Sicherheitsdienst das Gebäude in Mering

So werde etwa im Außenbereich eine Einzäunung sowie ein Wachcontainer errichtet. Im Inneren der Unterkunft werden in den Büroräumen, Sanitärräumen und im Cateringbereich Restarbeiten erledigt. „Als Präventionsmaßnahme gegen Sachbeschädigungen am oder im noch leerstehenden Gebäude wird dieses seit Mitte April 2019 durch einen Sicherheitsdienst überwacht“, bestätigt Meyer außerdem.

Auch die Polizei befasst sich schon vorab mit der Meringer Anker-Dependance. Wie berichtet, ist es die Strategie des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, bereits vor der Belegung in Mering verstärkte Präsenz zu zeigen. Wie Polizeisprecher Michael Jakob berichtet, ist schon seit einigen Wochen die Mobile Wache häufig am Meringer Marktplatz anzutreffen – anfangs sogar zwei mal pro Woche, mittlerweile nur noch einmal. „Wir haben das wieder etwas reduziert, weil der Bedarf an Gesprächen über das Ankerzentrum sehr überschaubar war“, sagt Michael Jakob. Das nächste Mal macht die Mobile Wache am Donnerstag, 11. Juli, von 14 bis 17 Uhr am Meringer Marktplatz Station.

Wann genau die Anker-Außenstelle nach Mering kommt steht noch nicht fest

Beibehalten wird auch die verstärkte Streifenpräsenz in Mering. „Dadurch gibt es auch vermehrt Verkehrskontrollen – der ein oder andere hat es vielleicht schon bemerkt“, fügt Jakob hinzu.

Wann genau die Anker-Außenstelle in Mering in Betrieb genommen wird, steht noch nicht fest. „Wir gehen davon aus, mit der Belegung der Unterkunfts-Dependance noch im Laufe des dritten Quartals 2019 beginnen zu können“, gibt Meyer Auskunft.

Wie berichtet , stoßen die Pläne für die Unterkunft in Mering auf viel Skepsis. Innenminister Joachim Herrmann hatte bei einem Krisengespräch mit Bürgermeister und Landrat unter anderem zugesichert, dass die Unterkunft nicht bis zur genehmigten Obergrenze von 176 Flüchtlingen belegt wird. Dieses Zugeständnis sorgt ebenfalls anhaltend für Diskussionen. Die örtliche Bürgerinitiative zur Anker-Dependance fordert ein verbindliches Limit von 100 Personen in der Einrichtung. Die Regierung von Schwaben hatte sich bei einer Informationsversammlung auf keine konkrete Zahl festlegen lassen. Auf erneute Anfrage unserer Redaktion heißt es dazu von Pressesprecher Karl-Heinz Meyer: „Für das Gebäude ist eine Nutzung mit bis zu 150 Personen vorgesehen.“

Lesen Sie dazu auch das Interview: Diese Meringer kämpfen gegen Rassismus in ihrem Ort

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