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Blaualgen

18.09.2019

Trotz giftiger Blaualgen: Baden am Mandichosee bald wieder erlaubt

Der Uferbereich des Mandichosees bleibt nach dem Fund einer giftigen Blaualgenart gesperrt.
Bild: Riedmann-Pooch

Plus Am Freitag soll das Nutzungsverbot an der Lechstaustufe 23 aufgehoben werden. Die gifterzeugende Tychonema vermehrt sich jedoch unverändert.

Drei Hunde kamen am Ufer des Merchinger Mandichosees ums Leben. Ursache war die Blaualge Tychonema, die ein tödliches Nervengift erzeugt. Fast die ganzen Ferien war das beliebte Freizeitgewässer gesperrt. Nun hat sich das Landratsamt Aichach-Friedberg zur Freigabe entschlossen. Spätestens am Freitag, pünktlich zu einem der letzten schönen Spätsommer-Wochenenden, soll das Bade- und Nutzungsverbot aufgehoben werden.

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Dabei ist die Lage grundsätzlich unverändert. Noch immer werden die giftigen Blaualgen, wissenschaftlich eigentlich Cyanobakterien, in Matten ans Ufer geschwemmt. Allerdings hat ein reger Austausch zwischen den Fachbehörden und wissenschaftlichen Experten stattgefunden. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Algen nur am Ufer, nicht aber im freien Gewässer in gefährlicher Konzentration auftreten. Für Schwimmer und Wassersportler besteht keine unmittelbare Gefahr.

Blaualge wird erst gefährlich, wenn sie sich massenhaft verbreitet

Weitere Proben weisen darauf hin, dass die Tychonema, die bisher eigentlich in nördlichen Gefilden als heimisch galt, wohl auch in unserer Region verbreiteter ist als angenommen. Für Probleme sorgt sie aber nur dann, wenn sie sich, so wie an der Lechstaustufe 23, massenhaft verbreitet. Auch klar geworden ist, dass sich diese Art der Blaualgen wohl nicht komplett ausmerzen lässt, dass also langfristig ein Umgang gefunden werden muss.

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Vor diesem Hintergrund hat das Landratsamt in Aichach nun beschlossen, den See wieder freizugeben. Die Behörde setzt auf die Eigenverantwortung der Besucher. Es werden Hinweisschilder aufgestellt, die vor den Blaualgen warnen. Ausdrücklich werden Hundebesitzer und Eltern kleiner Kinder aufgefordert, diese vom Ufer fern zu halten. Vor allem für die Vierbeiner ist das Risiko hoch. Sie werden vom Geruch der Blaualge angelockt und fressen mit Vorliebe an den angeschwemmten Algen-Matten. Im Wittelsbacher Land sollen in den kommenden Monaten vorsorglich an allen Badeseen die Blaualgen-Warnschilder aufgestellt werden.

Arbeitsgruppe beschäftigt sich schon mit der Badesaison 2020

Eine komplette Entwarnung gab es am Mittwoch aus dem Landkreis Augsburg. Dort waren Proben vom Lech bei Gersthofen ausgewertet worden: Sie enthielten demnach keine Spuren von Tychonema. Zuvor waren aus dem Kreis Landsberg Vorkommen an den Lech-Staustufen gemeldet worden. Auch die Stadt Augsburg hat Blaualgen-Tests in ihren Badeseen machen lassen – ohne Befund. Für Lech und Wertach seien das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth und das Landesamt für Gesundheit zuständig. Dort beschäftige sich bereits eine Arbeitsgruppe, wie mit dem Blaualgen-Thema „mit Blick auf die Badesaison 2020 umzugehen ist“.


Lesen Sie dazu auch den Artikel Blaualgen: Entwarnung für Lechufer im Kreis Augsburg sowie das Experteninterview: Giftige Blaualge im Mandichosee lockt Hunde mit ihrem Duft

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