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Friedberger Erfinder

05.08.2013

Tüftler geben Sportlern eine Nuss zum Knacken

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Bernd Thurner balanciert bei einer Übung auf der Slack Nut, die er zusammen mit seinem Cousin Stefan Thurner (rechts) erfunden hat. Halbmarathon-Veranstaltungsleiter Frank Büschel stoppt die Zeit mit. Und der Leiter des Friedberger Therapie- und Trainingszentrums, Richard Bayerle, (links) freut sich, dass die Trainingsneuheit bei ihm zum Einsatz kommt.

Friedberger Fitnessexperte und Maschinenbauer tun sich zusammen, damit beim Kippeln der ganze Körper gefordert wird

Friedberg Schon als Kinder haben sich die Cousins Stefan und Bernd Thurner vorgenommen: „Wir erfinden etwas.“ Ihren Kindertraum haben sich die beiden Friedberger jetzt mit einer Weltneuheit im Fitnessbereich erfüllt. Zum Trendsport Slacklinen – Balanceübungen auf Gurtband – steuern sie ihre eigene kippelige und damit noch effektivere Trainings-Variante bei: Mit dieser patentierten Slack Nut (Slack Nuss) geben sie Sportlern wie Therapie-Patienten quasi eine Nuss zum Knacken.

Mit als Erste durften junge deutsche Tennis-Talente die Slack Nut im Rahmen des ATP-Turniers um den Mercedes-Cup in Stuttgart testen. Ein Erstliga-Handballverein hat Interesse. Und Bernd Thurner glaubt, dass die Halbschale mit darüber gespannten Slacklines beispielsweise auch etwas für die Ski-Nationalmannschaft wäre. Doch auch normale Hobbysportler dürfen jetzt ausprobieren, wie lange sie auf der „Bewegungsinnovation“ die Balance halten. Möglich ist dies im Therapie- und Trainingszentrum Friedberg, wo Sportwissenschaftler und Fitnessbuch-Autor Bernd Thurner arbeitet. Weil das Zentrum wieder den Friedberger Halbmarathon (Start am 8. September um 10 Uhr) unterstützt, ist der Test am Samstagvormittag, 10. August, für Läuferinnen und Läufer gedacht.

Davor waren eineinhalb Jahre Tüftelei nötig. Dabei ergänzten sich der selbstständige Maschinenbaumeister Stefan Thurner und Sportexperte Bernd Thurner. Eine Gurtband-Linie war ihnen zu wenig. „Da steigt man auf, und wieder ab“, so der Sport-Coach. Auf den vier Bahnen der Slack Nut ist vieles möglich – auch Übungen auf allen Vieren. Doch über was die vier Slacklines spannen? Eine zunächst angedachte Lösung aus Edelstahl wäre zu schwer geworden.

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Aus einer Bierlaune hatten die beiden dann die Idee zur halben Nuss. Sie wurde in Friedberg erdacht und hergestellt – sieht man von den Slacklines ab. Schreiner Leonhard Schmid aus Ottmaring stellt das gebogene Kippelement aus gepressten Holzschichten her. Maschinenbauer Stefan Thurner fertigt die Spannvorrichtungen in Hügelshart. Acht Prototypen sind mittlerweile fertig. Sie wirken ganz unterschiedlich – durch Beschichtungen mit Holz-, Carbon- oder auch als Gag mit Kuhfell-Optik.

Auf der Slack Nut geht es darum, die Koordination und Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Wie dabei der ganze Körper unter Spannung gerät, hat der Veranstaltungsleiter des Friedberger Halbmarathons, Frank Büschel, vorab ausprobiert. Er hat sich im Einbeinstand einige Sekunden auf der halben Nuss halten können. Andere können es jetzt nachmachen. Das Versprechen der Slack-Nut-Erfinder lautet: „Sie werden dadurch Muskeln spüren, von denen Sie vermutlich nicht wussten, dass es sie überhaupt gibt.“

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