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Die Kugeln rollen wieder

17.05.2015

Um jeden Zentimeter wird gekämpft

Wenige Zentimeter entschieden über den Sieg beim Boule-Turnier in Kissing.
Bild: Peter Stöbich

Beim Sportbund Helios treffen sich über 128 Teilnehmer aus ganz Deutschland zur Boule-Meisterschaft. Und bei bestem Wetter geht das für manchen Spieler textilfrei.

Kissing Allen Grund zum Strahlen hatte Peter Widmann, Vorsitzender des Kissinger Sportbundes Helios: Für die 128 Teilnehmer an der Boule-Meisterschaft des Deutschen Verbands für Freikörperkultur (DFK) herrschten am Wochenende beste Bedingungen. Und einen Tag vor den Wettkämpfen war er zum ersten Mal Opa geworden: „Mein Enkel Vincent ist am 15. 5. 2015 zur Welt gekommen“, freute er sich und nahm die Glückwünsche der Spieler aus ganz Deutschland entgegen.

Alle sind Mitglied in verschiedenen FKK-Vereinen, die unter dem Dach des DFK zusammengefasst sind. Und so wurde bei sonnigem Wetter weitgehend textilfrei um Zentimeter und den Wanderpokal des Verbandes gekämpft. Zum ersten Mal richteten die Kissinger einen so großen Wettkampf aus und waren dabei froh um die Unterstützung des gemeindlichen Bauhofs, denn für die 64 Mannschaften mussten 32 Bahnen aufgekiest und abgesteckt werden.

Auf dem weitläufigen Vereinsgelände beim Weitmannsee fanden 44 zusätzliche Wohnmobile aus ganz Deutschland Platz, andere Spieler aus allen deutschen Landesverbänden wurden in Hotels untergebracht und an beiden Tagen von den Helios-Mitgliedern verpflegt. Auch das Problem der Stromversorgung und Toiletten wurde in Teamarbeit gelöst, und so konnte die große FKK-Familie am Samstagabend bei bayerischer Blasmusik das Wiedersehen feiern. „Denn man kennt und besucht sich gegenseitig“, erzählt Widmann, der mit seiner Frau selbst oft auf Turnieren befreundeter Vereine unterwegs ist.

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„Die Sportart Pétanque, wie sie auch bezeichnet wird, hat Ähnlichkeit mit Curling“, so der Helios-Vorsitzende. Mit Sau oder Schweinchen wird eine kleine farbige Zielkugel bezeichnet, die mit 650 bis 800 Gramm schweren Eisenkugeln aus sechs bis zehn Metern Entfernung getroffen werden soll. „Um mit den Kugeln möglichst nah an die Sau heranzukommen, braucht man Konzentration und Taktik!“

Als Vorteil dieses Sports nennt Widmann, dass man ihn bis ins hohe Alter ausüben kann. Im Sommer sind die Helios-Mitglieder beim Schwimmen, Faust-, Volley- und Federball, Tischtennis oder Indiaca gern hüllenlos, das weitläufige abgesperrte Gelände nahe des Weitmannsees wird aber das ganze Jahr über gern für sportliche und gesellige Veranstaltungen genutzt.

Mit Boule verbinden viele Deutsche das von den Franzosen auf öffentlichen Plätzen ausgetragene Freizeit-Kugelspiel; der korrekte Name hierfür ist allerdings Pétanque.

Mit rund 600 000 Lizenz-Spielern in 76 (nationalen) Pétanque-Verbänden ist es die am weitesten verbreitete Kugelsportart. Bereits 460 vor Christus ist eine Empfehlung griechischer Ärzte für das Spiel mit Steinkugeln nachweisbar. Im zweiten Jahrhundert nach Christus beschrieb Iulius Pollux ein Spiel, bei dem Kugeln auf einen Ziegelstein geworfen wurden; der Verlierer musste den Sieger auf den Schultern ins Ziel tragen – diese Regel war allerdings beim Kissinger Turnier außer Kraft.

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