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Friedberg

20.11.2020

Umfrage bei Jugendlichen: Welche Treffpunkte wünschen sie sich?

Auch in Friedberg wissen Jugendliche oft nicht, wo sie sich in Ruhe treffen können.
Bild: Peter Fastl (Symbolbild)

Plus Die Stadt Friedberg will Jugendliche befragen, welche Freizeitangebote und Treffpunkte fehlen. Ist das der erste Schritt zu einem Jugendzentrum?

Ein viel zu kleines Jugendzentrum, ein paar Skateranlagen, ein Festival mit mittelmäßigem Erfolg und in den Stadtteilen allenfalls selbst organisiert Treffpunkte in Bauwagen: Im Friedberger Stadtrat herrscht Einigkeit, dass die Stadt mehr für die Jugend tun muss. Trotzdem kommt seit Jahren wenig voran. Eine Umfrage bei den jungen Menschen soll das jetzt ändern.

Im Mittelpunkt soll das Thema Räumlichkeiten und Freizeitmöglichkeiten stehen, wie Stadtjugendpflegerin Sarina Rohr im Sozialausschuss des Stadtrates erläuterte. Bis es zu der Idee der Umfrage kam, scheint es ein zäher Prozess gewesen zu sein. Denn schon vor dreieinhalb Jahren war eine Projektgruppe zur Erarbeitung eines Jugendkonzepts ins Leben gerufen worden

Workshops für Jugendliche in Friedberg

Zwischenzeitlich fanden mehrere Workshops statt, bei denen Jugendliche sich selber einbringen konnten, auch personelle Wechsel gab es. Und schließlich wuchs die Erkenntnis, dass eine Projektgruppe, die aus lauter Erwachsenen besteht, eben doch nicht so recht weiß, was die Jugendlichen eigentlich wollen.

Dass Friedberger Jugendliche sich beschweren, dass es an Treffpunkten fehlt und dass es auch deshalb an Stellen, wo sie sich treffen, oft Ärger mit Anwohnern gibt, ist allerdings hinlänglich bekannt. Welche Angebote es bräuchte, soll die Umfrage konkretisieren.

Umfrage bei Jugendlichen: Welche Treffpunkte wünschen sie sich?
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Heiße Party am Südufer
Bild: Elisa-Madeleine Glöckner

Diese findet online statt und soll an Schulen, bei Vereinen und bei den sogenannten nicht organisierten Jugendlichen beworben werden. Organisiert wird sie von der Stadtjugendpflegerin von Januar bis März; die Ergebnisse sollen in einen Worskshop einfließen.

Marion Brülls von den Grünen mahnte umgehend an, dass es wichtig sei, die Ergebnisse dann auch umzusetzen. Sowohl in einer Befragung des Landkreises als auch im Rahmen der Diskussionen über das Friedberger Kulturentwicklungskonzept und bei den Jugendforen sei eindeutig klar geworden, dass Räumlichkeiten fehlen. Trotzdem sei nichts passiert. "Das Jugendzentrum wird seit Jahren verschleppt", kritisierte Brülls - zum wiederholten Mal unwidersprochen.

Kann der Friedberger Jugendbeirat junge Leute motivieren?

Der Zeitfaktor spielte denn auch eine wichtige Rolle in der Diskussion. Denn die beiden neuen Jugendpfleger des Stadtrates, Florian Wurzer (CSU) und Sebastian Pfundmeir (SPD) hatten ein eigenes Konzept für die Befragung entwickelt, das jedoch mit acht zu fünf Stimmen abgelehnt wurde.

Vereinfacht dargestellt sollte der neue Jugendbeirat stärker in die Befragung eingebunden werden, im Vorfeld die Fragen entwickeln, die Umfrage bewerben und die Ergebnisse diskutieren und bewerten, bevor sie wieder in den Sozialausschuss kommen. Das Hauptargument Pfundmeirs und Wurzers dafür: So sei die Jugend besser eingebunden, würde stärker teilnehmen und sich mit dem Ergebnis identifizieren. Das Argument, an dem die Idee letztlich scheiterte: Den Jugendbeirat gibt es noch gar nicht.

Das Friedberger Jugendzentrum ist in einer ehemaligen Hausmeisterwohnung an der Mittelschule untergebracht.
Bild: Elisa Glöckner (Archivbild)

Ein halbes Jahr nach der konstituierenden Sitzung hat der Stadtrat noch keine vollständige Geschäftsordnung; darauf hofft Kommunalreferent Wolfgang Basch immerhin noch dieses Jahr - "mit Glück", wie er betonte. Die Zahl der Beiräte wurde massiv erhöht, sodass der Referent davon ausgeht, dass es mehrere Sitzungen dauert, bis diese aufgestellt sind. Eine Vorab-Einbindung des Jugendbeirates, dessen mögliche Mitglieder noch nicht einmal klar sind, würde die Umfrage daher um mindestens ein halbes Jahr verzögern.

Jugendliche in Friedberg sollen stärker eingebunden werden

Rohr selber meinte, sie sehe den Jugendbeirat zwar künftig als wichtiges Netzwerk an, doch für die Erstellung und Durchführung einer Umfrage benötige sie keine Hilfe und verfüge auch über die entsprechenden Kontakte in die Jugendszene. Als Kompromiss beschlossen die Stadträte, dass Rohr die Umfrage mit den Jugendpflegern abstimmt und auch den Jugendrat einbezieht.

Themen, mit denen sich der Jugendbeirat befassen kann, gibt es offensichtlich noch genug. Informationen für junge Menschen über Social Media, Beratungsangebote und verstärkte Partizipation der jungen Menschen sind weitere Ziele, die die Projektgruppe gesteckt hat.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:

Wird es jemals was mit dem Jugendzentrum in Friedberg?

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