Newsticker
Gesundheitsminister wollen Besuchseinschränkungen in Senioren- und Pflegeheimen lockern
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Umstrittener Schulbau: Architektenwettbewerb wird vorbereitet

Kissing

23.02.2021

Umstrittener Schulbau: Architektenwettbewerb wird vorbereitet

Die Grundschule in Kissing ist zu klein. Die Gemeinde plant einen Architektenwettbewerb für einen Neubau.
Bild: Philipp Schröders (Archiv)

Plus Die Gemeinde Kissing will neben der bestehenden eine neue Grundschule errichten. Weil sich dort der Erlebnispausenhof befindet, ist das Vorhaben umstritten.

Es ist ein Millionenprojekt, dessen Umsetzung die Gemeinde Kissing viele Jahr beschäftigen wird: der Bau der neuen Grundschule. Der Gemeinderat hat nun das Büro Meixner und Partner beauftragt, die Vorbereitungen für den benötigten Architektenwettbewerb zu begleiten. Aber auch die Befürworter des offenen Erlebnispausenhofs, die eine Unterschriftenliste gegen das Vorhaben eingereicht hatten, haben die weitere Entwicklung genau im Blick.

Um für den Neubau einen Architektenwettbewerb auszuloben, werden Fachleute benötigt. Der Gemeinderat vergab nun in seiner vergangenen Sitzung einstimmig den Auftrag für rund 49.000 Euro an das Büro Meixner und Partner. Das hatte bereits im Vorfeld eine Machbarkeitsstudie für das Projekt entwickelt.

Neubau der Grundschule in Kissing: Arbeitskreis legt Kriterien fest

Wie Bürgermeister Reinhard Gürtner erklärte, legt nun ein Arbeitskreis, der aus den Gemeinderatsfraktionen und der Verwaltung gebildet wird, die Kriterien für das Verfahren fest. Zum Beispiel geht es da um die Bauweise, die Anbindung an den Verkehr, aber auch den Pausenhof. "Wir machen die Vorgaben, aber dabei wird ein professionelles Büro als Begleitung gebraucht, weil allein von der rechtlichen Seite her sehr viel zu beachten ist", sagte er.

Der Arbeitskreis erstellt dann ein sogenanntes Leistungsbild, anhand dessen sich Architekten für den Auftrag bewerben können. Im Gemeinderat hatte der Projektentwickler Max Meixner bereits das weitere Vorgehen vorgestellt. Im eigentlichen Wettbewerb entscheidet eine Jury, die aus Mitgliedern des Gemeinderats und der Verwaltung sowie namhaften Architekten gebildet wird, über die eingereichten Entwürfe. Meixner rechnet mit 20 Beiträgen mit einem hohen Bearbeitungsgrad.

Der Neubau der Grundschule in Kissing soll an der Stelle entstehen, wo sich zurzeit der Erlebnispausenhof befindet. Dagegen regte sich Widerstand.
Bild: Philipp Schröders

Wann der Architektenwettbewerb beginnt, kann Bürgermeister Gürtner noch nicht abschätzen. "Wir haben zurzeit eine Reihe von Projekten, die wir bearbeiten. Vor Kurzem war erst der Spatenstich für den Kindergarten, das Impfzentrum kommt nach Kissing. Natürlich wollen wir den Wettbewerb aber so zeitnah wie möglich starten", sagte er.

Die Gesamtkosten liegen geschätzt bei 21 Millionen Euro, wobei der Kommune eine Förderung von elf Millionen Euro in Aussicht steht. Im Gemeinderat ist die Entscheidung für den Neubau umstritten. Die CSU, die Freien Wähler und der FDP-Einzelgemeinderat setzten mit ihrer Mehrheit durch, dass das neue Gebäude neben dem bestehenden errichtet werden soll. Dort befindet sich zurzeit der Erlebnispausenhof. Die SPD und die Grünen waren nicht einverstanden damit, wie die Entscheidung zustande kam. Die SPD sprach sich stets für den Erhalt des Pausenhofs aus und regte die Prüfung alternativer Standorte an. Die Grünen wollten mit zwei Varianten in das Ausschreibungsverfahren gehen.

Initiative will den Erlebnispausenhof in Kissing erhalten

Auch in der Bevölkerung regte sich Widerstand gegen die Pläne. Margarete Christl Tomas und die "Freunde des Pausenhofs" sammelten über 350 Unterschriften für den Erhalt des Areals, das für jeden zugänglich ist. Bürgermeister Gürtner betonte stets, dass die endgültige Planung erst im Rahmen des Architektenwettbewerbs vorangetrieben werde. Ihm sei es wichtig, dabei den Erlebnispausenhof zu berücksichtigen. Im Rahmen einer Anhörung hatte die Initiative Gelegenheit, vor Vertretern der Gemeinde und der Grundschule sowie den Erstellern der Machbarkeitsstudie Fragen vorzutragen und ihre Bedenken zu äußern.

Laut Tomas umfasst die Initiative einen festen Kern von zehn Leuten, der sich weiterhin für den Erhalt einsetzen. Dazu gehören dann noch einige Unterstützer. Im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung sagte sie: "Die Kriterien, die nun erstellt werden, sind entscheidend dafür, wie der Pausenhof aussehen soll." Es habe parteiübergreifend die Zusage gegeben, dass der Erlebnispausenhof nicht untergehen soll. "Jetzt geht es darum, diese dort gemachten Versprechen auch durch die Kriterien für einen Plan zur Vorgabe zu machen."

Das Treffen sei "ein guter Meinungsaustausch" gewesen. Tomas schränkte aber ein: "Im Moment bin ich immer noch skeptisch, ob die Gemeinderäte darauf achten, dass die Kriterien auch wirklich umgesetzt werden und das nicht einfach etwas platt gemacht wird, und anschließend sagt man, dass war nicht anders realisierbar." Die Initiative wünsche sich, bei der Vorstellung der Kriterien im Gemeinderat als stiller Zuhörer eingeladen zu werden. "Wir haben nicht die Möglichkeit, direkten Einfluss zu nehmen, aber es geht um die Einbeziehung der Bürger", sagte Tomas. Sie habe aber das Gefühl, dass die Fraktionen die Bevölkerung mitnehmen wollen.

Dass es den alten Erlebnispausenhof in der jetzigen Form nicht mehr geben werde, sei Tomas klar. "Aber da gilt es hinzuschauen, welche Dinge wirklich geschliffen werden müssen." Beispielsweise habe die Initiative den Erhalt der Bäume im Blick. "Wichtig ist zudem, dass die versprochenen 4000 Quadratmeter nicht als Wege rundherum verteilt sind, sondern als zusammenhängendes Gelände und Pausenhof eingeplant werden."

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren