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Umweltskandal an Friedberger Ach? Kleiner Bach mit großen Problemen

Umweltskandal an Friedberger Ach? Kleiner Bach mit großen Problemen
Kommentar Von Edigna Menhard
31.07.2020

Plus Die Behörden müssen in Bezug auf die Probleme der Friedberger Ach dringend handeln, findet unsere Autorin Edigna Menhard.

Die Schilder am Weitmannsee, die die malerische Landschaft als Natur- und Trinkwasserschutzgebiet ausweisen, hat die Gemeinde Kissing unter dem damaligen Bürgermeister Manfred Wolf wohl geflissentlich übersehen, als sie vor drei Jahren schwere Spezialgeräte losschickte, um den Hagenbach rabiat auszubaggern. Seit genau dieser Zeit, so berichten die Müller und Fischer entlang des Gewässers, bleibt das Wasser weg.

Auch wenn das noch nicht veröffentlichte Gutachten, das die Gemeinde erstellen ließ, wohl zu dem Ergebnis kommt, dass die Bachsohle nicht verletzt worden sei: Fakt ist, dass das kostbare Nass verschwindet. Brisanz bekommt die Geschichte zudem, weil das Wasser mit Löschwasserrückständen belastet ist – auch wenn das für die Sache zuständige Landratsamt Aichach-Friedberg diese Woche Entwarnung im Hinblick auf Baden, Verzehr von Fischen und auf das Trinkwasser gegeben hat.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Gemeinde Kissing

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Gemeinde Kissing. Man könnte meinen, es läge im Interesse aller, dass die Schäden schnellstmöglich behoben werden – doch es passiert gerade offenbar nichts. Die betroffenen Müller und Fischer verzweifeln. Termine, zu denen das Gutachten der Gemeinde einsehbar sein soll, werden verschoben. Immer wieder fragen die Betroffenen bei den Behörden an, doch da scheinen sie vor einer Wand des Schweigens zu stehen. Es gibt keine Informationen – aus Datenschutzgründen, wie es heißt. Wie bequem für die Ämter, und wie schlimm für diejenigen, die mit dem Bach ihren Lebensunterhalt verdienen.

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Seit Jahrhunderten gibt es Mühlen an der Ach. Friedberg und Rain am Lech können auf ihre Müller stolz sein, denn in Deutschland betreiben nur noch wenige dieses traditionelle Handwerk.

Wie systemrelevant dieser Beruf heute ist, hat auch Corona gezeigt. Als nach den exzessiven Hamsterkäufen in den Supermarktregalen weit und breit kein einziges Päckchen Mehl mehr zu finden war, standen bei den Mühlen noch genug Säcke mit dem Grundnahrungsmittel zum Verkauf bereit. Ist es nicht wünschenswert, dass man in unserer globalisierten Welt die eigene regionale Essensversorgung sicherstellt? Ganz bestimmt. Nur warum gräbt man den Müllern dann das Wasser ab?

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