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Aichach-Friedberg

27.01.2021

Unfallschwerpunkte: Hier kracht es besonders heftig im Landkreis-Süden

Die Kreuzung zwischen Mering und Unterbergen war ein Unfallschwerpunkt. Ein Kreisverkehr soll jetzt mehr Sicherheit bringen.
Foto: Nantje Bischoff (Archivfoto)

Plus Im Wittelsbacher Land kommt es immer wieder zu schweren Unfällen - häufig an den selben Stellen. Wo es besonders gefährlich ist und was dagegen getan wird.

Tragische Szenen spielten sich vor rund drei Wochen auf der B2 bei Merching ab. Beim Abbiegen übersah ein Fahrer ein entgegenkommendes Auto und es kam zum Zusammenstoß. Eine 82-Jährige erlitt schwerste Verletzungen und verstarb wenig später im Krankenhaus. Überhaupt gibt es im Landkreis-Süden mehrere Unfallschwerpunkte.

Dieser Abschnitt der B2 gehört laut Christoph Eichstaedt vom zuständigen Staatlichen Bauamt in Augsburg nicht dazu. "An dieser Stelle gibt es weder viele Unfälle noch auffällig schwere Unfälle, so tragisch der jüngste Unfall auch ist." Auf dem Abschnitt bei Merching sind 100 Stundenkilometer erlaubt, erst ein Stück weiter nördlich gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Eichstaedt: "Die Sichtverhältnisse sind eigentlich sehr gut, weshalb auf diesem Abschnitt keine Maßnahmen geplant sind."

Anwohner sieht Kreuzung in Freienried als Problempunkt

Gleich drei schwere Unfälle gab es in den vergangenen drei Jahren am Ortsrand von Freienried. Erst kurz vor Weihnachten krachten dort zwei Autos ineinander. Dass es dort öfter kracht, könnte an der eingeschränkten Sicht liegen, die dort aufgrund der leicht abfälligen Straße nach der Kreuzung herrscht, sagt Eurasburgs Bürgermeister Paul Reithmeir. Er wolle die Problematik im Gemeinderat besprechen.

Ein Freienrieder Bürger bezeichnet die Kreuzung, an der sich die Staatsstraßen treffen, als Problempunkt.
Foto: Michael Postl

Christoph Eichstaedt bewertet die Situation anders: "Es gibt dort keine Häufung der Unfälle. Die Sichtverhältnisse sind in Ordnung. Der überwiegende Teil der Unfälle entsteht dort, weil der kreuzende oder einfahrende Fahrer einen Fehler macht." Eichstaedt sieht deshalb auch keinen Handlungsbedarf. "Man kann theoretisch immer einen Kreisverkehr bauen, aber dann bräuchten wir sehr viele." Prinzipiell könne ein Kreisverkehr immer helfen, schwere Unfälle zu verhindern. "Durch die geringere Geschwindigkeit führt ein Fahrfehler nicht mehr so häufig zu einem Unfall und auch zu einem mit weniger schlimmen Folgen", so Eichstaedt.

Unfallschwerpunkt zwischen Rederzhausen und Hügelshart

Anders sieht es auf der Staatsstraße zwischen Friedberg und Hügelshart aus: Hier soll ein Kreisverkehr helfen, weitere schwere Unfälle zu verhindern. An der Kreuzung nach Wiffertshausen hat es in der Vergangenheit viele Unfälle, zum Teil mit Schwerverletzten gegeben. Obwohl die Zahl der Unfälle an dieser Stelle zurückgegangen ist, hat das Landratsamt Aichach-Friedberg den Bau eines Kreisverkehrs beschlossen. Bis der kommt, soll eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 Stundenkilometer helfen.

Außerdem gibt es eine gut sichtbare Stopp-Anzeige und Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den untergeordneten Straßen. Das hält Eichstaedt für sinnvoller: "Ich weiß nicht, ob die 80 Stundenkilometer wirklich etwas bringen, da die meisten Unfälle von auf die Staatsstraße auffahrenden Personen verursacht werden." Bis der Kreisverkehr kommt, wird es aber noch dauern: "Die Planungen laufen, aber das Gelände ist sehr unterschiedlich bezüglich der Höhe. Das ist es sehr aufwendig und somit teuer", erklärt Eichstaedt.

Schon öfters krachte es wieder an der Kreuzung an der B2 bei Mering Nord.
Foto: Eva Weizenegger

B2 bei Mering: Wäre ein Kreisverkehr die Lösung?

Auch auf der B2 bei Mering-Nord kommt es öfter zu Unfällen. Christoph Eichstaedt revidiert aber: "Das Unfallgeschehen, die Schwere und die Ursachen der Unfälle sind gemessen am Verkehrsaufkommen nicht ungewöhnlich für eine Ampel-geregelte Kreuzung.“ In den vergangenen Jahren seien stetig Verbesserungen an der Kreuzung durchgeführt worden. Zuletzt wurden im Oktober 2018 zusätzliche Grünpfeile installiert, um zu signalisieren, dass nicht mit Gegenverkehr zu rechnen ist. Eichstaedt sagt aber auch: "Diese Unfälle sind, so bedauerlich sie sind, nicht unnormal und kommen an vielen Kreuzungen vor.“

Ein Kreisverkehr würde laut Eichstaedt das Problem nicht lösen. "Ein Kreisverkehr mit nur einer Fahrbahn würde bei dem hohen Verkehrsaufkommen ohnehin nicht gehen",Auch einen zweispurigen Kreisel lehnt er ab: "Dann hätten wir das Problem, wie die Fußgänger rüberkommen. Ob es dann weniger Unfälle gibt, kann man übrigens auch nicht sagen."

Baumaßnahmen zwischen Merching und Unterbergen beendet

Durch den Ausbau der Kreisstraße AIC12 zwischen Mering und Unterbergen gibt es seit Kurzem einen Unfallschwerpunkt weniger im Wittelsbacher Land. Besonders an der ehemaligen Kreuzung mit der Gemeindeverbindungsstraße von Merching zum Mandichosee krachte es öfters. Nach Angaben des Landratsamtes kam es aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse zu den "Unfallhäufungen". Das ist nun durch einen Kreisverkehr behoben.

Schon öfters krachte es wieder an der Kreuzung an der B2 bei Mering Nord.
Foto: Eva Weizenegger

Auf der Stecke gab es aber noch weitere Gefahrenpunkte. Im Mai 2012 wurde ein Radfahrer auf dem Weg von Unterbergen nach Merching von einem Auto, das in gleicher Richtung fuhr, erfasst und über den Wagen geschleudert. Ein nachfolgendes Auto erfasste den Radfahrer tödlich. Nun gibt es einen Geh-und Radweg.

Lesen Sie auch den Kommentar zum Thema: Gefährliche Kreuzungen in Aichach-Friedberg im Blick halten

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27.01.2021

Herr Eichstaedt, die installierten Grünpfeile an der Kreuzung Mering Nord gibt es führ Rechtsabbieger in Richtung Süden und für Linksabbieger von Kissing kommend nach Mering! Mehr nicht...
Der wirklich sinnvolle Grünpfeil fehlt. Wer von der B2 aus Süden kommend nach links in das Gewerbezentrum Nord abbiegen will muß warten,warten warten. Hier erlebe ich täglich haarsträubende Abbiegemanöver, weil die Abbiegespur nach Mering Grün hat und wartende Linksabbieger der Meinung sind der Gegenverkehr aus Kissing hat schon Rot! Dem ist aber nicht so und genau das ist ein Grund für fast alle Abbiegeunfälle an dieser Stelle. Hier ist dringend Nachbesserung erforderlich.

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