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Unsere Gaststätten sind es wert, sie im Existenzkampf zu unterstützen

Kommentar Von Ute Krogull
11.12.2020

Plus Kaum eine Branche leidet so unter den Corona-Lockdowns wie die Gastronomie. Im Kreis Aichach-Friedberg kämpfen die Gaststätten tapfer. Werden sie durchhalten?

Der Gastronomie in Deutschland droht eine Pleitewelle. Bereits im ersten Lockdown gingen die Umsätze um 40 Prozent zurück, die Zahl der Beschäftigten sank im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent. Zwar lässt sich das Wittelsbacher Land aufgrund seiner Einkommensstruktur und seiner guten und solide geführten Wirtschaften nicht eins zu eins mit der deutschlandweiten Entwicklung gleichsetzen, aber auch hier leben die Wirte zwischen Hoffen und Bangen. Es gibt alarmierende Entwicklungen ebenso wie Ansätze, die Hoffnung machen.

Wirte in Aichach-Friedberg haben viele Ideen in der Corona-Krise

Die ersten Wirtschaften mussten im Landkreis schon schließen und der Friedberger Stadtrat Johannes Hatzold, selber Unternehmer, brachte es unlängst in einer Sitzung drastisch auf den Punkt: "Wir werden uns noch wundern, was es nach der Pandemie alles nicht mehr gibt."

Die drei Brüder Mehmet, Enes und Cuma Bademci führen gemeinsam mit ihrem Vater Enver das Ala Turka in der Friedberger Innenstadt. Kulinarisch haben sie einiges zu bieten - für sie ist das aber noch nicht das Ende der Fahnenstange.
Video: Michael Postl

Die Durststrecke ist hart, auch wenn die Unternehmen mit kreativen Ideen wie einem Drive in (Goldener Stern), Burger-Tagen und Ente auf Vorbestellung (Tavernwirt), Außenabholstation an Weihnachten (Körners Hofladen), Verlosungsaktionen (Schillers Restaurant) oder Essen im Glas (Schlosserwirt) sowie Abhol- und Lieferservice dagegen halten.

Kostendeckend sind solche Ansätze in der Regel nicht. Lokale versuchen damit, wenigstens für einen Teil der Mitarbeiter Arbeit zu schaffen und außerdem nicht ganz aus dem Gedächtnis ihrer Kunden zu verschwinden. Kontakt halten ist alles in Zeiten des Lockdowns. Denn selbst die treuesten Gäste sind hin und gerissen zwischen dem Wunsch, ihrem Lieblingswirt zu helfen und Corona-Kochen - schließlich sind die meisten ohnehin ständig daheim, wollen sich irgendwie beschäftigen und müssen oft wegen Kurzarbeit sparen.

Erschreckend ist, wie weit einmal mehr die staatlichen Verlautbarungen zum Thema Corona-Hilfe und die Realität auseinander klaffen. Viele Gastronomen aus dem Landkreis kritisieren, dass die Hilfen zu spät kommen und bei weitem nicht so hoch sind, wie in den Politikerreden proklamiert.

Ilir Seferi (hier im Gögginger Ochsen) eröffnet am Wochenende das Friedberger Zieglerbräu neu.
Bild: Peter Fastl

Es ist erfreulich, dass die Wirte selbst in solch schwierigen Zeiten an die Zukunft denken: Ilir Seferi eröffnet mitten im Lockdown das Zieglerbräu mit Abhol-und Lieferservice, in Aichach hat Ende Oktober die Pizzeria L'angolino dei Sapori aufgemacht, der Goldene Stern verfolgt die Pläne für seinen Veranstaltungsstadel weiter und die Familie Bademci hat sogar ein Haus in der Friedberger Innenstadt gekauft, um zusätzlich zu ihrem Döner-Imbiss Ala Turka ein richtiges Restaurant eröffnen zu können, der Schlossherr in Hofhegnenberg will ein Restaurant bauen.

Einsatz der Lokale in Aichach-Friedberg sollte belohnt werden

Hoffen wir, dass dieser Mut belohnt wird. Und unterstützen wir unsere Wirte. Es hat ja auch sein Gutes für Kunden: Wann gab es je so eine gute Entschuldigung dafür, zum Hauptgericht noch Vor- und Nachspeise zu bestellen?

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