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Natur

06.11.2017

Unterschriften zum Schutz der Bäume

Bäume prägen Friedbergs Stadtbild wie hier an der Kirche Maria Alber. Doch der Bund Naturschutz befürchtet, dass immer mehr von ihnen verschwinden. Er macht darum einen neuen Vorschlag.
Bild: Rudolf Baier

Mit einer Initiative setzten sich Friedberger für den Erhalt von Grün ein. Über 500 Bürger unterstützen die Aktion bereits. Nun wollen sie einen Antrag im Stadtrat durchsetzten.

520 Unterschriften in drei Monaten. Das kann sich sehen lassen, findet Otfried Horn. Der Vorsitzende des Bund Naturschutz Friedberg ist Mitbegründer der Bürgerinitiative „Bäume sind genial“ und setzt sich damit für den Erhalt von Bäume im Stadtgebiet ein. Mit der Unterschriftenliste in der Tasche und konkreten Vorschlägen im Kopf will er die Stadt von einem Baumförderprogramm überzeugen.

„Immer wieder werden hier Bäume gefällt, aber nicht ersetzt“, so Horn. „Das kann so nicht weitergehen.“ Das Konzept der Initiative orientiert sich am Förderprogramm, das in Schwabmünchen seit Januar läuft. Dort können sich Bürger, die mit der Pflege eines Baumes im eigenen Garten überfordert sind, bei der Stadt Hilfe holen. Sie erhalten fachliche Beratung und der Baum wird begutachtet. Über das Förderprogramm werden Maßnahmen am Baum, besonders wenn er ortsprägend ist, mit bis zu 50 Prozent, aber höchstens 1000 Euro bezuschusst.

Ein ähnliches Programm schwebt auch den Mitgliedern der Initiative „Bäume sind genial“ vor. Während laut Horn in Schwabmünchen die Förderung erst bei Bäumen ab einem Stammdurchmesser von 50 Zentimetern greift, hält er eine Förderung ab 30 Zentimetern für sinnvoll. „Aber solche Werte sind verhandelbar“, sagt Horn.

Auch über die Höhe der Fördergelder ließe sich diskutieren. So strebt die Initiative eine Bezuschussung von höchstens 1500 Euro pro Baum an. Ziel soll sein, dass über das Programm geförderte Bäume mindestens weitere zehn Jahre erhalten bleiben.

Horn geht es aber nicht nur um Bäume auf privatem, sondern vor allem auf öffentlichem Grund. „Unser Hauptziel ist es, die Stadt zum Umdenken zu bewegen“, betont Horn. „Das Bewusstsein, wie wertvoll und wichtig Bäume sind, scheint hier völlig zu fehlen.“ Stattdessen herrsche die Auffassung, Bäume seien lästig und würden im Zweifel eher gefällt anstatt geschützt. Beispiele dafür gebe es genug. Die zwei Linden am Marienplatz, die Platanen in der Metzstraße, der Spitzahorn am Bahnhof – sie alle wurden gefällt. Zum Unmut vieler Bürger.

Die mobilisierten sich, als zuletzt Anfang März vier Bäumen am Südufer des Friedberger Sees gefällt wurden (wir berichteten). Das war der Startschuss für die Initiative „Bäume sind genial“. Doch sie sind nicht die ersten. Die Grünen plädieren seit Jahren im Stadtrat für die Einführung einer Baumschutzverordnung. Viermal haben sie einen entsprechenden Vorschlag vorgebracht, viermal wurde er abgelehnt. Mit der Unterschriftensammlung wird der Ruf nun auch von Seiten der Bürger laut.

Doch statt einer Verordnung, die es verbieten würde, Bäume einer bestimmten Art oder Größe zu fällen, wünschen sie sich ein Förderprogramm. „Gerade auch das Nachpflanzen ist uns wichtig“, so Horn. Wenn ein Baum krank ist, müsse er gefällt werden. Aber er sollte laut Horn im direkten Umfeld ersetzt werden. Um ihrem Anliegen Gewicht zu verleihen, sammelte die Initiative drei Monate lang Unterschriften. 520 Unterstützer konnten sie im direkten Kontakt oder über Listen, die in Geschäften in der Friedberger Innenstadt auslagen, für ihre Sache gewinnen. Ob sie mit ihren Vorschlägen einen Antrag im Stadtrat durchsetzen können, wird sich zeigen. Heute stellen sie Bürgermeister Roland Eichmann ihre Ideen vor.

„In Anbetracht meiner Erfahrungen bin ich realistisch“, so Horn. „Selbst wenn der Stadtrat darüber diskutiert, müssen wir damit rechnen, dass der Antrag abgelehnt wird.“ Die Ergebnisse aus der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bund Naturschutz seien eher bescheiden gewesen. Aufgeben würde Horn aber nicht. „Wir werden weiter mit Nachdruck dranbleiben, Aktionen starten und wenn nötig noch mehr Unterschriften sammeln“, sagt er. „Wer weiß, vielleicht wird unser Vorschlag doch positiv aufgenommen.“ Die Chancen stünden 50 zu 50.

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