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Schock für Imker

06.10.2015

Vandalen töten tausende Bienen

In einem Bienenstock sind etwa 8000 Bienen beherbergt. Mindestens drei Bienenvölker von Peter Heidenreich sind nach dem Angriff auf die Bienenstöcke zu sehr geschwächt, um den Winter überleben zu können.
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In einem Bienenstock sind etwa 8000 Bienen beherbergt. Mindestens drei Bienenvölker von Peter Heidenreich sind nach dem Angriff auf die Bienenstöcke zu sehr geschwächt, um den Winter überleben zu können.
Bild: Gudrun Kölz

 Ein Unbekannter wirft in Unterbergen 13 Bienenkästen um und richtet damit verheerenden Schaden an

Schmiechen Mit der Familie Heidenreich sind vor zwei Jahren in den Kapplweg 12 in Schmiechen 15 Bienenvölker eingezogen. Im hauseigenen Garten zwischen hohem Gras und Klee stehen 15 Holzkästen, die jeweils ca. 8000 Bienen beherbergen. Seither freuen sich die Nachbarn, wie Peter Heidenreich erzählt, dass die Obst- und Gemüseernte im Umkreis ganz besonders gut ausfällt.

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Den Hobbyimker wundert das nicht: „Die Bestäubung durch Bienen kann nicht verglichen werden mit einer Windbestäubung. Wenn die Blüten von Bienen bestäubt wurden, wächst das Obst viel schöner und praller.“ An zwei zusätzlichen Standorten haben Peter Heidenreich und seine Frau Nicole weitere Kästen mit Bienenvölkern aufgestellt. Als der Bienenhalter vor einigen Tagen nach seinen Völkern in Unterbergen nahe der Lechstaustufe 22 sehen wollte, bot sich ihm ein Bild des Schreckens. „Für mich ist bei dem Anblick eine kleine Welt zusammengebrochen“, erzählt der Imker traurig.

Alle 13 Holzkästen mit seinen Bienenvölkern wurden von einem unbekannten Täter umgeschmissen und größtenteils zerstört. Bis er das Unheil entdeckt hat, waren schon Tausende seiner Bienen gestorben. Viele der fleißigen Tierchen wurden von den umgestürzten Kisten zerquetscht, andere wurden von Mäusen, Vögeln und anderen Tieren gefressen. Drei der Bienenvölker hat es besonders schlimm erwischt. Diese sind laut dem Imker zu sehr geschwächt und nicht mehr überlebensfähig, weil zu wenige von ihnen übrig geblieben sind.

Vandalen töten tausende Bienen

„Mit so wenigen Bienen im Kasten erreichen diese nicht die Temperatur, die sie im Winter zum Überleben brauchen“, erklärt Heidenreich. Er geht nicht davon aus, dass der Täter ihn persönlich mit dem Angriff treffen wollte. Denn kurz vorher, vor dem 20. September, hatte ebenfalls ein unbekannter Täter drei Bienenstöcke, eines anderen Bienenhalters, in Schmiechen umgeworfen.

Der Imker ist sich sicher, dass der Täter von den Bienen gestochen wurde, sofern er sich nicht durch entsprechende Kleidung und zum Beispiel einem Imkerhut geschützt hat.

Wie er sagt, reagieren die Bienen auf Wärme und wären in diesem Fall direkt auf den Täter zugeflogen. Aggressiv oder angriffslustig sind die Bienen von Peter Heidenreich aber keinesfalls, wie er betont. 15 Völker leben ja direkt bei ihm im Garten und seine eineinhalbjährige Tochter Anna, die dort auch spielt, wurde laut Heidenreich noch nicht gestochen.

Im Sommer haben zehn Kinder beim Schmiechener Ferienprogramm selbst Waben aus den Kästen gezogen um anschließend mit dem Imker zusammen süßen Honig zu schleudern. Heidenreich muss einen Kloß im Hals hinunterschlucken, als er erzählt, dass bei der Polizei die Anzeige als Sachbeschädigung aufgenommen wurde.

„Für mich wurde hier viel mehr als nur eine Sache beschädigt. Wenn man bedenkt, wie wichtig die Bienen für Obst und Gemüse sind, und dass es faktisch keine wildlebenden Honigbienen in Deutschland mehr gibt, ist der entstandene Schaden aus meiner Sicht immens“, sagt der Hobbyimker.

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