Newsticker
Impfkommission Stiko empfiehlt AstraZeneca jetzt auch für über 65-Jährige
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Vater schlägt Tochter (5) auf Spielplatz mit Stock: Urteil

Friedberg

24.01.2019

Vater schlägt Tochter (5) auf Spielplatz mit Stock: Urteil

Der Vater wurde am Amtsgericht Aichach zu einer Geldstraße verurteilt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Ein Vater verliert die Kontrolle und schlägt auf einem Friedberger Spielplatz seine Tochter. Bei der Verhandlung kommt es zu einem kuriosen Zwischenfall.

Es sollte ein ruhiger Nachmittag auf dem Spielplatz werden. Mit seinen beiden kleinen Töchtern ging ein Mann dafür im Herbst auf den Spielplatz. Nach einem Streit der Mädchen verlor er die Kontrolle und griff zu einem Ast, mit dem er auf die Ältere einschlug – ein fünf Jahre altes Kind. Ein Zeuge meldete den Vorfall der Polizei, die nach dem Täter fahndete. Im Amtsgericht Aichach wurde der 41-jährige Friedberger nun wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem er sich schuldig bekannt hatte.

Im Oktober war der Mann mit seinen beiden Töchtern auf dem Spielplatz, der sich gegenüber dem St. Anna-Kindergarten befindet, gewesen. Die fünfjährige Tochter hatte sich mit ihrer drei Jahre jüngeren Schwester gestritten. Danach zog der Vater die Ältere am Arm zu einer Bank, geschüttelt sie und schlug ihr mit einem 30 bis 40 Zentimeter langen Ast auf die Hände, den Rücken, die Oberschenkel und das Gesäß. Noch während die Fahndung lief, meldete der 41-Jährige sich tags darauf freiwillig bei der Polizei. Seine Tochter brachte er zur Beweisaufnahme gleich mit auf das Friedberger Revier.

Amtsgericht Aichach hat aus Versehen alle Zeugen ausgeladen

Die Verhandlung im Amtsgericht wurde nach der Verlesung der Anklageschrift erst einmal für ein Gespräch hinter verschlossenen Türen unterbrochen. Als Staatsanwältin Katharina Stoll, Verteidiger Stephan Eichhorn und Richter Walter Hell das Gespräch beendet hatten, rief der Richter die Zeugen in den Saal. Zur Verwunderung aller tauchte aber niemand auf. Das Gericht berichtete, dass es sich wohl um ein Missverständnis handeln müsse, eigentlich hätte nur ein Zeuge ausgeladen werden sollen. Der 41-Jährige aber bekannte sich gleich schuldig, alle Anklagepunkte seien zutreffend.

Sein Verteidiger erläuterte die Hintergründe der Tat: Die Familie sei durch den schlechten Gesundheitszustand der Schwiegermutter in Aufruhr gewesen. Die Mutter sei schließlich zu ihr gereist. Der Vater sei mit den Kindern alleine gewesen und die ältere Tochter hätte ihre Unruhe schon seit längerem an ihrer Schwester ausgelassen. Um die Situation zu entspannen, seien sie auf den Spielplatz gegangen. Dort hätte sich aber nichts gebessert, die Fünfjährige habe ihre Schwester geschubst, die dann rückwärts gegen die Rutsche gefallen sei und sich den Kopf gestoßen habe. Aus Überforderung habe der Vater die Kontrolle verloren.

Das Jugendamt besuchte die Familie des Angeklagten

Der Angeklagt räumte ein: „Das war das Allerdümmste, was ich je gemacht habe. Ich habe falsch reagiert.“ Weiter erzählte er, dass es bei ihnen in der Familie sonst sehr gut laufe und so etwas noch nie passiert sei. Es sei einfach zu viel gewesen. Aber was könne das Kind dafür, gestand er. Als er von der Fahndung in der Zeitung las, sei er über sich selbst schockiert gewesen und zur Polizei gegangen. Dies rechnete ihm auch die Staatsanwaltschaft an, da er es auch hätte verheimlichen können. Außerdem spreche für den Angeklagten, dass er keine Vorstrafen vorzuweisen, das Jugendamt bei der Familie zuhause nichts auszusetzen und es sich um leichte Schläge gehandelt hatte.

Vater beteuert: „Es wird nie wieder passieren“

Was die Aktion dennoch nicht rechtfertige. „Bei dieser Tat handelt es sich um einen minderschweren Fall“, so Stoll aber. Schließlich wurde der Friedberger zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 60 Euro verurteilt. Ferner trägt er die Kosten des Verfahrens. Die letzten Worte hat normalerweise immer der Angeklagte: „Es tut mir wirklich leid, was ich getan habe. Es war ein Fehler und es wird nie wieder passieren“, sagte er. In diesem Fall hatte die allerletzten Worte aber Richter Walter Hell: „Schlagen geht gar nicht. Erst recht nicht mit Gegenständen und gegen kleine Kinder. Wenn ein Mensch geschlagen wird, tut es ihm nicht nur körperlich weh, sondern auch seelisch.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren