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Kissing

21.06.2020

Versöhnlicher Abschied für Pfarrer Steffen Schubert in Kissing

Pfarrer Steffen Schubert bei seinem Abschied von der Kissinger Emmausgemeinde nach 20 Jahren.
Bild: Irmgard Hoffman, Ev.-luth. Dekanat

Plus Pfarrer Steffen Schubert tritt eine neue Stelle an. Mit der Wiederbesetzung der Pfarrstelle in Kissing rechnet die evangelische Kirchengemeinde zum Jahreswechsel.

Schwierige Zeiten hatte die Emmausgemeinde in den vergangenen Monaten zu bewältigen, nachdem Pfarrer Steffen Schubert seit Oktober 2019 nicht mehr aktiv im Dienst war. Eine persönliche Krise brachte nach vielen guten Jahren eine äußerst belastende Situation für Schuberts Familie und die Kirchengemeinde.

Man habe beidseitig lange daran gearbeitet, einen versöhnlichen Abschluss zu finden, betonte Hans-Jürgen Pflügel als Vertrauensmann des Kirchenvorstands. Dies gelang nun beim Abschiedsgottesdienst am vergangenen Freitag, bei dem Pfarrer Schubert offiziell von seinem Amt entpflichtet wurde.

Von den Mitgliedern seiner Band erhielt Pfarrer Steffen Schubert zum Abschied eine goldenen Schallplatte.
Bild: Irmgard Hoffman, Ev.-luth. Dekanat

Zum 1. Juli übernimmt der 56-Jährige die zweite Pfarrstelle der Kirchengemeinde Neufahrn bei Freising. Dort wird er für den Ort Hallbergmoos und die evangelische Seelsorgearbeit am Münchner Flughafen zuständig sein.

Die Entscheidung, dass er nicht mehr in Kissing bleibt, war allen Beteiligten nicht leichtgefallen. Sie wurde aber nach intensiven Gesprächen der Kirchenleitung und des Kirchenvorstands zusammen mit Pfarrer Steffen Schubert einvernehmlich getroffen. Mit der Wiederbesetzung der Pfarrstelle rechnet die Kirchengemeinde frühestens zum Jahreswechsel.

Freiwillige aus der Kissinger Pfarrgemeinde unterstützen

Bis dahin übernimmt weiterhin Pfarrer Ulrich Funk als Springer im Dekanat die Vertretung. Viele der anfallenden Aufgaben liegen auch weiterhin in den Händen des Kirchenvorstands. Unterstützt wird er dabei vom Diakon David Mühlendyck, der Pfarrsekretärin Sabine Theymann-Hauck, der Kirchenpflegerin Erdmute Wege sowie zahlreichen Freiwilligen aus der Gemeinde.

Viele Wegbegleiter verabschiedeten sich im Freien von dem beliebten scheidenden Seelsorger.
Bild: Irmgard Hoffman, Ev.-luth. Deka

20 Jahre war Steffen Schubert in Kissing als Seelsorger aktiv und prägte mit innovativen Ideen die Gemeinde als Ort des lebendigen Glaubens. Dekanin Doris Sperber-Hartmann dankte ihm für sein segensreiches Wirken. Gemeinsam mit dem Kirchenvorstand sei er aktiv auf Menschen zugegangen und habe mit berührenden Go Special Gottesdiensten und Glaubenskursen neugierig gemacht.

Die Verabschiedung in der Emmauskirche beschränkte sich coronabedingt auf die Vertreter von Kirchenvorstand und der Gemeindegruppen sowie die engsten Mitarbeiter, Weggefährten und die Familie. In seiner Abschiedsrede bekannte Steffen Schubert, dass er vor dieser Predigt gezittert habe: „Das könnt ihr euch vorstellen! Ich predige euch nichts vor, sondern ich predige genauso mir selbst!“

Schubert: "Bitte vergebt mir alles, was ich falsch gemacht habe."

Freimütig sprach Schubert darüber, dass er in den letzten 20 Jahren immer mal wieder große Angst gehabt habe, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein und bat: „Bitte vergebt mir alles, was ich falsch gemacht habe“.

Auch Ehefrau Maren Schubert sagte Danke. Obwohl das letzte Jahr mit Verletzungen und Tränen das schwierigste ihres Lebens gewesen sei, empfinde sie Dankbarkeit für alle Menschen, die mit Gesprächen und Hilfe da waren. „Ihr werdet für uns immer die schönste Kirchengemeinde der Welt bleiben!“

Auch der Gospelchor verabschiedete sich musikalisch von Pfarrer Steffen Schubert.
Bild: Irmgard Hoffman, Ev.-luth. Dekanat

Pfarrerin Maren Schubert hat eine Stelle im Landeskirchenamt in München in der „Ansprechstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie“ angetreten. Bis die Kinder Schule und Ausbildung abgeschlossen haben, sei der gemeinsame Familienstützpunkt in Mering. Derzeit behält sie zudem noch ihre Tätigkeit in Kissing im Bereich der Seniorenarbeit.

Bürgermeister Reinhard Gürtner dankt Steffen Schubert

Dekanin Doris Sperber-Hartmann segnete Pfarrer Steffen Schubert und wünschte ihm alles Gute für seinen weiteren Lebensweg. „Sei wachsam und nutze den Neustart für die Erhaltung deiner Gesundheit. Wir als Kirche brauchen dich.“ Dass es in Kissing möglich war, die Konflikte offen anzusprechen, sei ein sehr positives Wesen dieser Gemeinde, betonte die Dekanin.

Bürgermeister Reinhard Gürtner dankte Pfarrer Steffen Schubert für das Engagement, insbesondere für die verlässliche Partnerschaft der Emmausgemeinde als Träger der Kindertagesstätte Spielburg und für den Beistand für Menschen in Not.

Zeugnis ablegen wollte der katholische Pfarrer Gerhard Sievers. „In der Krise habe ich jeden Abend für dich, Steffen, für die Familie und die Gemeinde gebetet und werde es beibehalten.“ Nach dem offiziellen Teil wartete eine Überraschung auf Pfarrer Schubert. Viele Wegbegleiter, die wegen der reduzierten Teilnehmerzahl beim Gottesdienst nicht dabei sein konnten, empfingen ihn vor der Kirche. Mit räumlichem Abstand, aber umso engagierter sang der Gospelchor ein Ständchen und die Bandmitglieder überreichten Schubert eine goldene Schallplatte für seine musikalischen Beiträge.

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