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Mering

12.02.2018

Viel Trubel beim Meringer Faschingstreiben

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Reibungslos verlief der Faschingsumzugsauklang im Partyzelt am Marktplatz in Mering.
Bild: Heike John

Das Zusammenspiel von Polizei, Security, Feuerwehr und Rotem Kreuz hat bei der Party zum Zugausklang auf dem Marktplatz gut funktioniert. Erste Bewährungsprobe für das neue Sicherheitskonzept

Ein bisschen wirkte Acky Resch wie ein Zirkusdirektor, der vor seiner Vorstellung noch einmal den Blick im und ums Partyzelt am Meringer Marktplatz kreisen lässt. Mit einem Zylinder auf dem Kopf drehte er seine Runden, um seine Augen möglichst überall zu haben. Die Anspannung war ihm ins Gesicht geschrieben, denn als neuer Wirt für das Partyzelt lastete auf dem Betreiber des Party- und Veranstaltungsservices ein enormer Druck. Schließlich steht nach der Eskalation des Faschingstreibens vor zwei Jahren für Mering einiges auf dem Spiel.

Dort wo beim Weiberfasching am Donnerstag noch freier Zugang ins Zelt herrschte, wurde der Einlass am Faschingssonntag im Anschluss an den Umzug rigoros kontrolliert. Unmittelbar nachdem der Gaudiwurm sich auf dem Rückweg am Meringer Bahnhof wieder auflöste, gab es einen Ansturm auf das Zelt. Mit Absperrgittern wurde der Einlass gesteuert und viel Partyfreudige warteten geduldig.

„Es funktioniert nach dem Eins- zu-Eins-Prinzip, kommt einer raus, darf wieder ein anderer rein“, erklärte ein Securitymann einigen sichtlich ungeduldigen Faschingsnarren. Kein überfülltes Zelt, keine Alkoholexzesse so lautete die Devise. Mit farbigen Bändchen am Handgelenk waren die Gäste für die Alterskontrolle beim Ausschank vorbereitet. „Wer unter 18 ist, erhält nichts Höherprozentiges.“

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Rund um das Zelt waren Securitymitarbeiter postiert, die Zelteingänge und Fluchtwege kontrollierten. „Ein ganz normales Vorgehen bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung“, gab Oliver Zimmermann Auskunft. Als Geschäftsführer des Augsburger Security Service war er gleichzeitig Chef der 20 Mannen, die einen ordnungsgemäßen Ablauf des Faschingstreibens in Mering gewähren sollten. „Alles aus einer Hand“ könnte man sagen, denn im Unterschied zur Veranstaltung vor zwei Jahren waren es dieses Mal nicht zwei verschiedene Sicherheitsfirmen, sondern ein und dieselbe Security, die den Umzug und auch die anschließende Party kontrollierten. Zu beobachten war ein gutes Zusammenspiel aller beteiligten Einsatzkräfte.

Zwölf Polizisten waren zusätzlich im Zeltbereich postiert und der Security war klar, welche Befugnis sie im Unterschied zur Polizei haben. Im rückwärtigen Zeltareal standen Einsatzwagen der Polizei, der Feuerwehr und des Roten Kreuzes bereit, am Parkplatz hinter dem Marktplatz war ein kleines Sanitätszelt aufgebaut.

Überall rund um das Zelt präsent zeigten sich auch die Faschingsveranstalter des FKM „Es läuft alles ganz gesittet ab“, stellte Alfred Wunderle zufrieden fest. Unmittelbar nach dem Umzug verließ der Elferrat des Meringer Faschingskomitees (FKM) das Narrenschiff und kehrte zum Marktplatz zurück. Alfred Wunderle und der FKM-Vorsitzende Benjamin Gottwald waren im ständigen Kontakt mit den Einsatzkräften der Polizei, der Security sowie den Sanitätern und sehr vielen ehrenamtlichen Helfern der Freiwilligen Feuerwehr, die sich vor allem um die Zugsicherheit kümmerten. Großes Lob zollte das gesamte Team der Einsatzkräfte den Mitarbeitern des Meringer Bauhofs, die kaum war der Umzug vorüber, die Straßen reinigten und zusammen mit den Helfern der Freiwilligen Feuerwehr die Absperrungen und zusätzlichen Verkehrsschilder entfernten. „Ein Haufen Dreck auf der Straße, das bleibt leider nicht aus, aber über 10000 Besucher und das bei so einem Schmuddelwetter, das ist schon enorm“, freute sich Wunderle darüber, dass Mering als Faschingshochburg im Landkreis Süden einen so hohen Stellenwert hat. Diesen Ruf gilt es auch zu bewahren, darin waren sich alle Beteiligten einig: „Wir sitzen alle in einem Boot, denn wenn es nicht reibungslos verläuft, dann ist es unser Faschingsvergnügen hier im Ort, das darunter leidet.“

„Ein paar Vorkommnisse haben wir, das bleibt bei so einer Veranstaltung einfach nicht aus“, kommentierte Peter Zimmermann von der Polizeiinspektion Friedberg. Ein 16-Jähriger mit 2,8 Promille wurde vom BRK versorgt, ein Zugteilnehmer fiel im Anschluss an den Umzug in Höhe des Bahnhofs besoffen vom Faschingswagen und es gab ein paar Platzverweise für betrunkenen Pöbler“, berichtete der stellvertretende Dienststellenleiter. Auf seinem Notizblock verzeichnet hatte der Hauptkommissar auch einige kleinere Schlägereien. „Dabei wurde ein Securitymann in den Oberschenkel gebissen und ein anderer erhielt einen Faustschlag.“ Hoch alarmiert waren die Einsatzkräfte, als per Funk die Meldung „Reanimation an der Shell-Tankstelle“ kam. Ein etwa 70-Jähriger war wohl beim Spaziergang zusammengebrochen. Dieser Vorfall war jedoch unabhängig vom Faschingstreiben. „Für uns Sanitäter war hier alles vollkommen normal, es gab nichts Größeres oder Erwähnenswertes“, resümierte auch Daniel Stöckl als Einsatzleiter des Roten Kreuzes.

„Unsere Hauptbeschäftigung ist es, die Leute vor sich selber zu schützen“, erklärte Acky Resch. „Ich habe heute mit Sicherheit einige Feinde dazugewonnen, denn manche Kameraden muss man einfach auf die gesetzlichen Vorschriften hinweisen.“ Bei einigen müsse da noch nicht einmal Alkohol mit im Spiel sein, glaubt Resch. „Mit Faschingsmusik, Verkleidung und Umzugsgaudi versetzen wir so manchen in einen Zustand der erhöhten Lebensfreude und plötzlich geht es mit ihm durch.“ Fast bis zuletzt war auch Bernhard Bordon vom Ordnungsamt anwesend, um kurzfristige Entscheidungen bezüglich des Sicherheitspersonals zu treffen. „Wir kamen auch schnell überein, alle Securitykräfte bis zum Schluss im Partybereich zu belassen und nicht einige vorzeitig abzuziehen.“

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