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Aichach-Friedberg

27.09.2020

Viele Adventsmärkte im Kreis Aichach-Friedberg werden abgesagt

Greifvögel wie Schnee-Eule Lina waren schon öfter Attraktionen beim Weihnachtsmarkt in Mergenthau, den Tieren macht der Trubel nichts aus. Doch in diesem Jahr ist Gedränge verboten – das Aus für viele Weihnachtsmärkte.
Bild: Heike John (Archivbild)

Plus Viele Gemeinden und Veranstalter im Kreis Aichach-Friedberg können die Corona-Auflagen nicht umsetzen und müssen die Weihnachtsmärkte absagen. Eine Ausnahme ist Mering.

Dicht gedrängte Menschengruppen, grenzenloser Alkoholausschank – Weihnachtsmärkte, wie wir sie kennen, wird es in diesem Jahr nicht geben. Die hohen Auflagen der Staatsregierung machen den Veranstaltern zu schaffen. Im Landkreis geben neben dem Friedberger Advent immer mehr Weihnachtsmärkte ihre Absage bekannt, wie beispielsweise die Waldweihnacht auf Gut Mergenthau in Kissing oder der Kipferlmarkt im Schloss Hofhegnenberg in Steindorf. Die Marktgemeinde Mering ist derzeit eine der seltenen Ausnahmen, die ein ausgeklügeltes Hygiene-Konzept erarbeiten will. Aber auch die anderen Gastgeber wollen nicht ganz ohne weihnachtliches Angebot dastehen.

Stelzenläufer, Eisschnitzer, Feuerspucker: Normalerweise zieht die familienfreundliche Waldweihnacht auf Gut Mergenthau an den Adventswochenenden Besucherscharen an. In diesem Jahr fällt der romantische Weihnachtsmarkt aus. "Die Einschränkungen der Staatsregierung waren sehr hoch", sagt Maximilian Fottner, Sohn der Gutsbesitzerin. Es sei unmöglich, die Besucheranzahl zu kontrollieren und die Masse zu lenken und gleichzeitig überall den Mindestabstand zu gewährleisten. "Außerdem ist das finanzielle Risiko sehr hoch", erklärt Fottner weiter.

Das Risiko für die Waldweihnacht in Mergenthau ist zu hoch

Die Veranstalter würden drei Monate vor der Adventszeit mit dem Aufbau starten. "Wenn sich dann die Corona-Lage wieder ändert und die Waldweihnacht doch abgesagt wird, bleiben wir auf enormen Kosten sitzen." So sei es im Frühjahr mit der Gartenausstellung gewesen. Nach monatelanger Vorbereitung musste die Veranstaltung wegen Covid-19 kurz vor Beginn abgesagt werden. Diese Erfahrung wollen die Fottners nicht wiederholen. Auch für die Aussteller sei der Verzicht eine schlechte Nachricht. "Aber die meisten haben schon damit gerechnet und waren dankbar, dass wir die Absage so früh kommuniziert haben", so Fottner.

Allerdings haben sich die Veranstalter für die Adventszeit trotzdem etwas überlegt: "Wir gehen wieder zu dem zurück, womit wir damals begonnen haben." Christbäume könnten wie gewohnt in der Adventszeit gekauft werden. "Wir stellen dann noch einen Glühweinkessel und einen Bratwurststand daneben, so wie es ursprünglich mal angefangen hat", erzählt Maximilian Fottner. Es könne zwar nicht die Waldweihnacht ersetzen, sei aber ein kleiner Trost, um Besuchern von Gut Mergenthau etwas zu bieten.

Beim Kipferlmarkt in Hofhegnenberg ist Abstand halten schwer

Ähnlich wie die Fottners mussten auch Peter Löw, der Schlossherr von Hofhegnenberg in Steindorf, und seine Frau Clara Löw den Weihnachtsmarkt absagen. Jährlich findet dort an einem Adventswochenende der Kipferlmarkt statt. "Durch den ohnehin schon engen Innenhof ist es schwierig, den Mindestabstand einzuhalten", erklärt Paul Wecker, Bürgermeister von Steindorf. Ebenso kompliziert gestalte sich die Überwachung des Besucherstroms. "Wir überlegen nun, ob eine Alternative in Steindorf durchführbar ist", so Wecker. Die Erlöse des Kipferlmarktes werden jährlich für wohltätige Zwecke gespendet. Ob der Ausfall der Spende anderweitig aufgefangen werden könne, sei noch unklar. "In den nächsten Wochen werden wir eine Lösung erarbeiten", sagt Bürgermeister Wecker.

Gute Nachrichten kommen dagegen aus Mering: die Marktgemeinde gibt grünes Licht für den diesjährigen Adventsmarkt. "Wir haben uns intensiv Gedanken gemacht. Nun können wir sagen, dass wir nach heutigem Stand den Weihnachtsmarkt in Mering unter Berücksichtigung der Schutzmaßnahmen durchführen können", erklärt Acky Resch, Festivalveranstalter und Vorsitzender von Mering aktuell. Er habe als Partyveranstalter und Betreiber des Badanger-Biergartens in den letzten Monaten viel Erfahrungen mit den Corona-Maßnahmen gemacht. "Für den Weihnachtsmarkt musste ich das Konzept nur überarbeiten und anpassen", sagt Resch.

Dieses Jahr wird es in Mering nicht auf dem Marktplatz einen Weihnachtsmarkt geben. Acky Resch plant für den Badanger.
Bild: Heike Scherer (Archiv)

Die Organisation sei trotzdem mit hohem Aufwand verbunden. "Wir haben ein Einlasskonzept, eine Regelung der Besucheranzahl und eine Dokumentation der Gäste erarbeitet", erzählt der Veranstalter. Aber das sei ihm die Arbeit wert: "Unsere Mitbürger haben einen Weihnachtsmarkt verdient, deshalb tun wir unser Möglichstes, dass es klappt." Ob der Meringer Weihnachtsmarkt jedoch tatsächlich so stattfindet, kann Acky Resch nicht mit Gewissheit sagen. "Ein Risiko hat man aktuell bei allem, was man plant. Da muss man flexibel bleiben", erklärt er. Die Bayerische Landesregierung behielte sich vor, jederzeit Änderungen vorzunehmen, sollte sich die gesundheitliche Lage verschärfen. Beispielsweise könnte sie den Ausschank von Alkohol begrenzen.

Aichach und Mering sind noch zuversichtlich

Solange sich nichts ändert hält Acky Resch aber an seinem Konzept fest. Dann öffnet der Meringer Weihnachtsmarkt am 10. Dezember. Künstler oder Handwerker, die ihre Werke beim Meringer Weihnachtsmarkt ausstellen möchten, können sich bei Interesse an Acky Resch wenden (Tel.: 0178/6102148).

Die Stadt Aichach hält – derzeit – an ihren Plänen für den Christkindlmarkt fest. Das bekräftigt Martina Baur, Leiterin des Infobüros der Stadt, auf Anfrage unserer Redaktion. Die Einschränkung folgt auf dem Fuß: "Wir sind uns im Klaren darüber, dass die Auflagen noch nicht fix sind und steigende Infektionszahlen uns die Durchführung erschweren können."

Ewald Lindemeir, Vorsitzender des Weihnachtsmarktvereins in Affing, ist hingegen wenig zuversichtlich. Er sagt: "Wenn die Vorschriften so bleiben, wird es schwierig, den Weihnachtsmarkt abzuhalten." Der Markt in Affing ist einer der größten im Landkreis und wegen seines Flairs im Schlosshof Anziehungspunkt für Besucher aus der ganzen Region. Lindemeir ist nach eigenen Worten "sauer auf die Staatsregierung". Deren Auflagen seien so streng, dass eigentlich in ganz Bayern kein Weihnachtsmarkt stattfinden dürfe.

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