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Landratsamt Aichach-Friedberg

20.03.2009

Viele geben ihre Waffen jetzt freiwillig ab

Die Bluttat des 17-jährigen Tim K. in Winnenden beschäftigt auch die Menschen im Landkreis Aichach-Friedberg: Allein in den letzten Tagen wurden 60 Waffen freiwillig beim Landratsamt abgegeben, in rund 100 Fällen berieten die Mitarbeiter der Behörde Waffenbesitzer.

Viele Bürger wollen aufgrund der aktuellen tragischen Ereignisse nicht länger Waffen im Haus haben. Den kostenlosen Abgabeservice bietet das Landratsamt noch bis zum 17. April.

Insgesamt gibt es rund 12 500 registrierte Schusswaffen

Bereits in den Jahren 2007 und 2008 hat das Landratsamt Aichach-Friedberg Waffenbesitzer auf die Pflicht zur ordnungsgemäßen Aufbewahrung hingewiesen. Gleichzeitig wurde den Bürgern im Landkreis im Rahmen einer Serviceaktion angeboten, ihre Waffen abzugeben. Diese in der Region wohl einmalige Aktion fand damals überwältigende Resonanz bei den Landkreisbürgern: Rund 230 Waffen wurden beim Amt abgegeben.

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Insgesamt gibt es im Landkreis Aichach-Friedberg rund 12 500 registrierte Schusswaffen. Antragsteller, die einen Grund zum Waffenbesitz glaubhaft machen können, werden einer umfassenden Prüfung auf Zuverlässigkeit, Eignung und Sachkunde unterzogen. Für Erbwaffen gelten ohnehin seit 1. April verschärfte Bedingungen: Wenn ein Erbe die Schusswaffe behalten will, muss er sie von einem dazu autorisierten Büchsenmacher mit einem elektronischen Blockiersystem unbenutzbar machen lassen.

Sehr detailliert geregelt ist auch die Aufbewahrung von Schusswaffen. Bereits im Jahre 2003, kurz nach dem damaligen Amoklauf an einer Schule in Erfurt, hat der Gesetzgeber den Waffenbesitzern sehr strenge Vorschriften zur Aufbewahrung von Waffen auferlegt. Waffen dürfen nur in dafür zertifizierten Waffenschränken aufbewahrt werden. Obwohl das Landratsamt Aichach-Friedberg bereits einige Male, insbesondere auch im Rahmen der angebotenen Waffenaktion 2007 und 2008, auf diese Verpflichtung zur sicheren Aufbewahrung hingewiesen hat, werden immer wieder Verstöße festgestellt.

In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Verstößen konsequent nachgegangen wird und Geldbußen verhängt werden. Gleichzeitig werden bei Verstößen die Waffenbesitzkarte und der Jagdschein entzogen. Deshalb appelliert die Behörde nochmals an alle Waffenbesitzer, sich um ordnungsgemäße, zertifizierte Sicherheitsbehältnisse für Waffen ("Waffenschränke") zu kümmern.

Informationen zum Waffenrecht gibt es beim Landratsamt unter Telefon 0 82 51/92-2 10.

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